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Gastkommentar


12.11.1998 - 

Gefährlicher Boxenstop

Rainer Halstenbach Geschäftsführer der Halstenbach ACT GmbH,Wiehl

Es ist schon kurios: Kaum ist die IT in den Unternehmen in die Formel 1 aufgestiegen, drauf und dran, einen der vordersten Startplätze zu belegen, da bekommt sie erst einmal einen ausgedehnten Boxenstopp verordnet. Und obwohl die Crew fieberhaft daran arbeitet, das Fahrwerk fit für den Euro und das Jahr 2000 zu machen, wird der Wagen wohl kaum vor der Jahrtausendwende wieder ins Rennen geschickt. Währenddessen ergeben sich fast täglich neue unternehmerische Möglichkeiten. Besonders deutlich wird dies an den boomenden Kommunikationsmärkten. Die Fähigkeit, Chancen konsequent und schnell zu nutzen, wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Hier offenbart sich das Dilemma, in dem die DV derzeit gefangen ist: Da deren Etats von den Kosten für die Datumsumstellung aufgezehrt werden, sind kaum noch Mittel für eine strategische Neuorientierung vorhanden.

Während deswegen zuwenig daran gedacht wird, wie die IT-Konzepte der Zukunft zu gestalten sind, stellt der Siegeszug der Inter- beziehungsweise Intranet-Technologien die Software-Entwicklung fortwährend vor neue Aufgaben: In den Netzen entstehen Anwendungsfelder, die den Einsatz modularisierter Software verlangen. Diese Programme müssen hochwertig, flexibel und möglichst standardisiert sein.

Objektorientierte Technologien werden diesen Anforderungen gerecht. Das wissen nicht zuletzt die Techniker in der Boxengasse zu schätzen: Wären objektorientierte Komponenten bereits Standard, könnten die Monteure ihren Wagen weitaus früher wieder ins Rennen schicken. Deshalb ist jeder Rennstall gut beraten, trotz Euro und Jahr 2000 bereits heute verstärkt auf Objektorientierung zu setzen.