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27.10.1995

"Geschaeft mit der Technologie wird das zweite Standbein"

CW: Herr Zeitler, warum praesentiert sich Novell mit einem neuen Logo?

Zeitler: Wir wollten unsere Darstellung aendern, um uns fuer die Masse der Anwender zu oeffnen.

CW: Wofuer steht das neue Symbol?

Zeitler: Es demonstriert recht gut unsere Hauptaufgabe, die Vernetzung. Mit dem N in der Mitte zeigen wir, dass Novell eine zentrale Rolle spielt, wenn es darum geht, das Global Networking der Zukunft zu definieren.

CW: Wie wollen Sie das Global Network definieren, nachdem Novell mit der Abgabe von Unixware keinen eigenen Applikations-Server mehr hat?

Zeitler: Dass Novell sagt, wir bestimmen das Global Networking, setzt keinen eigenen Applikations-Server voraus. Unsere Aufgabe ist es, dem Anwender ein Netzwerk-Betriebssystem (NOS) zu geben, das die Bewaeltigung gewisser Aufgaben erlaubt. Novell definiert, wie ein solches Betriebssystem aussieht.

CW: Das bedeutet in der Praxis?

Zeitler: Wir stellen kuenftig Schnittstellen und Tools zur Verfuegung, die eine Integration der Server ohne Bruch erlauben. Diese Aussage untermauert Novell mit vier Initiativen.

CW: Wie sieht das im Detail aus?

Zeitler: Einmal wird es einen "Netware App Server Manager" geben, also einen Manager fuer Applikations-Server. Dieser integriert Benutzer, Administration und Konfiguration diverser Systeme in eine Novell-Umgebung.

CW: Fuer wann ist das Tool geplant?

Zeitler: Sie koennen vom ersten Halbjahr 1996 ausgehen. Unsere zweite Initiative ist das "Netware Services Licensing". Das bedeutet, dass Novell Netware-Dienste in portierbarer Form zur Verfuegung stellt, damit andere Applikations-Server-Hersteller diese nutzen koennen. In einem zweiten Schritt oeffnen wir weitere Bestandteile der Netware-Technologie wie Advanced File Services und Advanced Printing fuer Dritte.

CW: Sie lizenzieren NDS an andere. Doch Microsoft und IBM wollen ihre eigenen Verzeichnisdienste entwikkeln. Der Anwender hat von drei Diensten kaum einen Nutzen.

Zeitler: Da haben Sie recht. Doch es ist die Entscheidung von Microsoft und IBM, ob sie eine etablierte Technologie wie NDS nehmen oder ihr eigenes System schreiben. Unser Bestreben ist es, mit Partnern NDS zum Standard zu machen.

CW: Welche Partner?

Zeitler: Zum einen sind das die Telecoms dieser Welt, zum anderen Partner wie SCO und HP, die sich vertraglich verpflichtet haben, NDS in ihre Unix-Derivate einzubauen. Ebenso haben wir Lotus davon ueberzeugt. In den USA hat sich Lotus verpflichtet, fuer AT&T eine Notes-Version zu entwickeln, die NDS unterstuetzt.

CW: Kommen wir zurueck zur Integration der Applikations-Server.

Zeitler: Unsere dritte Initiative sind Unix-Partnerschaften. Novell erschliesst sich damit einen neuen Anwenderkreis. Alle Kaeufer von HP-UX und dem geplanten 64-Bit-Unix fuer den P7 sowie SCO-Produkten kommen in den Genuss der NDS sowie der Netware Connect Services (NCS).

CW: Und der vierte Streich?

Zeitler: Letzter Bestandteil unserer Bemuehungen ist "Net 2000". Dabei handelt es sich um einen Satz APIs fuer Entwickler.

CW: In diesem Zusammenhang werden alle moeglichen Entwicklungs- Tools genannt, nur Appware nicht. Heisst das, dass Appware stirbt?

Zeitler: Nein, wenn Sie so wollen, fuehren wir mit Net 2000 die Appware-Idee konsequent weiter. Damit haben wir zum ersten Mal einen Satz APIs fuer alle Betriebssysteme, fuer alle Hardwareplattformen und Prozessortypen, wobei es egal ist, ob diese nun in Rechnern eingebaut sind oder in intelligenten Geraeten stecken.

CW: Will Novell in Zukunft weniger vom Netware-Verkauf leben als vielmehr von den Royalties?

Zeitler: Nein, wir werden beides tun. Wir geben die Netware-Sales nicht auf, sondern weiten unsere Geschaeftsfelder aus, indem wir Novell-Technologie an andere lizenzieren. Nehmen Sie als weiteres Beispiel die Netware Connect Services. Da lizenzieren wir eine Technologie und profitieren damit von jedem Bit und Byte, das ueber den Draht geht, wenn ein Anwender beispielsweise NCS bei der Deutschen Telekom bestellt. Damit aendert sich unser Geschaeft; wir stehen kuenftig auf den zwei Standbeinen Verkauf und Licensing.

Mit dem deutschen Novell-Geschaeftsfuehrer Andreas Zeitler sprach CW-Redakteur Juergen Hill.