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17.10.1986 - 

Internationales Message-Handling-System mit X.400-Anlehnung:

Geomail-Organisation strebt zu neuen Ufern

MÜNCHEN (sch) - Unter der Dachgesellschaft Geomail haben sich kürzlich die elf Betreiber des Geonet-Mailbox-Systems zusammengeschlossen.

Die neue Vereinigung will mit ihrem MHS-Angebot (MHS: Message-Handling-System) internationale Reichweite erlangen und den Electronic-Mail-Standard X.400 "salonfähig" machen. Außerdem sieht Geomail die Implementierung einer benutzerfreundlichen Schnittstelle für den Zugriff auf angeschlossene Datenbanken vor.

Im Rahmen der anvisierten Verbundlösung ist geplant, neue Betreiber und Nutzer in Australien, Amerika und dem Mittleren sowie Fernen Osten zu gewinnen. Unter den bisherigen Anbietern kann übrigens die Deutsche Mailbox GmbH aus Hamburg mit sieben Dienstleistungsangeboten die meisten EMS-Systeme für sich verbuchen. Die weiteren Geomail-Betreiber: Infex aus Bremen, Lectromail aus London, Radio Austria aus Wien, Infotap aus Luxemburg, ITS aus Lyon, Telexphone aus Marseille, Plasmatic aus Neuven, Comnet aus Zürich und die gleichzeitig als System-Entwickler auftretende GeoNet-Mailbox. Letzterer ist noch die Anwaltsdatenbank Alexis mit Sitz in Hamburg als Sub-Betreiber angegliedert.

Bis Ende 1986 soll die Zahl der integrierten Systeme von derzeit 25 auf 30 wachsen. Die nach eigenen Angaben erste und einzige Organisation mit privaten elektronischen Mailbox-Betreibern implementiert das sogenannte Intermail-Protokoll. Bei dieser Schnittstelle handelt es sich so Geomail weiter - um eine X.400-ähnliche Prozedur. Dazu Günther Leue, geschäftsführender Gesellschafter der Geonet-Systems GmbH: "Wir haben mit dem bereits realisierten Intermail-Protokoll im Prinzip das vorweggenommen, was jetzt mit dem X.400-Standard kommt." An Brückenschlägen zu der künftigen OSI-Norm wird daneben auch "gebastelt".

Vorgesehen ist laut Leue die Installierung von DEC-Hard- und Software. Außerdem wolle man weitere Interfaces zwischen dem eigenen und anderen DFÜ-Standards schaffen, wie dem Dialcom-System Telebox der Deutschen Bundespost.

Einheitliches Marketing

Um das Ziel größerer Internationalität zu erreichen, will die neue Organisation durch die Entwicklung eines koordinierten, internationalen Erscheinungsbildes für den einzelnen Betreiber ein gezieltes Marketing und eine mehrsprachige Öffentlichkeitsarbeit aufbauen. Außerdem sollen für alle Teilnehmer beziehungsweise Anbieter kosteneffektive Dienstleistungen zur Verfügung gestellt werden. Im einzelnen stehen folgende Maßnahmen auf dem Programm:

- zentrale Unterstützung und Verwaltung von multinationalen Kunden und Auslandsreisenden;

- verbesserte Telekommunikationsnutzung (zum Beispiel durch eine intelligente Telex-Möglichkeit);

- Bereitstellen von Zusatzdiensten, Zugriff auf Datenbanken, Teleübersetzung, Telesatz und auch Dokumentenüberlieferung.

Geomail hat es sich auch zum Ziel gesetzt, vermehrt Verträge mit Datenbank-Betreibern abzuschließen. Außerdem soll ein neues Interface für den bequemeren Zugriff auf diese Informations-Pools geschaffen werden. Nochmals Günther Leue: "Wir haben Anfang des Jahres einen Auftrag von der Kommission der Europäischen Gemeinschaft in Luxemburg bekommen, ein Schnittstellen-Projekt durchzuführen, an dem die Kommission mit 47 Prozent beteiligt ist". Die Entwicklung der sogenannten Intelligent Interface Facility (IIF) würde unter anderem dazu führen, daß sich die Verbindungszeiten zum Host verkürzten. Vereinfachungen seien besonders bei der Suche und Auflistung von Titeln sowie von Abstracs geplant.

In Deutschland ist das vorhandene DB-Abgebot schon recht breit gefächert. Allein über die Mailbox GmbH kann man derzeit rund 150 Datenbanken erreichen; die Zahl der einschlägigen Zugriffsberechtigungen liegt sogar bei 2000.