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14.04.1989 - 

Nachwuchskräfte in der Elektronik-lndustrie müssen Ansprüche zurückschrauben:

Gehälter: Nur Profis machen große Sprünge

VAIHINGEN (ih) - Realistische Markterwartungen der Elektronikbranche drücken das Gehaltsniveau: Während Spezialisten, etwa für ASICs (Application Specific Integrated Circuits) und CAD/CAE, mit Einkommenssteigerungen rechnen können, müssen Berufsanfänger, auch jene mit Hochschulabschluß, kleinere Brötchen backen.

So sanken in den Sektoren Automatisierungstechnik, Nachrichtentechnik, Computer Software, aber auch Personal Computer die Einkommen im Jahr 1989 gegenüber 1988 durch geringere Boni-Zahlungen um bis zu zehn Prozent. Auch der DV-Manager kann sich nicht über allzu große Gehaltssprünge freuen. Brachte er 1988 zwischen 138 000 und 145 000 Mark nach Hause, verdient er heuer zwischen 141 000 und 151 000 Mark. Diese Bilanz zogen die Vergütungsexperten der Interconsult GmbH in Vaihingen in ihrem "Gehaltsvergleich in der Elektronikindustrie" für die Monate Januar und Februar 1989.

Obwohl der Engpaß bei qualifizierten Bewerbern gegenüber den Jahren zuvor nicht kleiner, sondern in Teilbereichen eher noch größer geworden ist, halten sich die Unternehmen mit ihren finanziellen Offerten vor allem bei Newcomern zurück. So sind die Einstiegsgehälter für Absolventen von Hoch- und Fachhochschulen der Fachrichtungen Elektronik, Nachrichtentechnik oder Informatik, die nach Abschluß des Studiums für

Vertrieb oder Applikation eingestellt wurden, in den letzten zwölf Monaten nur noch um rund fünf bis zehn Prozent gestiegen.

Noch im Jahr zuvor verzeichneten die Gehaltsexperten eine Steigerung von 15 bis 20 Prozent. "Die Schmerzgrenze ist erreicht", erklärt Interconsult-Geschäftsführer Dietrich Graf Reischach die niedrigeren Anfangsgehälter. Schließlich müßten viele Hochschulabsolventen noch mindestens ein Jahr ausgebildet werden.

Bei den Außendiensttätigkeiten stehen auf der Wunschliste der Personalchefs Bewerber, die mindestens ein, maximal drei Jahre Vertriebspraxis in einem Produkt-Fachgebiet nachweisen können und nicht älter als 28 bis 30 Jahre sind. In den meisten Fällen werden eine Ingenieur-Ausbildung sowie fundierte Englischkenntnisse vorausgesetzt. Diesen Idealkandidaten kommen die Unternehmen auch mit den prozentual größten Gehaltssteigerungen entgegen. "Wichtig für die Karriere der Mitarbeiter ist weniger ein exzellenter Hochschulabschluß, sondern vielmehr die Kommunikationsfähigkeit sowie die Bereitschaft, sich permanent weiterzubilden", beschreibt Graf Reischach die Voraussetzungen. Aufgabe der künftigen Vertriebsmannen sei es nämlich, Technik-Wissen sowie Problemlösungen und nicht Geräte zu verkaufen.

Allein Spezialisten machen auch heuer wieder einen "goldenen" Schnitt. Für einen Entwicklungsingenieur im CAD-/CAE-Bereich, der frisch von der Hochschule kommt, liegt das Gehalt zwischen 54 000 und 62 000 per anno. Mehrjährige Berufserfahrung kann-auch für den Applikationsingenieur - ein Plus von etwa 30 000 Mark ergeben. Der Entwicklungsleiter mit Personalverantwortung für mehr als sechs Ingenieure schließlich streicht nach Angaben der Gehaltsprofis über 120 000 Mark ein. Im Außendienst liegen die Einkommen noch ein ganzes Stück darüber. Bei mehr als drei Jahren Felderfahrung - ohne Personalverantwortung - betragen die Vergütungen beträchtlich über 100 000 Mark.

Jahreseinkommen in der Sparte "ASICs" können sich insgesamt durchaus sehen lassen. Allerdings sind die Bezüge der Innendienstler gegenüber 1988 gesunken, während die Außendienstmitarbeiter gehaltlich zugelegt haben. Zudem scheint Erfahrung von den Unternehmen verstärkt mit barer Münze belohnt zu werden. Die Newcomer bei den Design-Ingenieuren steigen im Bereich Logic- und Gate-Arrays, Standard-Cells sowie Full-Customs-ICs (ASICs) mit Bezügen zwischen 58 000 und 65 000 Mark niedriger als im vergangenen Jahr ein. Dafür kassieren sie jedoch nach vierjähriger Erfahrung mehr, nämlich zwischen 90 000 und 110 000 Mark.

Ihre Vorgesetzten mit mehrjähriger Inendiensterfahrung sowie Personalver-antwortung für über sechs Mitarbeiter erhalten zwischen 128 000 und 141000 Mark. Im Außendienst beginnt der Verdienst des Field-Application-Ingenieurs bei 88 000 Mark, der Vertriebsingenieur hat nach etwa drei Jahren Erfahrung bis 128 000 Mark auf dem Konto und der Gesamtverkaufsleiter mit Verantwortung für mehrere Mitarbeiter kann bis 200 000 Mark einstreichen.