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19.02.1993 - 

Wiener Niederlassung musste Konkurs anmelden

Geruechte um verlustgeplagten High-end-PC-Hersteller Tandon

Noch hat die Tandon Corp., Moorpark, das Geschaeftsergebnis 1992 (endete am 31. Dezember) nicht veroeffentlicht. Doch die Zahlen der ersten neun Monat lassen den Schluss zu, dass die kalifornische PC- Schmiede erneut Verluste ausweisen wird. Der Fehlbetrag im Dreivierteljahr belaeuft sich auf rund 29,8 Millionen Dollar, was gegenueber dem Vorjahr, als ein Fehlbetrag von von 25,2 Millionen Dollar angefallen war, einen Anstieg um 18,3 Prozent bedeutet. Das Gesamtgeschaeftsjahr 1991 hatte Tandon mit einem Minusbetrag von gut 48 Millionen Dollar beendet.

Kein Rueckzug aus Deutschland

Den Loewenanteil ihres Umsatzes generieren die Kalifornier in Europa. Von den in den ersten neuen Monaten 1992 insgesamt eingenommenen 249,5 Millionen Dollar steuerte das Europa-Geschaeft rund 85 Prozent bei. Auf eine Tochtergesellschaft in der Alten Welt wird Tandon kuenftig verzichten muessen. Mitte Januar musste die Tandon Computer GesmbH, Wien, wegen Ueberschuldung Konkurs anmelden. Besonders bitter fuer die 235 arbeitslos gewordenen Mitarbeiter ist, dass eine reale Ueberschuldung nicht existiert. Wie die Wiener CW-Schwesterpublikation "Computerwelt" berichtete, stehen 845 Millionen Schilling Passiva 865 Millionen Schilling Aktiva gegenueber. Auf dem Papier seien damit zwar noch 20 Millionen Schilling Kapital vorhanden, doch enthielten die Vermoegenswerte von Tandon Oesterreich Forderungen der US-Mutter in Hoehe von 540 Millionen Schilling.

Nach dem Aus der Oesterreich-Dependance verfuegt Tandon noch ueber sechs Tochtergesellschaften in Europa. Diese befinden sich in Deutschland, Frankreich, England, Niederlande (fuer die Benelux- Laender mitverantwortlich), in der Schweiz sowie in Spanien. Spekulationen, dass sich der kalifornische PC-Hersteller auch aus Deutschland zurueckziehen will - die Tandon Computer GmbH hat ihren Sitz in Heusenstamm -, dementierte eine Sprecherin energisch.

Angesichts der zu erwartenden neuerlichen roten Zahlen der US- Mutter scheint es aber generell um die Zukunft von Tandon nicht gut bestellt zu sein. Zwar zeigte die amerikanische Wirtschaft vor allem im vierten Quartal signifikante Anzeichen der Erholung, dort aber macht der PC-Hersteller nur rund 15 Prozent seiner Geschaefte. Der Europamarkt wiederum stagniert, und speziell fuer Deutschland gibt es nur truebe Aussichten. Darueber hinaus tobt im PC-Geschaeft ein heftiger Preiskrieg, der selbst finanziell starken PC- Produzenten zu schaffen macht.

So musste sich Anfang des Jahres Everex Systems unter Chapter eleven fluechten. Ob sich die im kalifornischen Fremont angesiedelte PC-Schmiede wieder erholen wird, ist noch ungewiss. Derzeit versucht Everex, sich mit dem Verkauf von Geschaeftsbereichen gesundzuschrumpfen. Erst veraeusserte man die Unix-Aktivitaeten fuer 210 000 Dollar an die James River Group, jetzt steht man darueber hinaus in Verhandlungen mit der Exabyte Corp., Boulder, Colorado, die den Kaliforniern 5,5 Millionen Dollar fuer ihre Massenspeicher-Division geboten hat.