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26.06.1992 - 

Goldmedaillen für Chipkarte und Multimedia

Gemplus und COM 1 erobern weltweit die Nischenmärkte

PARIS - Bei der Verleihung der 3. Europäischen Mittelstandstrophäe durch die Pariser Wirtschaftszeitung "Les Echos" und die Großbank Credit Lyonnais erhielten zwei innovative Technologiefirmen einen "goldenen Ecu" für herausragend Leistungen.

Gemplus ist nach eigenen Angaben heute französischer und europäischer Marktführer im Chipkartengeschäft. Das Unternehmen wurde von einer Handvoll ehemaliger Mitarbeiter bei SCS-Thomson unter Führung von Marc Lassus gegründet. Ihm gelang es, Banken, Venture-Kapital Gesellschaften und amerikanische Geldgeber für das Projekt zu interessieren, der Erfindung von Roland Moreno neue Märkte zu erschließen, die anfangs nur als Telefonkarte in Gebrauch war. Aber Lassus rechnete sich auch Chancen beim Einsatz der Karte für die automatische Zutrittskontrolle, im audiovisuellen-Sektor und im Gesundheitswesen (Speicherung von Patientendaten) aus.

In Cemenos im Rhone-Tal zog er folglich eine Fabrik hoch, die mit modernsten Industrierobotern bestückt wurde und wo in Japan rekrutierte Spezialisten der Feinmechanik und Elektronik werkeln. Im ersten vollen Geschäftsjahr 1988 erzielte Gemplus mit 188 Beschäftigten rund 130 Millionen Franc Umsatz: l992 wird seine mittlerweile auf 470 Mitarbeiter angewachsene Belegschaft voraussichtlich Chipkarten für 420 Millionen Franc verkaufen. 30 Gemplus Angestellte arbeiten heute außerhalb Frankreichs wo 160 Milionen Franc erlöst werden

Die Firma besitzt Tochtergesellschaften oder Niederlassungen unter anderem in Deutschland, den USA, Spanien und Singapur und vertreibt außer Telefonkarten zum Beispiel auch Chipkarten für Pay-TV in Verbindung mit dem britischen Satellitensender BSkyB. Lassus Mitarbeiter entwickelten dazu eigene Software und verbesserten das ursprüngliche Chipkartendesign für den Einsatz in der Zutrittskontrolle.

"Unser technischer Vorsprung ist zwar immer noch ausreichend", erläuterte Lassus bei der Preisverleihung, "aber der Wettbewerb formiert sich bereits sichtlich." Gemplus muß nach seinen Worten in den nächsten Jahren daher möglichst rasch in Weltmarkt Dimensionen wachsen, da der Gemeinsame Binnenmarkt ab 1993 auch Rivalen aus anderen EG-Ländern munter machen werde. Seine Ziele: 30 Prozent Weltmarktanteil sowohl im Chipkarten- als auch speziell im Telefonkartengeschäft und Vorstoß in den Markt der gegen unbefugten Zugriff gesicherten Bankenautomation.

Recht clever zäumte auch der Modemfabrikant COM 1 aus der Umgebung von Bordeaux sein Geschäft auf. Etwas älter als Gemplus, macht die Firma heute mit etwa 40 Beschäftigten zwar erst schätzungsweise 35 Millionen Franc Umsatz, schüttet aber seit der Gründung regelmäßig Dividende aus und bereitet nach der Börseneinführung von 1991 jetzt eine Kapitalaufstockung von 1,8 auf 7,5 Millionen Franc vor.

Die beiden Schöpfer von COM 1, Jacques Saubade und Michel Petit, arbeiteten ursprünglich als Ingenieure bei France Telecom (FT) und zogen einer bevorstehenden Versetzung den Schritt in die Selbständigkeit vor. Ihre Marktnische: Modems für die Signalumwandlung von analog auf digital und umgekehrt.

Gemeinsam mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber FT entwickeln Saubade und Petit heute Geräte, die das französische Btx System Minitel photofähig machen - der Weg in die Multimedia-Zukunft des großen Partners wird auf diese Weise eröffnet.