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08.05.1998 - 

Quartalsdividende um zehn Prozent erhöht

Gerstner sieht Position von IBM als Vollsortimenter ungefährdet

Das IBM-Management spielt besser denn je auf der Klaviatur der Aktionärspflege. So kommentierten viele Analysten die "Überraschungen", mit denen IBM-Chef Gerstner auf der vergangene Woche in Chikago abgehaltenen Aktionärs-Hauptversammlung aufwartete. So wurde die Dividende für das erste Quartal 1998 rückwirkend von 20 auf 22 Cent pro Aktie erhöht. Zudem ließ sich die Gerstner-Truppe von den Anteilseignern ein weiteres Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar absegnen.

Wert der IBM-Aktie hat sich verdreifacht

Daß die IBM-Aktionäre dabei (auch) in eigenem Interesse handelten, versteht sich von selbst. Kein anderes IT-Unternehmen hat in letzter Zeit derart massiv in den Rückkauf eigener Aktien investiert wie IBM - seit Anfang 1995 summieren sich mittlerweile acht aufgelegte Aktienrückkaufprogramme auf den stattlichen Wert von 24 Milliarden Dollar. Was wiederum dem Kurs der IBM-Aktie alles andere als abträglich war: Der Wert der Notiz hat sich in diesem Zeitraum - bereinigt um einen im Mai 1997 vorgenommenen Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins - mehr als verdreifacht.

Trotzdem zeigten sich viele der institutionellen Anleger sowie die meisten Branchenexperten vom Auftritt Gerstners auf der Hauptversammlung enttäuscht. Der IBM-Chef habe es versäumt, eine richtungsweisende Rede zu halten, heißt es in einem Bericht des "Wall Street Journal". Entsprechendes war offensichtlich von Gerstner angesichts dessen in diesem Monat beginnender neuer Fünf-Jahres-Periode als Chairman und CEO erwartet worden. Doch der Frontmann von Big Blue lieferte statt dessen nur Hausmannskost. "Das Unternehmen ist finanziell gesund und strategisch auf Kurs", teilte er den Aktionären mit. Konkretere Visionen oder die Ankündigung einer von Branchenkennern erwarteten aggressiveren Akquisitionspolitik vermied Gerstner tunlichst.

Auf die von vielen Analysten kritisierte schwache Umsatz- und Ertragsentwicklung reagierte Gerstner indes gereizt. Mit fast 80 Milliarden Dollar Umsatz spiele man "in einer anderen Liga". Man könne daher "IBM nicht an den Wachstumsraten von Internet-Firmen messen, die morgen vielleicht wieder vom Markt verschwunden sind". Wichtig sei zunächst, daß die Kostenstruktur im Unternehmen wieder stimme. Überdies zeige der derzeit in der IT-Branche zu beobachtende Trend zur Konsolidierung, daß die eigene Strategie, nach wie vor ein breites Sortiment an Hardware- und Softwarelösungen sowie Dienstleistungen anzubieten, "richtig" sei. Die Auseinandersetzung mit neuen Wettbewerbern wie Compaq, die versuchen, sich als IT-Komplettanbieter zu positionieren, scheut Gerstner dabei nicht. Man werde "die Herausforderung aller Möchtegern-IBMs gerne annehmen", gab sich der IBM-Chef vor den Aktionären kämpferisch.