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31.03.2005

Gemischte Resonanz auf Xeon-MP-Chips

Die neuen Xeon-MP-Prozessoren dienen Hewlett-Packard nur als Lückenbüßer für Dual-Core-Chips.

Für Server mit vier und mehr CPUs hat Intel jetzt in San Francisco mit "Potomac" und "Cranford" zwei neue "Xeon-MP"-Serien vorgestellt, die 32- und 64-Bit-Unterstützung bieten. Außerdem wurde der "E8500"-Chipsatz angekündigt, der laut Hersteller für die zukünftigen Server-Prozessoren mit zwei Rechenkernen vorbereitet ist, die Intel Anfang 2006 auf den Markt bringen will.

Die Cranford-Prozessoren, von Intel als "Value-Line" angepriesen, sind mit Taktraten von 3,16 und 3,66 Gigahertz und einem L2-Cache von 1 MB zu haben. Sie dürften in kostengünstigen Vier-Wege-Maschinen zum Einsatz kommen, denn der Preis für die Chips beträgt - bei Abnahme von 1000 Stück - nur 722 Dollar für die mit 3,16 Gigahertz getaktete CPU beziehungsweise 963 Dollar für das schnellere Modell.

8 MB Cache-Speicher

Die Potomac-Prozessoren werden in dreierlei Versionen angeboten: eine Variante mit 2,83 Gigahertz und einem Level-3-Cache mit 4 MB, ein Modell mit 3 Gigahertz und 8 MB L3-Cache sowie der Topprozessor mit einer Taktrate von 3,33 Gigahertz und ebenfalls einem L3-Cache mit 8 MB. Die Preise bewegen sich zwischen 1177 und 3692 Dollar.

Das E8500-Chipset (Codename "Twin Castle") verfügt über einen dualen Front-Side-Bus und kann damit in Zukunft zwei Prozessorkerne mit Daten versorgen. Zusätzlich wurde die Taktfrequenz von 400 auf 667 Megahertz angehoben, die Unterstützung für DDR-2-Speicherchips und den PCI-Express-Bus eingebaut. Der Chipsatz ist für 255 Dollar zu haben.

Laut Patrick Gelsinger, Intels Senior Vice-President und Chef der Digital Enterprise Group, bewegt sich der Leistungsgewinn der neuen Xeon-Prozessoren im Vergleich zu den Vorgängern zwischen 21 und 70 Prozent. Richtig ausspielen können die 64-Bit-Chips ihre Power allerdings nur, wenn die Software passt: Derzeit liefert nur Linux die volle 64-Bit-Unterstützung. Allerdings hat Microsoft die Vorstellung der 64-Bit-Version des Windows Server 2003 für die diesjährige Entwicklerkonferenz Winhec 2005 in Seattle im kommenden Monat in Aussicht gestellt. Wann Applikationen wie die Datenbank SQL Server auf die breitere Plattform gehoben werden, ist nicht bekannt.

Intel-Rivale AMD reagierte auf die neuen Xeon-Chips betont gelassen. Das "Wall Street Journal" zitierte Ben Williams, verantwortlich für das Server-Marketing bei AMD, mit den Worten, dass keine von Intels Ankündigungen "AMD in irgendeiner Weise beeinflussen wird". Seine Company werde Dual-Core-Prozessoren für Server noch im ersten Halbjahr 2005 auf den Markt bringen, Intel erst 2006. Außerdem liege die Stromaufnahme der Konkurrenzprodukte bei 130 Watt während die der hauseigenen "Opterons" 95 Watt betrage.

Der AMD-Manager kritisierte zudem Intels umständliches Prozessordesign: Bei einem Server mit vier oder mehr Xeon-CPUs müssen die Daten durch den externen Memory-Controller geleitet werden, während die Opteron-Prozessoren die Kommunikationsfunktionalität bereits eingebaut haben.

Kein Chip für große Systeme?

Intel hat diesen Flaschenhals offenbar auch erkannt, denn Manager Gelsinger erklärte, dass bei zukünftigen Xeon-Prozessoren der Memory-Controller möglicherweise ebenfalls integriert wird. Bis dahin gleiche der große Cache-Speicher der Chips die Vorteile der Konkurrenz aus.

Wie üblich bei der Präsentation neuer Prozessoren stellten die Server-Hersteller die passenden Systeme vor. Die Liste der Lieferanten von Intel-Maschinen ist lang und reicht von Egenera, Dell und Fujitsu-Siemens bis Hewlett-Packard, IBM, Lenovo, Maxdata, Stratus und Unisys. Angeboten werden Blade-, Rack- und Tower-Systeme mit vier bis 32 CPUs.

Am Rande der Intel-Präsentation gab Hewlett-Packard Überraschendes bekannt: Die Acht-Wege-Server "Proliant 570" und "580" werden eingestellt, wenn Intel 2006 die Dual-Core-Prozessoren für Server anbieten kann. Der Anteil der Acht-Wege-Server am gesamten Intel-Server-Markt, der 2004 über sechs Milliarden Dollar groß war, ist offenbar so klein, dass es sich für HP nicht rentiert, dafür eigene Systeme zu entwickeln. Wenn Intel im kommenden Jahr fertige Vier-Wege-Systeme mit Doppelprozessoren anbietet, wird HP wohl zugreifen. IBM geht einen anderen Weg und nutzt die neuen Xeon-Chips zusammen mit dem hauseigenen "X3"-Chipset für die Server-Familie "xSeries 366", die mit bis zu vier CPUs arbeitet. Größere Systeme auf Basis des Xeon-MP sind laut IBM-Angaben aber für die Zukunft denkbar. (kk)