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Interne Hausaufgaben hatten Vorrang


13.07.2001 - 

Geringes Wachstum stört die Datev nicht

NÜRNBERG - Trotz einer nur mäßigen Umsatzsteigerung und eines gesunkenen Betriebsgewinns ist die Datev-Vorstandschaft mit dem Geschäftsjahr 2000 zufrieden. Die Gründe: Hausinterne kostenintensive Großprojekte wurden erfolgreich abgeschlossen. Darüber hinaus machte der Nürnberger IT-Dienstleister für den steuerberatenden Beruf weitere Fortschritte in Sachen Strukturwandel. Von Beate Kneuse*

"Auf ein außerordentliches Geschäftsjahr 1999 folgte ein sehr ordentliches Geschäftsjahr 2000. Auch wenn der Umsatz allein das auf den ersten Blick nicht erkennen lässt", resümierte Datev-Chef Dieter Kempf auf der jüngsten Bilanzpressekonferenz in Nürnberg. Tatsächlich stieg der Umsatz lediglich um ein Prozent von 1,025 auf 1,034 Milliarden Mark (529 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis ging wiederum um 31,6 Prozent auf 46,2 (Vorjahr: 67,6) Millionen Mark zurück. Die Rückvergütung für die Mitglieder, deren Anzahl sich gegenüber 1999 von 37 673 auf 38 213 erhöhte, fiel ebenfalls spärlicher aus als im Vorjahr. Kamen diese damals noch in den Genuss von 66,4 Millionen Mark, so mussten sie sich für das Jahr 2000 mit 45,4 Millionen Mark begnügen.

Dass der geringe Umsatzzuwachs Datev-Chef Kempf "nur wenig stört", liegt daran, dass es seinem Unternehmen im zurückliegenden Geschäftsjahr gelungen ist, den schon seit Jahren eingeleiteten Weg vom Rechenzentrums- hin zum IuK-Dienstleister weitgehend abzuschließen. Der Umsatz mit Rechenzentrums-Services reduzierte sich weiter planmäßig auf nunmehr rund 261 Millionen Euro, was ihren Anteil am Gesamtumsatz erstmals auf knapp unter 50 Prozent drückte. Dafür verzeichneten die Franken bei den Softwareerlösen eine über dem Branchendurchschnitt (plus zwölf Prozent) liegende Steigerung von rund 20 Prozent. Zusammen mit allgemeinen Serviceleistungen erzielten die Nürnberger hier einen Umsatz von 268 Millionen Euro.

Sichtlich erleichtert zeigte sich Kempf auch darüber, dass man im vergangenen Fiskaljahr gleich drei kostenintensive Großprojekte im eigenen Haus erfolgreich über die Bühne brachte. Nach der problemlosen Jahr-2000-Umstellung habe man endgültig die Migration der Produkte und der Mitglieder auf die Windows-Welt ad acta legen können. Die hatte die Nürnberger gut fünf Jahre in Atem gehalten und rund 324 Millionen Mark gekostet. Darüber hinaus sei zum 1. Januar 2001 die Umstellung auf den Euro gemeistert worden.

Dass der Mittelstand insgesamt weiterhin die Euro-Umstellung hinauszögert, bezeichnete Kempf als Trauerspiel. Eine Umfrage der Datev bei den Mandanten ihrer Mitglieder habe ergeben, dass bislang gerade mal 1,2 Prozent den Euro eingeführt hätten. Da aber zum 1. Januar 2002 die Umstellung überall vonstatten gegangen sein muss, rechnet er mit einem "wahren Umstellungsspektakel" gegen Ende des Jahres. "Wir versuchen zwar Druck aus dem Kessel zu nehmen. Dennoch dürfte es zu erheblichen Beratungsengpässen sowohl in den Kanzleien als auch bei uns kommen."

Wesentlich schwieriger als erwartet gestaltet sich nach wie vor die Ausdehnung der Datev-Aktivitäten auf die schon länger ins Visier genommenen Rechtsanwälte. Die Nürnberger mussten erkennen, dass die ursprünglich geplante rasche Markterschließung schwierig und ausgesprochen kostspielig ist. Denn als Problemlöser bei den Steuerberatern anerkannt, muss sich die Datev dieses Image bei der Anwälten hart erarbeiten. Kempf hat deshalb beschlossen, die neue Klientel fortan mit angezogener Handbremse zu erobern. "Wir wollen im Jahr 2005 in diesem Bereich einen positiven Deckungsbeitrag erzielen. Das aber geht nur mit einer behutsamen Markterschließung." Im zurückliegenden Geschäftsjahr steuerten die einschlägigen Aktivitäten rund drei Millionen Mark zum Gesamtumsatz bei.

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.

Abb.: Datev-Umsätze

Behutsames Wachstum kennzeichnete in den letzten Jahren die Datev-Umsatzentwicklung. (Quelle: Datev)