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25.07.1975 - 

Minicomputer überwacht Kläranlage

Gesamtübersicht im Kontrollraum

SAN JOSE Cal - Von einer Konsole im Verwaltungsgebäude aus steuert in San Jose ein Operator mit Hilfe eines "Minis" die Kläranlage für den Großraum San Francisco, die wahrhaft arnerikanische Dimensione hat: auf einer Fläche von 50 Hektar werden täglich bis zu 660 Millionen Liter (Abwässer von 900 000 Menschen) an der Südspitze der Bucht von San Francisco gereinigt. Als vor drei Jahren die Planung für die Prozeß-Steuerung der 70-Millionen-Dollar-Anlage begann, konnte sich der Auftragnehmer, Fischer & Porter (Warnister/Penn:), einer Pioniertat rühmen.

Jetzt resümierte der für das System zuständige Abwasser-Ingenieur Edward R. Becker: "Die neuesten Zahlen beweisen, daß unser computergesteuertes Verfahren dazu beiträgt, die Schmutzemissionen in die Bucht von San Francisco zu stabilisieren und zu reduzieren; ebenso hilft es, die Kläranlage wirtschaftlicher und effizienter zu betreiben".

Im Mittelpunkt ein Mlni

Mittelpunkt des Automationssystems, über das der größte Teil der Routinearbeiten abgewickelt wird, ist ein Varian-Rechner 620 L mit ganzen 24 K-Kernspeicher. Angeschlossen ist ein Multiplexer zum Empfang der analogen Eingangs-Signale mit zwei Analog-Digital-Wandlern. Verbindungen bestehen zu 400 Analog-Eingabestellen und 160 Ein-/Ausgabestellen.

Die Peripherie: je ein Drucker für das Ausschreiben von Alarmmeldungen und von periodischen Status-Berichten; drei Teltype-Konsolschreibmaschinen (davon eine im Labor); eine Magnetbandeinheit zum Abspeichern der Prozeßdaten und zum Laden der Programme; 20 Trendschreiber. Als zentrale Kontrollstation dient eine Konsoltastatur mit Bildschirm; auf einem zweiten Schirm werden Störmungsschemata und Tabellen angezeigt. Für Offline-Arbeiten und Programmtests ist ein zweiter Rechner installiert, der jederzeit als Back-Up-System verfügbar ist.

Niemand hatte den Überblick

"Früher war meine größte Sorge, herauszufinden, was sich in den einzelnen Bereichen der Anlage gerade abspielte", berichtet Becker. "Zwei Kontrollkonsolen und zahllose dezentrale Anzeigearmaturen waren über das ganze Werksgelände verteilt. Niemand hatte einen Gesamtüberblick."

Jetzt werden 560 Meßstellen zentral überwacht. Der Computer hält das System automatisch im Gleichgewicht und schlägt Alarm, wenn der Ingenieur eingreifen muß.

Die verflixte Einmachzeit

Seibst in Zeiten besonders starker Belastung, beispielsweise während der Einmachzeit, kann der Klärprozeß innerhalb der vorgegebenen Toleranzen gehalten werden. Die Prozeßablaufdaten werden jeweils im Abstand einiger Sekunden auf den neuesten Stand gebracht. Der Computer errechnet dann die zulässigen Füllmengen in jeder Stufe und sorgt für gleichmäßige Strömungsverteilung.

Das ankommende Abwasser wird von rechnergesteuerten Reglern auf die 24 Tanks der ersten Klärstufe verteilt. Schlamm und biologische Feststoffe werden computergesteuert gleichmäßig in die Belüftungsbecken gepumpt, wo Zentrifgugalgebläse (Antriebsleistung: 2400 PS) ebenfalls

rechnergesteuert dem Schlamm die nötige Menge Sauerstoff zuführen. Von hier gelangt das Wasser in 22 Absetztanks, aus denen der abgesetzte Klärschlamm - natürlich rechnergesteuert - in die Belüftungsbecken zurückgepumpt wird. Das gereinigte Wasser fließt dann durch eine Chlorstation in die Bucht. Der verbleibende Schlamm wird zunächst eingedickt und dann in Teiche gepumpt, wo er austrocknen kann. Ein Privat-Unternehmen holt jährlich aus diesen Teichen 20 000 Kubikmeter trockenes Material das in Säcke gefüllt als Blumenerde oder Düngemittel verkauft wird.

Geringerer Personalbedarf

Die Computersteuerung erbrachte einen besseren Prozeßleichlauf und eine Kontrolle des in die Bucht abfließenden Wassers. Außerdem wurde die Produktivität erhöht und Energie gespart.

Drei Prozeßrechner an Bord

50 000 Tonnen Wasser verdrängt dieser Koloß, der 250 mal 60 Meter mißt: "Viking Piper", größter Rohrverleger der Welt schwimmt in der Nordsee, um eine etwa 160 Kilometer lange Pipeline von den Ninian-Ölfeldern bis zu den Shetland-lnseln zu verlegen. An Bord: Drei Prozeßrechner. Alle sechs Minuten - so lange dauert das Anschweißen eines Rohrabschnittes - muß die in Holland gebaute Plattform entlang einer genau festgelegten Trasse um 25 Meter fortbewegt werden. Dazu sind 14 Winden vorhanden, die die Plattform während des Schweißens an Ankern festhalten; dann werden durch Schlepper die Anker neu ausgelegt, und die Winden ziehen den Rohrverleger weiter. Die Auswahl, welche Winden mit welcher Geschwindigkeit arbeiten sollen, ist eine so komplexe Aufgabe, daß man sie nur durch Einsatz zweier AEG-Prozeßrechner 60/10 lösen konnte. Ein drittes System gleichen Typs steuert das Ballastsystem, das Tiefgang und Horizontallage der Plattform bestimmt. _py