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13.10.2006

Gehälter: Spezialisten legen deutlich zu

Spitzenverdiener der IT-Branche bleiben die Berater, allen voran diejenigen mit SAP-Know-how. Am unteren Ende der Gehaltsskala befinden sich die Mitarbeiter im Anwender-Support.
Nicht jeder Absolvent kann mit dem gleichen Einstiegsgehalt rechnen.
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Je größer das Unternehmen desto höher das Gehalt.
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Softwareentwickler profitieren von der Größe ihrer Arbeitgeber.
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Zum ersten Mal dabei - Mitarbeiter mit einem Bachelor-Abschluss.
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Von CW-Redakteur hans Königes

Die vollständigen Ergebnisse

Die Vergütungsstudie "Führungskräfte und Spezialisten in IT-Funktionen 2006/2007" beinhaltet auf rund 530 Seiten detaillierte Informationen zur Höhe und Struktur der Vergütung von acht Führungsfunktionen und 16 Fach- und Spezialistenfunktionen. Dargestellt wird die Vergütung nach Funktion, Firmengröße, Personalverantwortung sowie Komplexitäts- beziehungsweise Schwierigkeitsgrad. Die Studie richtet sich an Geschäftsführer, Personalleiter und Personalverantwortliche aus allen Branchen. Die Studie kann zum Preis von 500 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) telefonisch unter 040/41 34 54 30, per E-Mail: bestellung@personalmarkt.de oder online unter www.personalmarkt.de bestellt werden. Teilnehmende Firmen zahlen 150 Euro.

Detaillierte Auswertungen

Für die Studie wurden in der Zeit vom 1. August 2005 bis zum 31. Juli 2006 17855 Datensätze erhoben. Die Daten teilen sich auf in 2155 Meldungen zu Führungspositionen (mit disziplinarischer Personalverantwortung) und 15700 Meldungen zu Fach- und Spezialistenpositionen (mit und ohne fachliche Führungsverantwortung). Aufgrund dieser großen Datenbasis konnten für jede Funktion Ergebnisse in Abhängigkeit von der Personalverantwortung, der Firmengröße und des Schwierigkeitsgrades ermittelt werden. Die Schwierigkeitsgrade entsprechen dabei den häufig verwendeten Bezeichnungen "Junior", "Professional" oder "Senior".

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www.computerwoche.de/go

576945: Gehälter im Mittelstand;

573209: Vergütung von IT-Managern;

580817: Freiberufler-Honorare

www.computerwoche.de/ job_karriere/gehaelter

Die IT-Branche hat stürmische Zeiten hinter sich. Die Gehälter entwickelten sich entsprechend heftig nach oben, mal deutlich nach unten. Das scheint sich zu ändern. Mit den steigenden Umsätzen der IT-Anbieter gehen auch die Saläre der IT-Beschäftigten nach oben. Das zeigen die Ergebnisse der großen COMPUTERWOCHE-Studie, die in diesem Jahr erstmals mit den Vergütungsberatungen Personalmarkt und Baumgartner & Partner umgesetzt wurden. Von den positiven Gehaltstrends profitieren vor allem Fach- und Führungskräfte. Berufseinsteiger müssen weiterhin mit stagnierenden Einkommen rechnen.

3,2 Prozent mehr für Profis

Die Gehälter von IT-Fachkräften sind demnach 2006 um durchschnittlich 3,2 Prozent gestiegen, die von Führungskräften um 1,1 Prozent. Tim Böger, Geschäftsführer von Personalmarkt und Projektleiter der Studie: "Der Anstieg fällt bei den Führungskräften geringer aus, weil ihre Einkommen bereits in den letzten Jahren gestiegen sind". Jetzt würden vor allem die Einkünfte von IT-Spezialisten nachziehen. Nach Jahren der Zurückhaltung, so Böger, würden die Unternehmen jetzt wieder verstärkt in ihre IT-Systeme investieren und aufgeschobene Investitionen nachholen.

