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11.09.1987 - 

Hackerbande verkaufte Ferngespräche für 150 Dollar Monatspauschale:

Geknackte Codes kosten Carrier 20 Millionen

KANSAS ClTY (CWN) - Die US Sprint Communications Co., ein Anbieter von Long-distance-Verbindungen in den USA, ist das Opfer von Computergangstern geworden. Die Bande hatte mit Rechnerhilfe eine Reihe von Zugangscodes geknackt und dann Gewerbetreibenden eine "unbegrenzte Zahl von Ferngesprächen" für 150 Dollar Monatspauschale angeboten.

In drei amerikanischen Bundesstaaten wurden Ende August Strafverfahren nach Bundesrecht eingeleitet; außer der Bestrafung der kooperierenden Täter geht es der geschädigten Telecom-Gesellschaft US Sprint auch um Schadenersatz. "Mindestens 20 Millionen Dollar", so meint das Unternehmen nachweisen zu können, betrage der Schaden, den dieser Ring durch die schwarz vermittelten Verbindungen angerichtet habe.

In einer ganzen Serie von Razzien in den Staaten Kansas, Kalifornien, Texas und Washington hatten Agenten des U.S. Secret Service und Privatdetektive Hunderte von widerrechtlich erworbenen Zugangscodes zum US-Sprint-Netz sichergestellt. Die Geschäftsleute, die mit dieser Hacker-Beute erwischt worden waren, brachten die Fahnder auf die Spur von drei Amerikanern und einem Mann, der den deutschen Namen Karlheinz Müller trägt. Die Mitglieder dieser Viererbande, die nach Ansicht der Kläger mit Hilfe von Computern eine Vielzahl von Codes generiert und ausprobiert und damit die Zugangskennungen etlicher US-Sprint-Kunden herausgefiltert hatte, stehen jetzt unter Anklage.

"Man muß ganz schön viel Phantasie aufbringen, um den "Kunden" abzunehmen, sie wären sich der Unrechtmäßigkeit dieser Geschäfte nicht bewußt gewesen", ereifert sich US-Sprint-Sprecher Michael Furtney. "Die haben nämlich das Geld mit neutralen Postanweisungen an ein Schließfach im Postamt Nirgendwo-Mitte geschickt."

Solche Übeltäter aus der Prärie sind kein peripheres Problem für die großen amerikanischen Netz-Carrier. Allein im ersten Quartal entgingen der US Sprint durch den Mißbrauch von Codes 19 Millionen Dollar. Das Telecom-Unternehmen hat jetzt eine großangelegte Offensive eingeleitet, um der Netzpiraten habhaft zu werden und sich - wenn möglich - an ihnen schadlos zu halten. So überwachen inzwischen die US-Sprint-Computer die monatlichen Abrechnungen der Kunden und werfen alle diejenigen Belege aus, die signifikante Schwankungen in der Zahl der Gebühreneinheiten aufweisen. Vielen Mißbrauchsfällen komme man so auf die Spur.

"Die Tat nachzuweisen, ist meist noch das geringste Problem", meint Furtney. "Aber oft stellt sich die Frage: Haben die Betrüger überhaupt das Geld, um den Schaden wiedergutzumachen?" Die meisten hätten bisher allerdings noch gezahlt, um nicht ins Gefängnis gehen zu müssen, berichtet der US-Sprint-Sprecher, nicht ohne an die Solidarität der Gesellschaft zu appellieren: "Die Leute müssen kapieren, daß das kein Kavaliersdelikt ist. Für den Schaden aufkommen müssen nämlich alle Telefonkunden im Land."