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15.10.1993

Gemeinsame Betreibergesellschaft mit Preussag und IBM geplant Mit Outsourcing nimmt Conti DV-Sanierung vor CW-Bericht, Christoph Witte

HANNOVER - Gemeinsam mit der IBM Systeme und Netze GmbH planen die Continental AG und die Preussag-Tochter Gesis eines der bis jetzt groess- ten Outsourcing-Projekte in Deutschland. Die drei Unternehmen wollen eine Betreibergesellschaft gruenden, die ihre RZ- und Netzwerkaktivitaeten uebernehmen soll. Ausserdem hat Conti im Rahmen seiner umfassenden DV-Reorganisation ein weiteres Auslagerungsziel mit EDS als Partner anvisiert.Wird das noch als geheime Kommandosache eingestufte Vorhaben verwirklicht, entsteht durch die Zusammenlegung der heute vorhandenen Kapazitaeten der IBM-Mainframes an den Standorten Hannover und Salzgitter ein RZ-Verbund mit einer Leistung von ueber 350 MIPS. Ein Motiv fuer das Vorhaben liegt sicher in dem dringenden Wunsch der bisherigen Betreiber Preussag und Conti, die Kosten zu senken und die Effizienz ihrer DV-Organisationen zu steigern. Allerdings wollen die kuenftigen Partner ihre Leistungen nicht nur den eigenen Konzernunternehmen anbieten; IT-Dienstleistungen sollen auch Dritten offeriert werden. Unternehmensnahen Quellen zufolge wird die IBM Deutschland Systeme und Netze an der noch namenlosen Betreibergesellschaft einen Anteil von 51 Prozent halten. Conti und Gesis bekommen jeweils 24,5 Prozent. Der Reifenhersteller, so ein Insider, bringt mehrere IBM-Mainframes und rund 70 Mitarbeiter aus der DV-Zentrale in Hannover ein. Im Gegenzug ueberantwortet die Gesis GmbH das von ihr fuer die Preussag AG betriebene Rechenzentrum in Salzgitter der neuen Gesellschaft. Was die IBM-Tochter in den gemeinsamen Topf werfen wird - Geld oder Sachwerte -, ist wie vieles andere noch nicht endgueltig geklaert. Die Beteiligten verhandeln noch. Bisher ist lediglich eine Absichtserklaerung unterzeichnet. Bis zum Jahresende wollen sich die Manager noch Zeit lassen, die Details des Vorhabens auszuhandeln. Wohl deswegen geben sie sich sehr zugeknoepft. Keiner der Projektverantwortlichen wollte sich ueber die Inhalte des Vorhabens aeussern.In das Konzept sollen, so eine offizielle Mitteilung der Continental, auch die europaeischen Standorte des Kautschuk-Verarbeiters in Oesterreich, Grossbritannien, Frankreich und Belgien eingebunden werden. CW-Informationen zufolge ist geplant, die dortigen DV-Aktivitaeten inklusive der Mitarbeiter an oertliche IBM-Gesellschaften zu uebergeben. Bei Projektende sollen jedoch alle europaeischen Conti-Standorte via Leitung von Hannover und Salzgitter aus mit DV-Dienstleistungen versorgt werden. Der Aufbau dezentraler IT-Strukturen vor Ort ist dem Vernehmen nach nicht geplant. EDS soll konzernweites CAD-System aufbauen Fuer die Continental, mit einem Umsatz von 9,7 Milliarden Mark und weltweit ueber 40 000 Mitarbeitern der viertgroesste Reifenhersteller der Welt, ist die IT-Reorganisation mit dem Out- sourcing ihrer Mainframes nicht abgeschlossen. Offenbar denken die Conti-Manager auch darueber nach, die Fertigungsrechner in den verschiedenen europaeischen Werken einem externen Dienstleister zu ueberantworten. Allerdings sei, so ein Insider, noch nicht entschieden, ob dieses Projekt ueberhaupt angegangen werde, geschweige denn geklaert, welcher Outsourcing-Anbieter die zu Clustern zusammengefassten VAX-Rechner von DEC betreiben soll. Fest steht hingegen, dass die EDS GmbH, Ruesselsheim, fuer die Niedersachsen den Aufbau und Betrieb eines konzernweit einheitlichen CAD/CAM-Systems auf Client-Server-Basis uebernimmt. Ein entsprechender Fuenfjahresvertrag wurde bereits unterzeichnet. Vorgesehen ist demnach die Migration der CAD-Daten und Programme auf das unter Unix laufende CAD/CAM-Paket Unigraphics, das die EDS selbst vertreibt. Die bis dato in diesem Bereich eingesetzen SNI-Rechner unter BS2000 sollen durch ueber 100 auf die Niederlassungen verteilten Unix-Workstations ersetzt werden. Neben den Standorten in Hannover, Aachen und Korbach sind Conti-Niederlassungen in Oestereich, Grossbritannien, Belgien, Frankreich und den USA betroffen.