Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

22.05.1998 - 

Servicegeschäft als Hoffnungsträger

Gerstner erwartet ein zweistelliges Wachstum

Bei einem Meeting mit mehr als 250 Wallstreet-Analysten malte der IBM-Frontmann vergangene Woche die Zukunft des eigenen Unternehmens in rosaroten Farben. Er selbst sei, so Gerstner, im Laufe seiner Karriere in vielen Schlüsselindustrien ein- und ausgegangen, doch nirgendwo sei er auf auch nur annähernd vergleichbare Wachstumsperspektiven getroffen, wie sie das Geschäft mit IT-Services derzeit biete. Dies werde dazu führen, daß der Konzern insgesamt in den kommenden Jahren jeweils zweistellige Zuwachsraten präsentieren könne. Dazu beitragen dürfte laut Gerstner die Tatsache, daß auch andere Geschäftseinheiten auf Wachstumskurs sind - etwa die Bereiche Festplatten- und Halbleiterfertigung.

Der mancherorts - auch unternehmensintern - geäußerten Skepsis, daß die derzeitigen Steigerungsraten im IT-Service-Markt auf Dauer nicht durchzuhalten seien, erteilte der IBM-Chef in diesem Zusammenhang eine klare Absage: "Ich bin nicht bereit, dies zu glauben." In den letzten Jahren war die Servicesparte von Big Blue jeweils um mehr als 20 Prozent gewachsen und steuert inzwischen rund ein Viertel zum Gesamtumsatz bei. Allein im ersten Quartal 1998 brachte die Business-Unit mehr als fünf Milliarden Dollar in die Kasse von Big Blue. Gerstner setzte sogar noch einen drauf, indem er ankündigte, daß das Servicegeschäft spätestens ab dem Geschäftsjahr 1999 auch den "größten Beitrag zum Konzerngewinn" leisten wird. Experten dürften hier hellhörig werden, denn bekanntlich gilt der Servicebereich der IBM bis heute als zu teuer, weil zu personalintensiv.

Mit dieser rhetorischen Offensive reagierte Gerstner offensichtlich auf die in den vergangenen Wochen verstärkt aufgekommene Kritik. Zu Beginn seiner zweiten Fünfjahresperiode als Chairman und CEO hatten sich Analysten und Aktionäre endlich eine richtungsweisende Rede zur Zukunft der Company gewünscht - insbesondere, wie die in den letzten Jahren unbefriedigende Umsatzentwicklung zum Positiven gewendet werden könne. Der IT-Gigant hatte in seiner Bilanz für das Geschäftsjahr 1997 nur noch eine Umsatzsteigerung von 3,4 Prozent ausgewiesen.