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23.09.1994

Gemeinsame Outsourcing-Tochter startet Anfang 1995 EDS-Service soll DV der Lufthansa flottmachen

FRANKFURT/M. (hv) - Anfang naechsten Jahres steigt die Deutsche Lufthansa AG in das DV-Dienstleistungsgeschaeft ein. Mit Unterstuetzung der General-Motors-Tochter EDS soll die Lufthansa Systems GmbH ihr Geschaeft aufnehmen. In der Gesellschaft sind saemtliche Informatikaktivitaeten des Luftfahrtunternehmens gebuendelt.

Die Restrukturierung des groessten deutschen Luftfahrtkonzerns duerfte neue Machtverhaeltnisse im deutschen Markt fuer IT-Services zur Folge haben. Die Lufthansa will ihre gigantische IT- Infrastruktur dazu nutzen, ueber die Konzerngrenzen hinaus Geschaefte zu machen. Nach dem Vorbild von Debis oder EDS, die nicht mehr nur ihre jeweiligen Stammhaeuser Daimler-Benz beziehungsweise General Motors

(Opel), sondern inzwischen auch zahlreiche externe Unternehmen zu ihren Kunden zaehlen, will auch die Fluggesellschaft Fremdkunden akquirieren.

Der Unterschied: Die Lufthansa geht diesen Weg nicht allein. Paradoxerweise sicherte sie sich die Unterstuetzung eines der groessten zukuenftigen Wettbewerber, der EDS, die zu 25 Prozent am Systemhaus beteiligt sein wird. Die General-Motors-Tochter soll ein Viertel des Stammkapitals von insgesamt 25 Millionen Mark zuschiessen. Aufgabe der Ruesselsheimer wird es sein, der Lufthansa den Markteinstieg mit Beratungsleistungen zu erleichtern. Ein Personaltransfer ist zur Zeit nicht vorgesehen.

Einen Interessenkonflikt in der engen Bindung an den kuenftigen Wettbewerber sieht Bernd Sander, Chef der Software-Entwicklung beim Lufthansa-Konzern, nicht.

"Sicher wird es Maerkte geben, in denen wir konkurrieren. Wir haben aber dort bessere Chancen, wo unser Kerngeschaeft, der Luftfahrt- und Verkehrssektor, betroffen ist."

EDS werde die Lufthansa vor allem mit Consulting-Leistungen in den Bereichen Marketing und Vertrieb unterstuetzen. Eine Aufgabenteilung im technischen Sinne, etwa die Betreuung von Rechenzentren durch die EDS oder eine grundsaetzliche Neuordnung der Datenverarbeitung, sei nicht vorgesehen.

Die einzige Person, die EDS fuer die neue Lufthansa-Gesellschaft abstellen wird, ist laut Sander ein Geschaeftsfuehrungsmitglied der Lufthansa Systems GmbH. Wer fuer diesen Job in Frage komme, sei allerdings EDS-intern noch nicht abschliessend geklaert. Sicher ist indes, dass Peter Franke, bis heute Informatikchef, die Geschaeftsfuehrung des Systemhauses uebernehmen wird. Ihren Sitz wird die neue Gesellschaft, die rund 1100 Mitarbeiter beschaeftigen soll, in der Naehe von Frankfurt haben.

Das Softwarehaus wird eingegliedert

Die Lufthansa war bereits frueher mit einem eigenen Softwarehaus im DV-Markt aktiv. Die Berliner Lufthansa Informationstechnik und Software (LIS) GmbH, noch bis vor kurzem zu 46 Prozent in Besitz des Flugunternehmens, zu 44 Prozent Eigentum des Softwarehauses PSI und zu zehn Prozent in privaten Haenden, gehoert inzwischen ganz zum Lufthansa-Konzern. Sie wird als 100prozentige Tochter in das Systemhaus integriert. Die Kunden sollen kuenftig von der Lufthansa System GmbH betreut werden.