Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

07.08.1998 - 

Liste der "Cool Companies" vorgestellt

Geschäfte machen mit neuen High-Tech-Ideen

Wer sein Geld in High-Tech-Aktien steckt, sollte sich die in diesem Jahr veröffentlichten Namen gut merken. In der Vergangenheit lagen die von "Fortune" als "cool" bezeichneten Unternehmen in der Börsenbewertung meist deutlich über dem Durchschnitt so bedeutender Aktienindexe wie Standard & Poors 500, Nasdaq oder Russell 2000.

Das Wirtschaftsmagazin macht jedoch kein Hehl daraus, daß sich einige der "kühlen" Firmen als echte Rohrkrepierer herausstellten. Wer in massiv-parallele Technologien investierte und sein Geld in Thinking Machines steckte, oder wer - wie so viele - Silicon Graphics als Unternehmen der Zukunft sah, dem wurde eine teure Lektion erteilt. Andererseits galten Trends wie Intranet und Standardsoftware ebenfalls frühzeitig als cool, und hier zahlten sich Investitionen aus.

Cool nach den Maßstäben der Wirtschaftsgazette kann jedes High-Tech-Unternehmen sein, ob groß oder klein, profitabel oder nicht, privat gehalten oder Aktiengesellschaft. Ausschlaggebend ist allein, daß eine von "Fortune" einberufene Elite von IT-Koryphäen, seien es Investoren, Wissenschaftler oder Entrepreneure, anerkennend den Daumen hebt. Auf diese Weise veröffentlicht das Wirtschaftsmagazin alljährlich ein Sammelsurium origineller Geschäftsideen, die auch hierzulande die Phantasie potentieller Unternehmensgründer anregen könnten.

Neben geläufigen Namen wie dem Firewall-Anbieter Checkpoint Software, dem Spracherkennungs-Spezialisten Dragon Systems oder dem ADSL-Modem-Anbieter Aware stehen 1998 viele weitgehend unbekannte Adressen in der Liste. Die Gnade der Jury fand beispielsweise die 1996 gegründete Firma Teligent, die ein US-weites drahtloses Netz aufbaut, um lokale Telefondienste anzubieten. Der Newcomer, an dem der japanische Telecom-Riese NT&T einen Anteil von zehn Prozent hält, ging im November 1997 an die Börse.

Als Garant für einen Erfolg wird das hochkarätige Management gesehen, das sich aus ehemaligen Topleuten von Konzernen wie AT&T und MFS zusammensetzt. Wichtiger noch ist jedoch der unternehmerische Ansatz, kleine und mittlere Geschäftskunden in Städten wie Chikago, Denver, Los Angeles und demnächst 20 weiteren US-Metropolen mit preiswerten drahtlosen Telefondiensten zu versorgen. Damit sagt Teligent den Baby Bells den Kampf an. Kooperationen mit anderen Carriern ermöglichen es dem Anbieter, neben lokalen Telefonaten auch Ferngespräche und Internet-Zugriff anzubieten.

Bewunderung unter den Juroren fand auch der Internet-Telefonie-Spezialist E-Fusion. Es handelt sich um ein Spin-off von Intel, das von Firmen wie Microsoft, AT&T Ventures oder France Télécom gefördert wird und mit Netzspezialisten wie 3Com oder Ascend bereits wichtige Kooperationsverträge unterzeichnet hat. Das Unternehmen bietet Internet-Telefonie-Gateways für Internet-Service-Provider oder Firmen an, die ihr Call-Center Web-fähig machen möchten.

Mit einem solchen Gateway kann beispielsweise ein Kunde, der über das Internet einen PC bei einem Hersteller wie Dell ordert, per Mikrofon Sonderwünsche an den Verkaufsrepräsentanten senden und die sicherheitskritische Zahlungsabwicklung über mündliche Angaben erledigen. Im Gegenzug wird der Verkäufer in die Lage versetzt, mit seinem Kunden via Internet-Telefonie zu reden und ihm im Push-Verfahren relevante Web-Seiten auf den PC zu schicken. Außerdem erhalten Internet-Service Provider Software, mit der sie Kunden, die über eine normale Telefonleitung ins Netz gehen, eine Nachricht auf den Bildschirm senden können, wenn während der Online-Zeit ein Telefonanruf eintrifft.

Sogar als obercool gelten die gut 20jährigen Chefentwickler Barrett Comiskey und J.D. Albert von der Startup-Company E Ink im kalifornischen Anaheim. Sie wollen Allzweck-Displays entwickeln, die so dünn und beweglich sind wie die Seiten eines Buches. Grundlage ist die Idee eines Professors der Media Labs am Massachusetts Institute of Technology (MIT), der den Wunsch hatte, in Zukunft nur noch ein einziges Buch zu besitzen, das aus Hunderten, reprogrammierbaren Seiten besteht. Risikokapital in Höhe von 15,8 Millionen Dollar zur Entwicklung erster Produkte steuerten Firmen wie Hearst Corp. und Motorola bei.

Im nächsten Jahr soll ein kommerziell vermarktbares Ergebnis herauskommen: Preisschilder mit integriertem Pager, die sich in Kaufhäusern anwenden lassen. Beispielsweise könnte so eine Handelskette in allen Filialen zeitgleich und ohne großen Aufwand per elektronischer Nachricht die Preisauszeichnungen an den Regalen verändern. Dieses Produkt gilt jedoch nur als Einstieg in einen Markt, in dem auch wiederverwendbares Fax- und Druckerpapier sowie "E-Papier" als Display für Armbanduhren, Handies oder Küchengeräte für Absatz sorgen soll.

Besonders cool ist laut "Fortune" auch die Firma Autonomy, die eine Suchmaschine für das Durchforsten großer Bestände unstrukturierter Daten auf Basis von Mustererkennung entwickelt, oder die CTR Group, die sich nicht weniger vorgenommen hat, als ein 200 000 Meilen langes Unterwasser-Telecom-Netz aufzubauen.

Ein Unterwasser-Netz über 200000 Meilen

Das Mammutprojekt "Oxygen" wird voraussichtlich rund neun Milliarden Dollar kosten - eine Reihe der weltweit größten Bank- und Telecom-Gesellschaften haben ihre Unterstützung zugesagt. CTR plant zunächst, bis zum April 2002 weltweit 68 Länder an ein 98 000 Meilen langes fiberoptisches Kabel anzubinden, das eine Übertragungskapazität von wenigstens 640 Gigabit haben soll.

Ganz auf Internet-Inhalt setzt Medscape, ein Unternehmen, das mit Unterstützung der amerikanischen IT-Päpstin Esther Dyson gegründet wurde und Ärzte, Pharmazeuten sowie fachkundige Patienten mit neuesten medizinischen Informationen zu bestimmten Krankheiten versorgt. Bereits 600000 Menschen sind bei Med- scape registriert, darunter über 130000 Ärzte. Sie werden regelmäßig mit neuesten Informationen zu ihren besonderen Interessens- oder Forschungsgebieten bedient.