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Geht es ohne Fremd-Software?

21.01.1977

90 Prozent der Anwender von Universalrechnern haben zur Zeit Pläne, weitere betriebliche Aufgaben per EDV zu lösen. Bei einer durchschnittlichen Programmier-Kapazität von acht Anwendungsprogrammierern ist allerdings damit zu rechnen, daß über vier Jahre vergehen, bevor die derzeit geplanten Projekte fertig sind, zumal 50 Prozent der Programmierer mit Wartung ausgelastet ist. Dabei belügen sich die Anwender selber: Der beabsichtigte Realisierungszeitraum für diese neuen Projekte beträgt durchschnittlich nur zwei Jahre. Doppelt soviel Zeit wird vergehen.

Diese und weitere interessante Zahlen lieferte die Studie -Stand und Entwicklung des Einsatzes von mehrfach verwendbarer Anwendungssoftware in der gewerblichen Wirtschaft", die im Auftrag des BMFT das Dortmunder Software-Haus mbp und die Münchner Marktforschungsfirma Infratest im letzten Jahr erstellten. Dafür wurden knapp 1000 persönliche Interviews mit EDV-Leitern oder Programmierungsleitern durchgeführt - eine recht große Stichprobe.

Alles bleibt beim alten

Also wären die Anwender auf den Einsatz von Fremdsoftware angewiesen, wenn sie ihre Planungen einhalten wollen oder den Fachabteilungen Versprechungen machen, neue Projekte in kürzerer Zeit als vier Jahren zum Laufen zu bringen. Indes, mit Standard-Paketen machten die rund 250 Software-Häuser, Unternehmensberatungen und Hersteller-Firmen, die mehrfach verwendbare Anwendungs-Software anbieten, 1975 nur einen Umsatz von etwa 150 Millionen Mark. Das ist weniger als halb soviel wie sie mit der individuellen Erstellung von Anwendungssoftware umsetzen und ist ein minimaler Bruchteil der Gesamtkosten in der Wirtschaft, die die Anwender selbst für Im-Hause-Entwicklungen von Anwendungs-Systemen ausgeben. Zwar wird sich das Marktvolumen - so schätzen Experten - bis 1980 auf 250 bis 300 Millionen Mark verdoppeln, was sich bombastisch anhört, aber - bezogen auf die Gesamtausgaben der Wirtschaft in Höhe von vielen Milliarden - eher wenig ist. Aber auch 1980 - so der Mittelwert aus knapp 1000 Angaben von Leitern von EDV-Abteilungen und Programmierabteilungen - wird noch 74 Prozent Anwendungs-Software eigenprogrammiert werden. Auf Standard-Software von Hardware-Herstellern werden 14 Prozent entfallen, 4 Prozent auf Pakete von Software-Häusern. Der Rest: Standard-Software. von Verbänden (1 Prozent), dann individuell erstellte Software von Hardware-Herstellern (3 Prozent), von Softwarehäusern (2 Prozent), von Verbänden (1 Prozent) und ganze 2 Prozent Übernahme von anderen Anwendern.

Fragen für die Anwender

Natürlich gibt es viele Erklärungen für die viel zitierte gesamtwirtschaftliche "Milliarden-Verschwendung " auf der Software-Seite.

Die lange Liste braucht hier gar nicht aufgeführt zu werden. Wenn sich aber an dieser Situation vielleicht doch mal etwas ändern soll, dann müssen alle Beteiligten prüfen, was sie dazu beitragen können. Für die Anwender stellen sich unter anderem dabei folgende Fragen: Weiß man eigentlich jeweils, was die Eigenprogrammierung kostet, um vergleichen zu können? Ist man bereit, auf ein Anwachsen der Abteilungen durch eigene Leute zu verzichten? Kann auf gewisse betriebsspezifische Eigenarten auch mal verzichtet werden? Sollte man nicht endlich mal gewisse schlechte Erfahrungen der Vergangenheit vergessen und die Bereitschaff haben, Seriosität von Unternehmen und Qualität von Produkten erneut zu prüfen? Ist eigentlich das Know-how vorhanden und auch die Zuständigkeit geregelt, damit systematisch der Software-Markt dahingehend überprüft werden kann, ob es nicht doch bessere -Alternativen gibt?

_AU: