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19.03.1993 - 

Industrie arbeitet an neuen Flachbildschirmen

Gemeinsam entwickeln japanische DV-Firmen grossformatige LCDs

Im Auftrag der US-Regierung fand die Gesellschaft Japan Technology Evaluation Center heraus, dass diese Firmen in den zurueckliegenden drei Jahren allein zwei Milliarden Dollar in LCD- Produktionsstaetten investiert haben. 1993 soll diese Summe noch einmal um mindestens 50 Prozent steigen, weil die Unternehmen weitere Fabriken errichten wollen. Die Zukunft soll dem Kunden Fernsehbildschirme bringen, die eine Bildschirmdiagonale von 40 bis 60 Zoll (100 bis 150 Zentimeter) haben.

Canon liegt im Wettbewerb vorne. Die Firma hat Anfang dieses Jahres in Japan einen 15 Zoll grossen Schwarzweiss-Bildschirm vorgestellt, der ferromagnetische Fluessigkristalle enthaelt. Die Canon-Strategen halten diese Technik auch fuer grosse Farbbildschirme fuer besonders geeignet, wenn es gilt, eine hohe Aufloesung und Bildqualitaet zu niedrigen Kosten herzustellen. Der jetzt vorgestellte Monitor hat eine Aufloesung von 1280 x 1024 Bildpunkte und wird gerade fuer Tests verschickt.

Fujitsu hat als erstes Unternehmen einen farbigen Plasmabildschirm entwickelt. Die Monochrom-Bildschirme mit dieser Technik leuchten roetlich und stehen in dem Ruf, minderwertige Bilder bei hohem Energieverbrauch zu liefern. Fujitsu will diese Schwierigkeiten ueberwunden haben und liefert zur Zeit Testexemplare eines 21-Zoll-Bildschirms aus. Dieses Modell hat eine Aufloesung von 640 x 480 Punkte und soll die Brillanz eines Monitors mit Kathodenstrahlroehre haben.

Produktionskapazitaet wird hochgefahren

Laut Fujitsu betraegt der Blickwinkel stolze 140 Grad - selbst wenn der Benutzer seitlich vom Bildschirm stuende, koennte er das Bild erkennen. Fuer das hochaufloesende Fernsehen arbeitet Fujitsu zusammen mit der japanischen Fernsehgesellschaft Japan Broadcasting Corp. (NHK) an Bildschirmen mit einer Groesse zwischen 40 und 50 Zoll. Auf einer TV-Messe in Japan konnten die Partner 1992 bereits ein Geraet mit einem 40-Zoll-Bildschirm vorstellen.

Im Gegenzug konzentriert sich Hitachi staerker auf die Weiterentwicklung der konventionellen LC-Anzeigen mit Duennschichttransistoren (Thin-film-transistor, TFT). Noch in diesem Monat startet das Unternehmen mit der Serienproduktion einer Farbversion im 9,4-Zoll-Format, das allmaehlich Standard wird. Im Vergleich zur Konkurrenz soll sich der LC-Monitor durch einen niedrigen Energieverbrauch auszeichnen. Ausserdem reklamiert Hitachi fuer sich, das duennste und leichteste Geraet in dieser Kategorie zu fertigen.

Auch fuer NEC gehoert der TFT-Technik die Zukunft. Die Forscher bezweifeln aber, dass sie mit dieser Technik Monitore mit einer Bildschirmdiagonale ueber 20 Zoll herstellen koennen. Unterhalb dieser Grenze will man aber mit TFT-LCDs die Bildqualitaeten erreichen, die mit einer Kathodenstrahlroehre moeglich sind. Konsequent baut NEC die Fertigungskapazitaeten weiter aus. Bis 1994 will man 70 000 Farbmonitore im 9,4-Zoll-Format pro Monat produzieren koennen, zur Zeit liegt die Kapazitaet von NEC bei 20 000 Stueck pro Monat. Durch die Massenproduktion sollen auch die Preise fallen, behaupten die NEC-Techniker. 1995 werde ein 9,4 Zoll grosser TFT-Farbbildschirm nur noch 400 Dollar kosten, ein Viertel des heutigen Preises.

Als dritter im Bunde der TFT-LCD-Anbieter setzt Sharp seinen Schwerpunkt bei groesseren Monitorformaten. Im Dezember vergangenen Jahres verschickte das Unternehmen erste Exemplare eines 17-Zoll- Farbbildschirms mit einer Aufloesung 1280 x 1024 Bildpunkte und eines 10,4-Zoll-Farbmonitors mit einer Aufloesung von 1024 x 768 Bildpunkte.

Sharp wendet sich mit dem kleineren Modell an Laptop-Besitzer, die mit dem VGA-Bildschirmen nicht zufrieden sind. Die groessere Version hingegen ist fuer "transportable" Workstations gedacht.

Fuer Workstations bietet auch Matsushita Monitore an - allerdings keine LC-Anzeigen, sondern extrem flache Kathodenstrahl- Bildschirme.

Matsushita setzt auf flache Kathodenstrahl-Monitore

Die Bildqualitaet bleibt dieselbe, verspricht Matsushita, auch wenn die Monitore flacher werden. Vor allem aber liessen sich die Modelle mit herkoemmlicher Technik fertigen, der Preis liege also wesentlich niedriger als bei

den LCD-Neuentwicklungen. Die ersten Modelle sollen in der Diagonale 14 oder 15 Zoll gross sein, doch erwarten Beobachter noch keine wesentlichen Verbesserungen, was Gewicht und Tiefe der Bildschirme betrifft. Erst neue Glasmischungen und eine verbesserte Fertigung koennten hier den Durchbruch bringen.

Ueber allen Neuerungen sollte man allerdings nicht aus den Augen verlieren, dass auch die koreanische Industrie sich anschickt, mit Hilfe amerikanischer Fertigungstechnik Aktiv-Matrix-LCDs herzustellen. Die US-Firmen liefern vor allem das Know-how fuer fehlerfreie Lithographie-Entwicklung und grossflaechige Beschichtungen. Dieses Wissen und ihre Energie koennte Koreas Unternehmer befaehigen, einen aehnlichen Erfolg zu landen wie bei der Produktion von DRAM-Speicher-Chips, wo sie weltweit den groessten Marktanteil erobert haben. Anders als bei den Speicherbausteinen fuerchten allerdings viele Analysten ein Monopol bei der LCD-Herstellung, weil die Bildschirme schon bald wesentlich mehr Bauteile enthalten koennten (Logikschaltkreise) und zum wertvollsten Bestandteil eines Computers wuerden. Ein Monopolist koennte also mit dem Preis fuer ein "intelligentes" LCD auch den Preis eines Computer festlegen - weder Kaeufer noch Hersteller koennten sich daran erfreuen. Zudem gibt es Querverbindungen zwischen Japan und Korea: Toshiba vergab an den Koreaner Orion Electric eine LCD-Technologie-Lizenz.