Spitzenverdiener der IT-Branche sind die Berater, allen voran jene mit SAP-Know-how. Sie erreichen laut Studie durchschnittlich 60700 Euro jährlich. Einen höheren Verdienst bei den Funktionen ohne Personalverantwortung haben nur noch Projektleiter mit fachlicher Teamleitung. Ihre Gehälter liegen bei durchschnittlich 61200 Euro jährlich. Es folgen die Qualitätssicherer mit 50800 Euro und die Datenbankadministratoren mit 47500. Am unteren Ende der Gehaltsskala finden sich Web-Designer (34500 Euro), Mitarbeiter im Anwender-Support (36900 Euro), Web-Entwickler (37800 Euro) sowie System- und Netzadministratoren (knapp 40600 Euro).

Vertrieb vorne

Bei den Positionen mit disziplinarischer Personalverantwortung liegen ebenfalls die SAP-Berater vorn, gefolgt von den Funktionen IT-Gesamtleitung und Projektleitung. Ihre Gehälter liegen bei 90000 Euro jährlich (SAP-Berater mit Personalverantwortung), 87000 Euro (IT-Gesamtleitung) und 85300 Euro (IT-Projektleitung). Mehr Geld bekommen laut Studie lediglich IT-Vertriebsleiter: Sie dürfen am Ende des Jahres etwa 109900 Euro mit nach Hause nehmen. Schlusslicht in Sachen Gehalt sind leitende System- und Netzadministratoren, sie kommen auf ein jährliches Bruttogehalt in Höhe von 67300 Euro - inklusive sämtlicher variabler Anteile.

Grundsätzlich gilt: In Konzernen wird bei gleicher Qualifikation eines Mitarbeiters meist mehr gezahlt als im Mittelstand oder bei kleineren Unternehmen. Während IT-Fachfunktionen in Unternehmen mit ein bis 20 Mitarbeitern gerade mal mit knapp über 40000 Euro im Jahr vergütet werden, sind es in Unternehmen mit über 5000 Mitarbeitern über 60000 Euro jährlich. Böger: "Der Nachteil eines kleineren Unternehmens wird aber häufig ausgeglichen durch mehr Verantwortung, flachere Hierarchien und kürzere Entscheidungswege."

Für ein und denselben Beruf werden je nach Branche unterschiedliche Gehälter gezahlt. Es gibt Branchen, in denen erfahrungsgemäß niedrigere Gehälter gezahlt werden. In der Industrie dagegen wird fast immer mehr bezahlt. Die Auswertung zeigt: SAP-Berater verdienen am besten in Beratungsunternehmen, in IT-Systemhäusern und bei Softwareherstellern. Das Gehaltsniveau für SAP-Profis in Beratungsunternehmen liegt bei durchschnittlich 64000 Euro jährlich, bei Softwareherstellern sind es 62300 Euro und bei Systemhäusern durchschnittlich 58100 Euro.

Individuelle Vereinbarungen

Systemadministratoren und Softwareentwickler verdienen am meisten Geld bei Banken und Versicherungen, in der Autoindustrie sowie im Anlagen- und Maschinenbau. Böger: "Ein Automatismus nach dem Schema ,positiver Branchentrend gleich steigendes Gehalt’ lässt sich allerdings daraus immer weniger ableiten." Ob sich die eigene Vergütung gemäß dem Branchentrend verhält, liegt immer häufiger auch am Mitarbeiter selbst: Gehälter werden oft individuell verhandelt.

Nach wie vor spielt auch die Region eine Rolle für das Gehalt. So liegen die Metropolen München und Frankfurt vorn, die laut Untersuchung 17 Prozent über dem Durchschnitt bezahlen. Es folgen Düsseldorf mit 14 Prozent und Stuttgart mit 13 Prozent über dem Landesschnitt. Die Hauptstadt Berlin hat zumindest gehaltsmäßig noch nicht ganz den Anschluss geschafft, denn die Einkommen liegen acht Prozent unter dem Durchschnitt, in Dresden sind es sogar 13 Prozent.

