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16.11.1990 - 

Kein Kommentar von beiden Unternehmen

Gerücht um AT&T-NCR-Fusion treibt den Aktienkurs m die Höhe

NEW YORK (CW/IDG) - Der amerikanische Telefonriese AT&T zeigt nach einem Bericht des "Wall Street Journal" Interesse an der Übernahme der NCR Corp. Analysten halten diese Meldung für ein von AT&T lanciertes Gerücht, um die Reaktion der Finanzmärkte zu prüfen.

Informationen der New Yorker Wirtschaftszeitung zufolge denken NCR und die American Telephone & Telegraph Company derzeit über verschiedene Möglichkeiten nach, ihre Computerbereiche zusammenzulegen.

Dabei ist von zwei Szenarien die Rede: Entweder AT&T akquiriert NCR, oder das Unternehmen trennt sich vom Computergeschäft und bringt diesen Unternehmenszweig in ein joint-venture mit NCR ein. Da aber AT&T dem Computerhersteller schon seit geraumer Zeit den Hof mache, sei eine komplette Übernahme wahrscheinlicher.

Ob sich das Gerücht bestätigt oder nicht - auszuzahlen scheint sich seine Verbreitung in jedem Fall. An der Wallstreet kletterte der Aktienkurs von NCR am vergangenen Donnerstag um zwölf Prozent, während der AT&T-Stock um lediglich 50 Cent fiel. Anlaß für Analysten wie Judith Horwitz, Vice-President der Patricia Seybold's Office Computing Group in Boston, die ganze Geschichte als einen "Versuchsballon" von AT&T zu interpretieren, um die Reaktionen an der Wallstreet zu studieren.

Das New Yorker Börsenblatt zitiert anonyme Informanten aus den Reihen des Telefonkonzerns, nach deren Aussagen das Unternehmen schon vor zwei Jahren eine Take-over-Studie über NCR angefertigt haben soll. Darin sei der Open-Systems-Anbieter von seiner Produktpalette her als attraktiver Partner beurteilt worden. NCR unterstützt seit 1981 die Unix Produkte der AT&T Bell Laboratories. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat das Unternehmen bereits einen Umsatz von 4,39 Milliarden und einen Reingewinn von 258 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Obwohl AT&T laut "Wall Street Journal" seit 1984 mehr als zwei Milliarden Dollar Verluste im Computergeschäft zu verzeichnen hat, gehen Marktbeobachter nicht davon aus, daß der Telefonkonzern diesen Geschäftszweig abstoßen wird. Immerhin 36 Milliarden Dollar des unternehmensweiten Jahresumsatzes stamme aus dem Bereich Telekommunikation - aus dem Unternehmenszweig also, der im Rechnerbereich einen immer wichtigeren Stellenwert einnehme. AT&T werde deshalb voraussichtlich zunehmend Geschäfte mit vernetzten DV-Anlagen machen wollen.

Zudem gehen Analysten davon aus, daß ein Ausstieg aus dem Computergeschäft nach Vertragsabschlüssen mit Großkunden wie dem amerikanischen Verteidigungsministerium oder den American Airlines für AT&T durchaus schmerzhaft verlaufen könnte. Möglicherweise würde der Konzern dann auch Schaden in seinem wichtigeren Telefongeschäft nehmen.

Während AT&T und NCR selbst die Fusionsspekulationen als "ein immer wiederkehrendes Gerücht" bezeichnen und sich jeden Kommentars enthalten, rechnet das "Handelsblatt" schon einmal den möglichen Kaufpreis aus: Der derzeitige NCR-Marktwert betrage etwa 3,22 Milliarden Dollar. Die Zeitung zitiert Analysten, die von einem Kaufpreis von rund sechs Milliarden Dollar ausgingen.