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26.05.2000 - 

Teure Lizenzen wirbeln den TK-Markt durcheinander

Gegen die UMTS-Auktionen regt sich erster Widerstand

MÜNCHEN (CW) - Die geplante Versteigerung der bundesdeutschen UMTS-Lizenzen sorgt für Bewegung im TK-Markt. Angesichts der hohen Milliardenbeträge, die bei einer ähnlichen Auktion in Großbritannien erzielt wurden, suchen die potenziellen Käufer nach Geldquellen. Vor diesem Hintergrund rechnet die Branche etwa mit einer Mehrheitsübernahme von Viag Interkom durch British Telecom (BT) und dem Verkauf von Arcor durch Vodafone.

Kurz vor der heißen Phase der bundesdeutschen UMTS-Auktion steht bei Viag Interkom eine Veränderung der Beteiligungsverhältnisse an. Der Grund hierfür: Veba-Chef Ulrich Hartmann, dessen Unternehmen mit Viag zum Energiekonzern Eon fusioniert, sind die Milliardenbeträge für die UMTS-Lizenzen zu teuer. Dagegen will Pat Galagher, bei BT für das Europa-Geschäft verantwortlich, für Viag Interkom unbedingt eine Lizenz erwerben. Angesichts dieses Interessenkonflikts spekuliert die Branche über eine bevorstehende Mehrheitsübernahme durch BT. Bislang halten die Briten wie Viag 45 Prozent an dem Münchner Carrier, an dem auch Telenor mit zehn Prozent beteiligt ist.

Viag Interkom ist nicht der einzige Carrier, der dringend Geld für die bevorstehende UMTS-Auktion benötigt. So will sich etwa Vodafone Airtouch nach einem Bericht der "Sunday Times" von seiner Festnetzsparte Mannesmann Arcor trennen. Der Verkauf von Arcor sowie der italienischen Infostrada könnte den britischen Mobilfunkern rund 50 Milliarden Mark einbringen. Weitere 80,6 Milliarden Mark dürfte die Veräußerung von Orange in die Kasse fließen lassen.

Angesichts der angestrengten Bemühungen, für die bevorstehenden Versteigerungen das notwendige Geld zusammenzukratzen, mehren sich Stimmen, die fordern, ein Ergebnis nach britischem Vorbild zu vermeiden. Die britische Regierung hatte für fünf UMTS-Lizenzen rund 75 Milliarden Mark erhalten. Damit wurde, so munkelt die Branche, pro Lizenz das Zwei- bis Dreifache dessen gezahlt, was sich rechnet. Branchenkenner gehen nämlich davon aus, dass sich in Großbritannien eine UMTS-Investition nur bei einem Lizenzpreis von höchstens sechs bis sieben Milliarden Mark rentiert.

Angesichts der erwarteten hohen Lizenzgebühren treten hierzulande die ersten Interessenten bereits ihren Rückzug an und können sich eine Zukunft ohne UMTS vorstellen. Eine Meinung, mit der nicht alle Beteiligten übereinstimmen. Viele Player glauben, dass sie sich ohne UMTS-Lizenz selbst aus dem Geschäft aussperren. Während hierzulande nur hinter vorgehaltener Hand Kritik an dem Versteigerungsverfahren zu hören ist, entzündet sich beim Nachbarn Frankreich offener Widerstand gegen den Versuch der Regierungen, ihre maroden Staatshaushalte durch die UMTS-Auktionen zu sanieren. Allerdings spielt bei den Franzosen noch eine andere Furcht mit: Internationale TK-Player könnten die UMTS-Lizenzen nutzen, um sich in Frankreich zu etablieren.