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02.06.2000 - 

Gewinn bricht um 20 Prozent ein

Geschäftsflaute zwingt Novell zu Kurskorrektur

DÜSSELDORF (hi) - Panikreaktion oder Strategie? Darüber diskutiert die Konkurrenz, seit Novell zeitgleich zum schlechten Quartalsergebnis eine Umstrukturierung ankündigte. Ziel ist eine stärkere Ausrichtung auf das Geschäft mit Netzdiensten und das Erschließen der Internet-Service-Provider (ISPs) als neue Kundenschicht.

Eine enttäuschende Bilanz legte Novell für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres vor. So brach der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 20 Prozent auf 31 Millionen Dollar ein. Dies entspricht einem Profit von neun Cent pro Aktie. Zahlen, die allerdings nur bedingt die wahre Lage widerspiegeln, denn in ihnen ist eine einmalige Lizenzzahlung von Caldera in Höhe von 35 Millionen Dollar enthalten. Um diese bereinigt, ergibt sich für das zweite Quartal nur ein Gewinn von zwei Cent pro Aktie. Der Umsatz betrug in diesem Zeitraum nur 267 Millionen Dollar (ohne die Caldera-Zahlung), verglichen mit 316 Millionen Dollar im zweiten Quartal 1999.

Eine besonders bittere Pille ist für Novell das Abschneiden der Cash-cow Netware. Im Boxengeschäft über den Fachhandel betrug der Umsatzrückgang im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres insgesamt 32 Prozent. Ein Verlust, der auch nicht mit dem stärkeren reinen Lizenzgeschäft oder dem Absatz von Net-Services-Applikationen aufgefangen werden konnte.

Hatte Novell Anfang Mai in einer ersten Gewinnwarnung noch das konkurrierende Windows 2000 für das schlechte Abschneiden von Netware verantwortlich gemacht, so sieht die Company nun die Schwierigkeiten im Fachhandelskanal als Ursache. Das Problem wollen die Netzwerker mit Hilfe einer Umstrukturierung in den Griff bekommen.

Michael Naunheim, Manager bei Novell Deutschland, kündigt an: "Wir untergliedern unsere Company künftig in vier Business Units, die als eigenständige Profit-Center agieren." Dabei soll sich die Net-Management-Gruppe auf das Geschäft mit existierenden Produktlinien wie Netware, Groupwise, Bordermanager und Zenworks konzentrieren. Gleichzeitig wird sie Großkunden sowie den Fachhandel betreuen. Rund um die Novell Directory Services (NDS) und verzeichnisbasierte Softwarelösungen wie Dir XML, Single Sign on, E-Guide etc. ist der Bereich Net Directory aufgebaut. Dem Thema E-Commerce und ISPs widmet sich künftig die Business-Unit Net Content. Sie konzentriert sich auf Technologien zur Verteilung und Bereitstellung von Internet-Inhalten. In der vierten Gruppe, Novell Costumer Services, sind Consulting, Training und technischer Support zusammengefasst.

Während Analysten Novells Umstrukturierung als Reaktion auf die schlechten Quartalszahlen werten, verkauft Manager Naunheim die Neuorganisation als Bestandteil der auf der Brainshare 2000 vorgestellten Strategie eines "One Net", in dem Netware nur noch eine Plattform von vielen für Netzdienste ist.