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03.06.1994

gegen die Vorwuerfe

BERLIN (ar) - Entgegen den Ergebnissen einer von der Arbeitsgemeinschaft zur Foerderung der Partnerschaft in der Wirtschaft e.V. (AGP) in Auftrag gegebenen Studie ueber die Entwicklung der MBO-Betriebe (siehe CW Nr. 13 vom 1. April 1994, Seite 49) hat die Treuhandanstalt nach Angaben von Vorstand Klaus- Peter Wild keine grundsaetzlichen Probleme mit den 2800 privatisierten Firmen oder Unternehmensteilen: "Die Treuhandanstalt tritt einem verbreiteten Krisengerede entgegen, das ein Scheitern vieler MBO-Erwerber fuer die naehere oder weitere Zukunft prophezeit und sich in duesteren Prognosen ergeht."Wild wehrt sich gegen Vorwuerfe, insbesondere von seiten der AGP. Deren Geschaeftsfuehrer, Michael Lezius, forderte die Bewertung nach Ertragswert und nicht nach Unternehmenssubstanz. Der Kaufpreis der MBO-Erwerbungen stuetzt sich laut Wild aber nicht in besonderem Mass auf deren Substanzwert. Zu den jetzt faellig werdenden Nachbewertungsklauseln konstatiert der THA-Vorstand, dass diese nur in der Anfangszeit der Treuhandanstalt in die Kaufvertraege aufgenommen wurden, "da sich ein funktionierender Grundstuecksmarkt mit der Herausbildung von Verkehrswerten noch nicht entwickelt hatte". In der Folgezeit seien Nachbewertungsklauseln durch Spekulationsklauseln ersetzt worden, die erst im Falle des Verkaufs an Dritte zum Tragen kommen.Die AGP nannte der Treuhand zehn MBOs, bei denen Finanzierungsprobleme bestehen, damit diese ueberprueft und, so Wild, "moeglicherweise einer Loesung naeher gebracht werden koennen". Wild verweist nachdruecklich darauf, dass MBO-Privatisierungen keine Besitzstandsgarantien bedeuten. Die THA koenne nicht fuer vom Erwerber zu vertretende Management-Fehler verantwortlich gemacht werden, und auf unberechtigte Ansprueche gegenueber oeffentlichen Institutionen duerfe nicht eingegangen werden. Finanzierungsprobleme seien nicht durch Vertragsanpassungen zu loesen, vielmehr fordert die THA hier Bund und Laender, die Mittelstandsfoerderungsprogrammen anbieten. Ausserdem wuerden die Industrie- und Handelskammern, die Kreditanstalt fuer Wiederaufbau und die Deutsche Ausgleichsbank beratend taetig. Zehn Prozent der MBOs bezeichnete Treuhand- Pressesprecher Wolf Schoede als Problemfaelle, eine Stillegung erfolgte bei zwei Prozent.