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23.01.1976 - 

Europa-Parlamentarier diskutieren nationale DV-Förderung

Gefahr monumentaler Verschwendung

LUXEMBURG - Eine "monumentale Verschwendung öffentlicher Gelder" nannte der Engländer Tom Normanton die Subventionierung nationaler DV-Industrien in den EG-Ländern. Diese Politik sei ein klassisches Beispiel für Industrie-Chauvinismus, erklärte der Konservative bei einer Diskussion im europäischen Parlament in Luxemburg, als es um das Vierjahres-Programm der EG-Kommission ging. Mit diesem 85-Millionen-Mark-Programm, über das Computerwoche berichtete, soll in erster Linie Normierung und Standardisierung auf dem DV-Sektor gefördert werden. Normanton forderte die Liberalisierung der öffentlichen Beschaffungsmärkte und erklärte ferner: "Es ist vielleicht unvermeidlich, durch Fusionen zu einer einzigen europäischen Hardware-Gesellschaft zu kommen."

IBM nicht einzuholen?

Ebenso wie die Engländer glaubt die deutsche CDU-Abgeordnete Hanna Walz, der "IBM-Übermacht" könne nur eine transatlantische Zusammenarbeit europäischer Firmen mit nichtmarktbeherrschenden US-Unternehmen entgegengesetzt werden. Erwin Lange (SPD) erklärte gar, die Industrie in der EG solle sich auf DV-Peripherie sowie den Fernsprechsektor beschränken - bei Großsystemen sei der technische Vorsprung von IBM ohnehin nicht einzuholen. Lange warnte vor EG-Autarkiebestrebungen sowie vor einer "Hexenjagd auf IBM".

Der britische Labour-Abgeordnete Tom Dalyell betonte die "europäische Dimension" von IBM, deren zwölf Tochtergesellschaften in der EG insgesamt 77 000 Mitarbeiter beschäftigten.

Der für Industriepolitik zuständige EG Kommissar Altiero Spinelli erläuterte: "Keiner will IBM wegjagen. Die Kommission plant kein europäisches EDV-Beschaffungssystem unter Ausschluß der Amerikaner - sie will die Voraussetzungen für eine wettbewerbsfähige europäische DV-Industrie schaffen, die ohne nationaIe Subventionen auskommt. Im EG-Markt ist für mehr als nur ein Unternehmen Platz."