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25.06.2004 - 

Harmonie herrscht nur im Rechnungswesen

Geschäft und IT schlecht abgestimmt

MÜNCHEN (CW) - In vielen Unternehmen sind IT-Systeme unzureichend mit den Geschäftsprozessen abgestimmt. Einer Umfrage von Bearingpoint zufolge gelingt dieser Brückenschlag meist nur im Finanz- und Rechnungswesen sowie den zugehörigen ERP-Systemen.

Insgesamt 50 große Mittelständler und Konzerne haben die Unternehmensberater für ihre Studie befragt. Dabei nahmen sie die IT-Strategien der Anwenderunternehmen sowie deren Ausrichtung an den Geschäftsprozessen unter die Lupe. Nahezu alle Unternehmen (97 Prozent) gaben vor, eine IT-Strategie zu besitzen. Und 86 Prozent der Firmen haben sie eigenen Angaben zufolge mit der jeweiligen Geschäftsstrategie abgestimmt. Bedeutendste Einflußgrößen für die Formulierung der IT-Strategie sind der Studie zufolge neben den Anforderungen der Geschäftsprozesse die IT-Kosten (siehe Grafik "Ausschlaggebende Faktoren für die IT-Strategie").

Die Untersuchung der Prozesslandschaften und Systemarchitekturen lässt laut Bearingpoint erkennen, dass die IT-Systeme häufig stärker zentralisiert sind als die Prozesse, die sie unterstützen. Dies biete Anlass für Konflikte zwischen Fach- und IT-Abteilungen. Dabei fehlten oft Sponsoren, die als Schlichter vermitteln können. Sind dagegen die Geschäftsprozesse stärker zentralisiert als die IT, sollten Insellösungen durch übergreifende IT-Systeme abgelöst werden.

Optimal aufeinander abgestimmt sind die beiden Bereiche der Studie zufolge lediglich beim Finanz- und Rechnungswesen sowie den zugehörigen Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systemen. Dagegen falle der relativ hohe Anteil von Unternehmen auf, die nicht über ein Master-Data-Management-System verfügten. Nicht nur hier, sondern auch bei E-Procurement- und Data-Warehouse-Lösungen werde der Zentralisierungsgrad künftig zunehmen, prognostizieren die Bearingpoint-Berater. Schwach ausgeprägt sei die IT-Unterstützung von Prozessen derzeit noch in den Bereichen Service, Investitions-Management sowie Forschung und Entwicklung. Hier herrschten bislang Insellösungen vor. Viele Unternehmen hätten erheblichen Handlungsbedarf, was die Harmonisierung von Prozessen und Systemen betreffe.

Bei der Initiierung von IT-Projekten spielt die Geschäftsleitung mit zwölf Prozent nur eine untergeordnete Rolle. 42 Prozent der befragten Unternehmen gaben dagegen an, dass die Initiative von den Fachbereichen ausgehe. Damit haben diese mehr Einfluss als der CIO beziehungsweise die IT-Abteilung (40 Prozent). Letztere setzen jedoch die IT-Standards (73 Prozent), die Fachbereiche spielen dabei mit 17 Prozent nur eine Nebenrolle. (rg)

Abb: Ausschlaggebende Faktoren für die IT-Strategie

Die anhaltende Kostendiskussion wird die IT-Strategien von Anwenderunternehmen auch in Zukunft stark beeinflussen. Quelle: Bearingpoint