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03.07.1981 - 

Diplom-Kaufmann Ing. Horst Schwencke, Unternehmensberater und Mitarbeiter der Trebag, Treuhand und Beratung AG, München.

"GEMEINE KOSTEN" - wertanalytisch betrachtet

Folge 1

Der "Parkinson-Effekt" hat nichts von seiner Wirksamkeit verloren. Dieses Syndrom zeigt sich vornehmlich in allen Gemeinkostenbereichen außerhalb der unmittelbaren Produktion also den internen Verwaltungs-, Stabs-, Assistenz-, Dienstleistungs-, Steuerungs-, Planungs- oder Kontrollfunktionen. Im Jahre 1980 waren in der Bundesrepublik 58 Prozent aller Erwerbstätigen im Bereich "Dienstleistung, Planung, und Verwaltung" tätig. Über einen Zeitraum von 20 Jahren war die Kostenaufblähung hier im Durchschnitt um das Sechsfache hoher als in der Produktion. Ständig wurden neue Funktionen erfunden, die den produktiven Hauptaufgaben des Unternehmens oder einer Behörde "dienen" sollten.

Als Ursache für das unkontrollierte Wachstum im Gemeinkostenbereich können die folgende externen Faktoren angeführt werden:

- Die zunehmende Technisierung der Produktion erfordert eine vermehrte Vorbereitung im Büro;

- die Wissensexplosion in den meisten Bereichen liefert eine Informationsflut, die kaum zu bewältigen ist;

- der verschärfte Wettbewerb erfordert einen erhöhten qualitativen und quantitativen Akquisitions-Aufwand;

- die ständige Ausdehnung der Markte in immer mehr Länder mit unterschiedlichen Sprachen und behördlichen Vorschriften verursacht zusätzlichen Verwaltungsaufwand;

- die vermehrte Tendenz, Zusatzleistungen in Form von individuellen Problemlösungen zu erbringen.

Auf die hierdurch ständig wachsenden Organisationen mit einem erhöhten Koordinationsaufwand wirken darüber hinaus interne Faktoren, was zu einer weiteren Aufblähung des Gemeinkostenbereiches führt. Diese internen Faktoren liegen individuell im Einflußbereich jeder einzelnen Unternehmung:

- unnötige Aufgaben und Tätigkeiten durch Mißverständnisse oder historisch gewachsen;

- mangelhafte Kompetenzregelung und fehlende Eindeutigkeit;

- unzweckmäßige Arbeitsmethodik und ungeeignete Sachmittel;

- undurchsichtige Zusammenhänge im Gemeinkostenbereich;

- Unachtsamkeit hinsichtlich der Kosten als Folge eines fehlenden Kostenbewußtseins des Kostenverursachers;

- übertriebenes Sicherheitsbedürfnis der Entscheidungsträger und perfektionierte Übererfüllung von Funktionen, die einen vermehrten Aufwand für die Entscheidungen und deren Aufbereitung zur Folge haben;

- Eigendynamik des Büros, die sich selbst Arbeit verschafft und so die Tendenz hat, selbständig zu wachsen.

Die Nutznießer dieser unkontrollierten Entwicklung haben seit Jeher die Behauptung verbreitet, daß Kosten-/Nutzen-Analyse auf dem Gebiet der Gemeinkosten ein Ding der Unmöglichkeit sei.

Wird fortgesetzt