Die Zahl der Mitarbeiter, deren Gehalt einen variablen Anteil vorweist, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Dies betrifft sowohl die Beschäftigten mit aber auch ohne Personalverantwortung. Anteil und Höhe variabler Bezüge liegen bei Funktionen mit disziplinarischer Personalverantwortung höher als bei solchen ohne Personalverantwortung.

Kein Plus für Einsteiger

Bei den Fachkräften ist der Anteil derjenigen, die einen Teil ihres Gehalts erfolgs- oder umsatzabhängig bekommen, von 24,4 Prozent (2001) auf über 37 Prozent (2006) gestiegen. Die prozentuale Höhe der variablen Vergütung ist dagegen weniger stark gestiegen und liegt aktuell bei 10,6 Prozent. Bei den Führungskräften macht der variable Anteil an der Vergütung deutlich mehr aus: 57 Prozent aller Manager in der IT-Wirtschaft erhalten variable Bezüge. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 waren es 44 Prozent. Der prozentuale Anteil fällt ebenfalls höher aus als bei Fachkräften: Er liegt aktuell bei 17,5 Prozent. Chefs in der IT-Wirtschaft erhalten dennoch weniger variable Gehaltsbestandteile als solche in anderen Branchen. Böger: "Es ist zu erwarten, dass der Anteil der variablen Vergütung am Gesamtgehalt, wie in anderen Branchen auch, auf über 20 Prozent steigt."

Von den insgesamt positiven Entwicklungen der Saläre können Berufseinsteiger nicht profitieren. Ein Periodenvergleich zeigt, dass die Einstiegsgehälter sogar leicht rückläufig sind. Die höchsten werden in der IT-Beratung, Analyse und Konzeption gezahlt. Hochschulabsolventen steigen in diesem Bereich mit rund 44300 Euro jährlich ein. Zum Vergleich: Die Anfangsgehälter von Softwareentwicklern liegen bei knapp 39000 Euro, die von System- und Netzadministratoren bei 37700 Euro. Ob Beratung, Entwicklung oder Administration: Ein abgeschlossenes Hochschulstudium ist mittlerweile Voraussetzung für den Einstieg in die IT-Wirtschaft - wenn auch nicht unbedingt ein fachbezogenes. Über 65 Prozent der Mitarbeiter in der IT, so ein weiteres Ergebnis der Studie, können ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorweisen. Interessant ist dabei, dass die Naturwissenschaftler am besten abschneiden und durchschnittlich 56 900 im Jahr nach Hause tragen dürfen. Es folgen die Betriebswirte (56700) und die Ingenieure (55900), die auch schon in den letzten Jahren besser da standen als die Informatiker, die sich mit rund 54700 zufrieden geben müssen. Gleich rund 10000 Euro weniger im Jahr verdienen die Geistes- und Sozialwissenschaftler, die 44513 Euro erhalten.

Auch der Abschluss hat Auswirkungen auf die Höhe des Einkommens. So führen die Doktoren die Gehaltstabelle mit 58900 Euro an, gefolgt von den Experten mit einem Master-Titel mit 58000 Euro. Ganz knapp dahinter liegen die Mitarbeiter mit einem Diplomabschluss (57500 Euro). Absolventen von Fachhochschulen bekommen 53900 Euro im Jahr. Erfreulich ist, dass auch Absolventen eines Bachelor-Studienganges an der Studie mitgemacht haben. Damit lassen sich erste Orientierungswerte für diesen neuen Absolvententypus nennen, der 52200 Euro im Jahr verdient.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass ein höherer Bildungsabschluss in der Regel auch ein höheres Einkommen garantiert. Böger weist auf einen zusätzlichen Aspekt hin: Um mit der Schnelllebigkeit des Geschäftes mithalten zu können, müssten Computerexperten zum einen hoch spezialisiert, gleichzeitig aber auch sehr flexibel sein.