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16.01.2004 - 

ERP-Hersteller setzt lediglich bekannte Produktstrategie um

Geheimprojekt der SAP ist gar keins

16.01.2004
MÜNCHEN (CW) - Presseberichten zufolge arbeitet SAP im Stillen emsig an einer Runderneuerung seiner Kernprodukte. Es handelt sich dabei jedoch nicht um ein neues Geheimprojekt, sondern um die Realisierung der Mitte vergangenen Jahres vorgestellten Strategie "Enterprise Services Architecture".

In einem Artikel der "Financial Times Deutschland" ist die Rede von einem Geheimprojekt namens "Vienna", mit dem 700 Softwarespezialisten unter der Leitung des Vorstandsmitglieds Peter Zencke eine modulare Architektur der SAP-Produkte entwickeln. Ähnlich wie bei der Fahrzeugherstellung in der Automobilindustrie, die aus Komponenten ein Produkt zusammensetzt, sollen künftig Softwarelösungen aus Modulen entstehen. Damit verfolge SAP das Ziel, funktionale Redundanzen in seinen Produkten zu beseitigen, die laufenden Kosten für Kunden zu reduzieren und nicht zuletzt die Entwicklung neuer Lösungen zu beschleunigen. Genau dies gelang auch den Vorbildern aus der Fahrzeugindustrie.

Entgegen den Berichten betreibt die SAP kein geheimes Projekt. So reagierten Analysten und der Hersteller selbst sehr überrascht auf die prominent ins Blatt gehievte Vienna-Story. Der Grund: Bereits im Sommer 2003 hatte SAP mit der Vorstellung der "Enterprise Services Architecture" (ESA) offiziell die längst überfällige Modularisierung seiner Software angekündigt. Besagtes Vienna-Projekt ist lediglich ein Teil dieses langfristig angelegten Vorhabens und somit kein Richtungswechsel. Diese Einschätzung teilt auch Rüdiger Spies, Vice President Enterprise Application bei der Meta Group in Ismaning bei München.

Betriebskosten senken

ESA hat zum Ziel, die SAP-Anwendungen mit klar definierten Web-Services-Schnittstellen auszustatten, damit einzelne Module leichter und kostengünstiger untereinander beziehungsweise mit Fremdprodukten verbunden werden können. Dabei bedient sich der Konzern der Infrastrukturplattform "Netweaver", die zeitgleich mit ESA präsentiert wurde. Auch das Ausmerzen von Redundanzen in den Funktionsbausteinen stand schon im Sommer 2003 auf der Agenda. Über die Jahre hatten unterschiedliche Entwicklerteams teilweise das Rad neu erfunden, was die Lösungen unnötig komplex werden ließ. Künftig soll beispielsweise eine generische Engine zur Preisfindung in verschiedenen SAP-Programmen zur Anwendung kommen und auf diese Weise mehrere parallel entwickelte Pricing-Systeme mit sehr ähnlichem Funktionsumfang ablösen. SAP hofft, dass die so entschlackten Produkte sich leichter warten, erweitern sowie kostengünstiger aktualisieren lassen. Kunden fordern dies vom Konzern ein, geben sie doch heute einen Großteil ihrer IT-Budgets für Betrieb, Wartung und Migration von SAP-Software aus.

Für die Umsetzung des Mammutprojekts ESA ist maßgeblich Peter Zencke verantwortlich. Er leitet seit der von Vorstandschef Henning Kagermann im Juli vergangenen Jahres vollzogenen Umstrukturierung der Entwicklung die Organisationseinheit "Application Platform & Architecture". Darüber hinaus soll diese Gruppe wiederverwendbare Geschäftsprozesse entwerfen und so den drei ebenfalls neu gegründeten, auf Branchen orientierten Business Solution Groups zuarbeiten. Unklar ist noch, wie die SAP ihre Kunden, die möglichst größtenteils Client-Server-Software nutzen, behutsam an das ESA-Konzept heranzuführen gedenkt. (fn)