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03.04.1980

General Electric Informations Services setzt auf schlüsselfertige\ Lösungen:GE: Mit Software aus der Timesharing-Flaute

KÖLN - Was Universalrechner- und Minicomputer-Hersteller schon seit einiger Zeit als Marktöffner einsetzen, hat nun auch ein führender Timesharing-Anbieter, die General Electric Informations Services Company (GEISCO) für sich entdeckt: Schlüsselfertige Lösungen - in den USA bekannt als "turnkey solutions" - in ausgewählten Bereichen zu erbringen. "Wer nur Maschinenzeit benötigt, ist bei uns am falschen Platz", erklärte der Geschäftsführer der deutschen General Electric Informations-Service GmbH, Dr. Manfred Wittler, vor Journalisten im Schloß Georgshausen bei Köln.

Die GEISCO, an der Honeywell noch eine Minderheitsbeteiligung von 16 Prozent hält, betreibt Datenfernverarbeitungs-Service über das weltweite Mark III-Netz. Dieses Netz verbindet Benutzer in 24 Ländern mit den drei GEISCO-Superrechenzentren in Cleveland/ Ohio (Honeywell-lnstallationen im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar), Rockville/Maryland und Amsterdam.

Die GEISCO sieht sich selbst als Nummer eins auf dem Datenfernverarbeitungs-Service-Markt. Umsatzzahlen nannte die GE-Tochter freilich nicht. Mit DV-Einnahmen von 185 Millionen Dollar im Jahre 1978 rangiert General Electric nach einer Schätzung der International Data Corporation (IDC) auf Platz sechs unter den amerikanischen Service- und Software-Unternehmen.

Nachdem Timesharing-Service für Techniker, Konstrukteure, Ingenieure, Marktforscher und Finanzplaner nicht mehr das dicke Geschäft ist (Wittler: "Die können das mit Inhaus-Minis billiger haben"), will General Electric Informations Services den geplanten Mehrumsatz (30 Prozent für 1980) jetzt mit anderen DV-Dienstleistungen hereinholen.

Eine Service-Lücke sieht Wittler bei "typischen" DV-Anwendungen wie Auftragsabwicklung, Lagerbestandsführung sowie Produktionsplanung und -steuerung, "die wir mit unserem Know-how realisieren können". Dabei sei sowohl an fertige Programmpakete aus der Mark III-Bibliothek als auch an individuelle Problemlösungen gedacht, für die General Electric Informations Services Software-Werkzeuge wie Programm-Generatoren und "prozedurfreie" Programmiersprachen einsetzen könne. Zwar wird in Europa mit herkömmlichen Timesharing-Diensten über das Mark III-Netz immer noch der Löwenanteil vom Gesamtumsatz gemacht (laut Wittler 80 bis 90 Prozent), doch sieht sich die GE-Informations-Division bereits als Software- und Beratungsunternehmen. So wurde die Deutschland-Premiere der von der neuen GE-Tochter Mitrol entwickelten Produktionssteuerungs-Software "MIMS" (Mitrol Industrial Management System) mit kernigen Worten gefeiert: "Mit der Übernahme von Mitrol kommen wir unserem Unternehmensziel, umfassende Dienstleistungen für Produktionsunternehmen anzubieten, einen großen Schritt näher.

Bei "MIMS", das zunächst nur über Mark III angeboten wird, handelt es sich um ein Interpreter-System, "ein Mittelding zwischen Makrosprache und Codasyl-Datenbank, wie ein Mitrol-Sprecher erklärte. Als Einmalaufwand für die MlMS-Inplementierung wurde ein Betrag von "mehreren Hunderttausend Mark" genannt . Wittler ist gleichwohl optimistisch: "Wenn sich erst einmal herumgesprochen hat, was MIMS leistet, dann rennen uns die Interessenten die Bude ein.