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Computer-Leasing VIII


20.06.1975 - 

(Gesamturteil/Tendenzen)

Das Computer-Leasing hat sich in den letzten drei Jahren auch in Deutschland erfolgreich etabliert. Zunächst wurden nur Systeme der Serie IBM /360 angeboten. Diese können heute zu 15 Prozent bis 25 Prozent des Neupreises geleast werden.

In Einzelfällen liegen die Konditionen noch weit darunter. Seit zirka ein bis eineinhalb Jahren hat sich jedoch auch der Leasing-Markt für Systeme der Serie IBM /370 entwickelt. Die Angebote häufen sich mehr und mehr. Dabei werden schwerpunktmäßig Systeme /370-145, /370-155, /370-165 und teilweise auch die neueren Modelle /370-158 und /370-168 angeboten. Die Vorgehensweise der besteht in den meisten Fällen darin, daß Systeme in den USA gekauft werden, durch die IBM in ein anderes Modell (etwa in ein Modell 2, welches den VS-Betrieb ermöglicht) umgewandelt werden und dann als vollwertiges System /370 auf neuestem Stand der Technik angeboten werden. Diese Vorgehensweise nutzt geschickt das Preisgefälle zwischen den USA und den europäischen Staaten. Dementsprechend können heute bei /370-Systemen Konditionen bis zu 50 Prozent des Neupreises erreicht werden.

Viele EDV-Leiter haben Jedoch nach wie vor Angst vor Computer-Leasing, weil sie die zwangsläufig auftretenden Diskussionen mit dem EDV-Hersteller fürchten. Hier sollte man entsprechend stark sein, um diese Phase zu überstehen.

Im Gegensatz zum reinen IBM-Mietverhältnis, das auf kurze Fristen ausgelegt ist, muß der EDV-Leiter beim Einsatz von Computer-Leasing genau wissen, welche Anlagenkonfiguration er benötigt. Er muß also über eine Langzeitplanung verfügen, die ihm eine gewisse Basis für seine Entscheidung gibt. Wenn eine derartige Planung vorliegt, lassen sich mit Leasing bei minimalem Risiko erhebliche Geldbeträge einsparen.

Computer-Leasing = bequemste Einsparungsmöglichkeit Innerhalb der EDV

Die Einsparungen sind besonders groß, wenn man sich zum sogenannten "Second-Hand-Leasing" entschließt. Der Markt für gebrauchte Maschinen wird sich in den nächsten Jahren mehr und mehr erweitern.

Letztlich trägt dazu auch die Entscheidung der IBM bei, Ihr "Future-System" erst Anfang der 80er Jahre auf den Markt zu bringen. Im Interesse der Anwender ist diese Entscheidung sehr zu begrüßen.

Eigener Kauf und Verkauf

Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache, ein gekauftes System selbst am Markt wieder zu verkaufen. Jedoch kann man die Prognose wagen, daß sich die Preise für Systeme der Serie /370 noch einige Jahre halten werden beziehungsweise nicht so stark abfallen, wie dies mit den Preisen für Systeme der Serie IBM /360 in den Jahren 1973/74 geschehen ist. Ein Kauf eines Systems /370-145 kann sich heute schon nach etwa 36 bis 40 Monaten voll gelohnt haben, so daß alle dann aus einem Verkauf resultierenden Erlöse voll Gewinn für das Unternehmen darstellen. Letztlich hängt natürlich eine solche Entscheidung immer von dem Risiko ab, welches man bereit ist zu tragen.

Flexibilität

Von den Gegnern des Computer-Leasing wird immer wieder behauptet, daß man bei Leasing nicht mehr flexibel sei. Außerdem sei es unmöglich, auf vier oder fünf Jahre im voraus zu planen. Zunächst einmal können solche EDV-Leiter durch Operational Leasing einen Teil ihrer EDV-Kosten einsparen. Andererseits könnten sie bei überproportionalem Wachstum ihrer EDV das vorhandene System verkaufen oder beim Erwerb eines neuen Systems in Zahlung geben. Zudem haben ja auch die Systeme der Hersteller gewisse Lieferzeiten, die sich im Bereich von ein bis eineinhalb Jahren bewegen. Dadurch wird eine gewisse Zeit der Vorausplanung automatisch erzwungen. Letztendlich kann man auf dem Leasing-Markt auch bei gekauftem System dadurch schneller reagieren, daß man sein eigenes System verkauft und innerhalb weniger Monate ein schnelleres Modell erwirbt. Die Kosten müssen natürlich in derartigen Fällen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Auslastungsüberwachung

Schließlich besteht auch die Möglichkeit, das Ansteigen der Computer-Last durch die Installation sogenannter Accounting-Systeme in den Griff zu bekommen. Wenn derartige Systeme Hinweise zur Systemauslegung beziehungsweise Hardwareoptimierung geben, kann man die Aufstockung der Hardware zumindest für eine gewisse Zeit herausschieben. Ferner können durch geeignete Software-Pakete stille Reserven mobilisiert werden.

Überprüfung der Gegenargumente der EDV-Hersteller

Die Gegenargumente der EDV-Hersteller sollte man in aller Ruhe auf ihren sachlichen Gehalt hin überprüfen und sich dann selbst sein Urteil bilden. Dabei sind die EDV-Hersteller oft nicht wählerisch in der Wahl der Mittel. Diese reichen bis hin zum Vorwurf der Planungsunfähigkeit, Unfähigkeit, die Zukunft richtig einschätzen zu können und so weiter.

Man wird groß und breit auf die mangelnde Flexibilität hingewiesen, indem man den rasanten technischen Fortschritt nicht mehr wahrnehmen und möglicherweise softwaremäßige Vorteile nicht nutzen kann. Es wird aber völlig außer acht gelassen, daß man durch Computer-Leasing eine Phase der Ruhe und Konsolidierung in sein eigenes Rechenzentrum hineinbringt.

Dies kann für viele Rechenzentren von so großem Vorteil sein, daß sich allein dadurch die Ersparnisse herausstellen. Zumindest wäre es für viele Rechenzentren empfehlenswert, sich nicht jedes Jahr mehrfach um Hardwareaufstockungen zu kümmern, sondern mehr auf zu realisierende Anwendungen zu konzentrieren.

Je mehr EDV-Leiter die Vorteile des Leasings erkennen, um so interessanter wird der gesamte Leasing-Markt werden. Im Interesse der Anwender ist dies zu wünschen.