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22.02.1985 - 

User mit angebotenen Produkten weitgehendst zufrieden, dennoch:

Generator-Möglichkeiten oft nicht ausgenutzt

WIESBADEN (CW) - Nicht das Preis/Leistungs-Verhältnis beeinflußt primär die Kaufentscheidung von Applikationsgeneratoren, sondern der subjektive Nutzen, der sich in Form von Produktivitätssteigerungen niederschlägt. Eine Studie der International Data Corporation (IDC) bei 1100 amerikanischen Anwendern zeigte darüber hinaus, daß die Einfachheit der Bedienung zweitwichtigstes Auswahlkriterium ist.

Die befragten Anwender der "Informations Systems Planning Services"-Untersuchung (ISPS) sind durchweg Großunternehmen - was im wesentlichen daraus resultiert, daß Applikationsgeneratoren überwiegend aus großen DV-Budgets heraus finanziert werden. Die Hardware der untersuchten Auswahl stammt zu knapp über 90 Prozent von IBM. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, daß die meisten Applikationsgeneratoren IBM-kompatibel sind; die für dieses Einsatzgebiet bevorzugten DV-Maschinen kommen zu 57 Prozent aus der 4300 Serie und zu 26 Prozent aus der 30XX Serie.

Ein interessanter Aspekt dieser Studie ergibt sich bei den Kaufgründen für Applikationsgeneratoren. So nannten über 52 Prozent der Befragten die Produktivitätssteigerung des Programmierers als wichtigsten Auswahlgrund.

Die Einfachheit der Benutzung zählt bei 47,1 Prozent zu den wichtigen Entscheidungsgründen, gefolgt von der Datenbankkompatibilität (35,3 Prozent), Flexibilität und Leistungsfähigkeit (29,4) und dem Preis (11,8). Die Anwender sollten jeweils drei Kriterien nennen. Eine Übersicht der Entscheidungspunkte für Applikationsgeneratoren bei Vergleich mehrerer Alternativen gibt die Tabelle 2. Bemerkenswert ist hier nach IDC-Analyse die Tatsache, daß die Leistungsfähigkeit erst an dritter Stelle rangiert, der Preis an fünfter Position der Rangordnung.

Da die Applikationsgeneratoren oftmals als "Ressourcenfresser" verschrien sind, war es für die Marktforscher interessant zu erfahren, ob sich mit der Softwareinstallation auch zusätzliche Hardwareanschaffungen verbanden; dies war jedoch bei nur 6 Prozent in Form von Speicherkapazität der Fall. Befragt nach Schwierigkeiten bei der Softwareinstallation ergab sich nur ein aussagekräftiges Muster: Cullinet-Kunden waren die einzigen, die nicht von Installationsproblemen berichteten.

Generell läßt sich feststellen, daß in kleineren Organisationen ein höherer Prozentsatz des gesamten Programmierstabes den Applikationsgenerator benutzt (oder zumindest bedienen kann) als in größeren Organisationen. Dies ergibt sich als Konsequenz aus der Tatsache, daß sich eine EDV-Abteilung mit zunehmender Größe ein höheres Maß an Spezialisierung der Mitarbeiter leisten kann. Für die Produkte bedeutet dies tendenziell, daß ein Generatorprogramm umso einfacher zu bedienen sein muß, in je kleineren EDV-Abteilungen es eingesetzt wird.

Es wird oft behauptet, daß Programmierer, die mit den "normalen" höheren Programmiersprachen arbeiten, gegen Anwendungsgeneratoren einen mehr oder minder passiven Widerstand leisten, da sie Angst haben, daß ihre persönlichen Fähigkeiten weniger wichtig werden. Dieses konnte im Rahmen der vorgenommenen Untersuchungsreihe nicht widerlegt werden. Wenn ein solcher Trend vorhanden ist, so wirken die Unternehmen ihm entgegen, indem sie entweder den Einsatz der Applikationsgeneratorsoftware für obligatorisch erklären oder zumindest stark forcieren.

Gut 21 Prozent aller ausgesuchten Organisationen stellen Anwendungsgeneratoren auch Endusern zur Verfügung. Auffällig daran ist, daß über 50 Prozent davon "Natural" im Einsatz haben. Dies dürfte hauptsächlich daran liegen, daß dieses Produkt bereits in der Grundausstattung Funktionselemente wie Report-Writing und Abfragesprache mitbringt, die besonders Enduser-geeignet sind und bei den meisten anderen Anwendungsgeneratoren standardmäßig nicht enthalten sind schreibt die IDC in ihrem EDP Deutschland Report.

Im Rahmen der vorgenommenen Untersuchung wurden die ausgewählten Unternehmen weiterhin befragt, inwieweit sie die Möglichkeiten zur Prototypentwicklung mit iterativer Lösungsnäherung nutzen. Das Ergebnis: Nur minimale 3 Prozent gehen regelmäßig auf diese Weise vor, 16 Prozent tun dies ab und zu und die überwiegende Mehrheit, nämlich 82 Prozent nutzen diese Möglichkeit überhaupt nicht.

Insgesamt scheinen die Anwender zufrieden mit dem Einsatz ihrer Applikationsgeneratoren zu sein. Tabelle 4 gibt einen Überblick über die Bewertungen anhand einer Skala von eins bis fünf.

Die Wertungen differieren natürlich auch von Produkt zu Produkt. So liegen ADF, Ufo und Natural bezüglich Einfachheit der Benutzung, Debugging/Testing und Anbieterunterstützung deutlich unterhalb des Durchschnitts, während Mantis und ADS/Online in den Punkten Erweiterungsmöglichkeiten, Dokumentation des erzeugten Codes und Ausführungseffizienz überdurchschnittlich beurteilt werden.

Als wesentliche Schwachpunkte wurden zu starker Verbrauch von Ressourcen, spezielle Produktmängel (zum Beispiel: ohne Full Screen Editor oder Cross Reference), zu große Komplexität bei ernsthafter Anwendung, Debugging Tools und Dokumentationsschwächen häufig genannt.