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20.11.1992 - 

Kooperation von Digital, Silicon Graphics und Sunsoft

Gemeinsamer Message-Standard ermöglicht ein verteiltes CASE

MÜNCHEN (gfh) - Derzeit arbeiten fast alle DV-Hersteller fieberhaft an Systemen, die es ermöglichen, Anwendungen für heterogene Umgebungen zu schreiben. Nun versuchen DEC, Silicon Graphics und Sunsoft mit Hilfe des "CASE Interoperability Message Sets" ein sich abzeichnendes CASE-Monopol von HP und dessen "Softbench"-Produkt zu verhindern.

Die Message Sets bezeichnen einen standardisierten Satz von Befehlen, die von verschiedenen, auf heterogenen Plattformen laufenden Entwicklungswerkzeugen verstanden werden sollen. Stand der Technik ist bislang, daß zwar auf der Basis der Common Object Request Broker Architecture (Corba) Nachrichten in heterogenen Umgebungen ausgetauscht werden können. Das bedeutet jedoch nicht, daß die einzelnen Tools mit diesen Nachrichten etwas anfangen können. Die Message Sets sollen nun ein Entwicklungssystem in die Lage versetzen, beispielsweise Debugging-Aktionen auf einem entfernt installierten Tool in Gang zu setzen.

Peter Hubele, Marketing-Leiter CASE bei Digital Deutschland, bezeichnet die gemeinsame Initiative mit Sunsoft und Silicon Graphics als eine Reaktion auf den Versuch von Hewlett-Packard, einen eigenen Standard auf der Basis der hauseigenen CASE-Plattform Softbench

durchzusetzen. Dabei erhält der Workstation-Spezialist Unterstützung von der IBM, die das Produkt ebenso wie zum Beispiel Sun Microsystems erworben hat. Wie die Gruppe um DEC haben laut Hubele auch IBM und HP ihr Messaging-Verfahren beim Normengremium ANSI als Vorschlag eingereicht.

"Wir sind der Meinung, daß ein Standard nicht an einem Produkt festgemacht werden sollte, das zudem lizenzpflichtig ist", greift Hubele die Standardisierungsbemühungen der Konkurrenten an. Im Gegensatz zu dem HP-Produkt seien die mit Silicon Graphics und Sunsoft entwickelten Richtlinien für die Kommunikation von CASE-Tools über heterogene Systeme hinweg für jedermann frei zugänglich.

Beiden Vorschlägen ist gemein, daß sie die Messaging-Techniken der Object Management Group (OMG) benutzen, wie sie in der Corba beschrieben wurden. An deren Entwicklung waren alle oben genannten Unternehmen beteiligt.

Im Gegensatz zu Hubele sieht Ed Cuoco, Manager Strategic Alliances for Cohesion bei der DEC Corp., eher die Gemeinsamkeiten mit der Konkurrenz: "Wir stecken hier einen Bereich ab, in dem wir mit allen Mitbewerbern kooperieren können."