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10.12.2004

Geschäftsregeln in Code gießen

Die Software "Visual Rules" von Innovations ermöglicht es, Business-Regeln zu modellieren und aus ihnen fertige Anwendungslogik zu erzeugen.

Visual Rules ist ein Werkzeug für die grafische Modellierung von Geschäftslogik für Java- und Cobol-Architekturen. Damit Anwendungen nicht mehr bei jeder Änderung und Erweiterung von Geschäftsregeln modifiziert und gewartet werden müssen, vertreten Tool-Hersteller wie Innovations aus Immenstaad den Ansatz, Anwendungslogik grundsätzlich getrennt zu entwickeln, um sie leichter pflegen zu können. So lassen sich mit Visual Rules Regelmodelle vergleichbar einem Flussmodell aufbauen, aus denen Generatoren Java-Bytecode (Klassen und Laufzeitbibliothek) oder als Besonderheit im Markt auch Cobol-Sourcecode erzeugen. Der Code wird anschließend vom Entwickler entweder direkt in die Anwendungen integriert oder auf einem Java-Applikations-Server als Enterprise Javabean oder Web-Service eingesetzt.

Konzeptionell unterscheidet sich Visual Rules von den meisten Business-Rules-Management-Systemen (BRMS) indem es Regeln als Teil einer Anwendung erzeugt, die im Betrieb nicht mehr interpretiert werden. Bisherige Systeme bestehen hingegen im Kern aus einer Regel-Engine und einem separaten Repository, in dem zuvor mit diverser Regelsyntax und Formalismen generierte Regeln hinterlegt sind. Die Integration beider Teile erfolgt erst zur Laufzeit und nicht bei der Kompilierung. Problematisch für die Leistung einer solchen Anwendung kann es sein, dass die Regel-Engine beim Auslösen einer Regel das Repository erst durchsuchen muss, um Vorbedingungen für dieses Ereignis in Form von Regeln zu finden. Auch verwendet Visual Rules nicht wie sonst oft in Rules Engines üblich Varianten des Rete-Algorithmus, der helfen soll, Regelsysteme laufend zu optimieren. Dieser Ansatz ist laut Geschäftsführer Thomas Cotic nur in Anwendungsszenarien gerechtfertigt, in denen Kunden sehr viele Einzelregeln aufstellen müssen, meist kennen Fachanwender ihre Geschäftsregeln bereits und müssen sie nicht erst identifizieren. "Der Rete-Algorithmus hilft ermitteln, welche Entscheidungen wann herauskämen. Doch bleibt das Problem, nachzuvollziehen, warum ein Ergebnis eingetroffen ist." Auch ändern sich laut Cotic in vielen Unternehmen Geschäftsregeln nicht ständig: "Warum sollen die Regeln millionenfach interpretiert werden, wenn man stattdessen ein fertiges Programm generieren kann, das sich sofort anwenden lässt?"

Zudem führen herkömmliche BRMS zu einem komplexen und verschachtelten Entwurf von Regeln, die lediglich sequentiell aufgelistet und für den Anwender schnell undurchsichtig werden. Modellbasierende Verfahren, wie sie auch Anbieter wie Corticon oder Ilog mittlerweile verfolgen, versprechen hingegen intuitiver zu sein und den Kontext einer Regel zu wahren.

Regeln werden in Visual Rules nicht separat aufgebaut, sondern über das Modell fest miteinander als Regelbaum "verdrahtet". Die Suche nach Vorbedingungen wird dabei ebenso wie Verzweigungen (Knoten), Aktionen und Berechnungen farblich im Diagramm dargestellt. Allerdings müssen Knoten ebenso präzise beschrieben sein wie bei herkömmlichen Tools. Ferner bietet Visual Rules einen grafischen Editor, mit dem sich für die Datenanbindung Bedingungen, Parameter, Variable und Konstanten festlegen lassen.

Integration mit Eclipse

Visual Rules ist als Stand-alone-Version unter Windows erhältlich oder erweitert als Plugin die Entwicklungsumgebungen "Eclipse", "IBM Websphere Studio Workbench" und "SAP Netweaver Developer Studio". Mitgeliefert werden Funktionen für das Debugging, Monitoring und den Test von Regeldurchläufen. Außerdem kann das Regelsystem die Features zur Projektverwaltung der genannten Produkte nutzen. Ferner ist es möglich, die Regelmodelle und den Regelcode inklusive der Anwendung zu versionieren, indem Visual Rules die für die anderen Produkte erhältlichen Tools zur Ressourcenverwaltung wie "CVS" mit verwendet.