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04.09.1998 - 

Workflow/Kommentar

Gegen faule Kompromisse

Wer in letzter Zeit einen neuen Personalausweis oder Reisepaß brauchte, hat wahrscheinlich einigermaßen erstaunt festgestellt, wie flott die Antragstellung dank Computerisierung der Meldebehörde vonstatten ging. Und dann dauerte es sechs bis acht Wochen, bis die Dokumente kamen, denn die zuständige bundeseigene Druckerei ist überlastet. Anscheinend hat es dort niemand für nötig gehalten, die notwendigen Kapazitäten bereitzustellen. War nicht vorauszusehen, daß sich das Druckdesaster bei der Einführung der angeblich fälschungssicheren neuen Ausweise aufgrund ähnlicher Nachfrage bei deren Ablauf nach zehn Jahren wiederholen könnte?

Das Beispiel zeigt, daß es rein gar nichts bringt, irgendwelche Verfahren mit Computern zu beschleunigen, wenn man sich auf Teilaspekte beschränkt. Prozesse sind von A bis Z zu analysieren, bevor man sich an Workflow herantrauen sollte. Stückwerk und Verzicht, weil etwas "noch nicht geht", sind nicht akzeptabel, Kompromisse zum Scheitern verurteilt.

Man übe sich also bei Workflow-Projekten in Bescheidenheit. Selbst ein einfach erscheinendes überkommenes Prozedere erweist sich bei genauerem Hinsehen als tückisch in vielen Details. Die zeitgemäß prozeßanalytisch überarbeitete Alternative wird mit Sicherheit zwar schlank, aber eben auch bürokratisch ausfallen.

Ergo stellt sich die Frage, ob es in einer Zeit, in der allerorten von Flexibilität und neuen Herausforderungen die Rede ist, überhaupt sinnvoll ist, per Workflow mehr als die Automatisierung einfachster wiederkehrender Büroaufgaben anstreben zu wollen. Schließlich sind Computerprogramme nichts anderes als Bytes gewordene Regeln. Flexibel handeln, intuitiv entscheiden, dem umworbenen Kunden oder Bürger spürbar entgegenkommen, gar nachgeben, können Menschen allemal besser.ls