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07.10.1977

Gesucht: Qualifiziertes, erfahrenes EDV-Personal

So paradox das auch klingen mag: Auf dem heutigen Personalmarkt sucht man oft vergeblich nach qualifiziertem EDV-Personal. Obwohl von EDV-Akademien Universitäten und Hochschulen laufend Spezialisten ausgebildet werden in der Praxis will sie kaum jemand haben. Was gesucht wird, muß erfahren sein, also mehrjährige Praxis nachweisen können. Ein Zitat aus unserer Befragung: "Die Leute müssen sofort produktiv einsetzbar sein..." Und wenn man schon Abstriche machen muß, dann nimmt der Anwender lieber Hochschulabsolventen, denn "die juckt es doch unter den Fingern, endlich die Praxis kennenzulernen..." oder "Abgänger von Hochschulen haben ein höheres Niveau".

Was in der Großstadt noch gelingen mag, versagt in der Provinz jedoch meist gänzlich: Den EDV-Profi zum Umzug zu bewegen.

Denn welcher Spezialist wechselt freiwillig den Ort, wenn sich die ihm gebotenen Bezüge nicht gravierend erhöhen oder ein "hoher Freizeitwert" ihm die Sache attraktiv gestalten. Außerdem, einen krisensicheren Arbeitsplatz verläßt man in der heutigen Zeit ungern, und wer weiß, was danach kommt...

Das Gros der Anwender, die unter solch ungünstigen Voraussetzungen Mitarbeiter suchen, hat Probleme: "Wir können nicht immer aus den eigenen Reihen rekrutieren - hier muß einfach einmal, frisches Blut und fremdes Know-how hinein, sonst treten wir auf der Stelle..." so und ähnlich lauteten die Aussagen von Personalverantwortlichen. Und nicht alles was wir bei unserer Umfrage erfahren haben, durfte veröffentlicht werden... hö

Dr. Martin Balleer,

Stv. Mitglied der Vorstände, Gothaer Lebensversicherung a. G., Göttingen

Wir suchen seit mindestens einen Monat einen Programmierer, der auch organisatorische Aufgaben wahrnehmen soll. Ebenso, wie unsere Organisatoren für bestimmte Teilbereiche programmieren können. Bisher hatten wir Schwierigkeiten, akzeptable Bewerbungen zu bekommen, obwohl unser Bereich Projektentwicklung nach Anwendungsgebieten, nicht etwa nach Funktionen wie Systemanalyse und Programmierung strukturiert ist. Unsere Anforderungen sind also recht hoch, (...) alle bisherigen Vorstellungen verliefen ohne Erfolg. Jetzt haben wir unsere Personal-Anzeige ausgedehnt, und wie es scheint, fallen die Bewerbungen besser von dort aus. Natürlich taucht hier das Problem auf daß die Leute einen Ortswechsel in Kauf nehmen müßten und die Bezüge bei einem Arbeitsplatzwechsel sind nicht so wesentlich höher, daß sich ein Umzug echt rentiert. Die Forderungen, die aus diesem Grund an uns gestellt werden, überschreiten den Rahmen des Möglichen bei weitem.

Bevorzugen würden wir Fachschulabsolventen mit etwa zwei oder drei Jahren Programmiertätigkeit, die bei uns sicherlich recht anspruchsvolle Arbeit finden könnten. Zwar gibt es eine ganze Reihe Fachschulabsolventen ohne Praxis, aber die meisten Unternehmen tendieren mehr zu Hochschulabsolventen (...) die einmal billiger sind und (...) zudem - aufgrund ihres hohen Ausbildungsniveaus - sehr schnell in die Materie einarbeiten. Auch wir haben diesbezüglich recht positive Erfahrungen gemacht.

Geht man unter das Hochschul-Ausbildungslevel, so erwartet man meist Praxiserfahrungen, damit diese Mitarbeiter schnell produktiv werden können.

Auf unsere Akquisitionen haben sich bisher Leute beworben, bei denen bereits von der Bewerbung abzulesen ist, daß bestimmte Gründe, die nicht in der fachlichen Eignung liegen sie dazu geführt haben, ihre bisherige Firma zu verlassen. Oft sind dies Personen, die sich in Fortbildungskursen weitergeschult haben.

Wenn wir den erfahrenen Programmierer, wie wir ihn suchen, nicht bekommen, müssen wir andere Möglichkeiten in Betracht ziehen, wie etwa Mitarbeiter aus den Betriebsabteilungen, die in keiner Beziehung zur EDV stehen, zur Bewerbung heranziehen. Allerdings hatten wir bereits eine innerbetriebliche Ausschreibung durchgeführt, wobei jedoch der Schwerpunkt auf Programmiererfahrung lag; und außerhalb des Programmiererstabs gibt es das Know-how nicht. Wir haben früher sehr oft Betriebspraktiker in die Programmierung hineingenommen. Allerdings bin ich der Auffassung, daß man damit nicht zu lange warten sollte, denn die Lernfähigkeit hört im Laufe der Zeit auf, und damit steigt die Schwierigkeit, in die Materie EDV Eingang zu finden. Wir nehmen jedoch gerne Mitarbeiter, die zumindest einige EDV-Kenntnisse haben also wissen, was sie dort erwartet. Einmal werden dadurch die Enttäuschungen geringer sein wenn es dem einzelnen nicht gelingt, fest Fuß zu fassen, und zum anderen geht der Betrieb ein kleineres Risiko ein, weil er geringere Stornoquoten in Kauf nehmen muß bei denjenigen, die von draußen in die EDV hineingehen. Unsere Pläne gehen dahin, vielleicht ein oder zwei Auszubildende gleich direkt im Anschluß an ihre kaufmännische Ausbildung probeweise in die EDV hereinzunehmen. So können beide - Betrieb und Mitarbeiter - prüfen, ob diese Arbeit geeignet ist.

Hermann Holzke,

ONDAL Zweigniederlassung der Wella AG, Hünfeld bei Fulda

Wir suchen seit etwa einem dreiviertel Jahr Mitarbeiter für die Abteilung Organisation und Datenverarbeitung: Einen EDV-Leiter und Programmierer. Zu einer Lösung sind wir noch nicht gelangt. Auf dem heutigen Personalmarkt scheint man danach auch vergeblich zu suchen.

Wir haben eine Burroughs-Anlage installiert, und obwohl das System als "Exote" gilt,

liegt es nicht an der Hardware, daß wir die von uns gesuchten Spezialisten nicht bekommen. Mit ein Grund für unsere vergeblichen Bemühungen ist wohl auch die regionale Lage: Hünfeld ist Zonengrenzbezirk. Darüber hinaus sieht die Arbeitsmarktsituation derzeit wohl so aus, daß generell Mitarbeiter da bleiben, wo sie noch nicht ganz unzufrieden sind. Es sei denn, ihnen wird ein wirklich lukratives Angebot gemacht. Auch wir würden gerne anbieten, aber bisher sind wir noch gar nicht so weit gekommen.

Ein weiterer Grund ist sicherlich, daß sich in letzter Zeit beim EDV-Personal die Spreu vom Weizen getrennt hat. Lange Jahre galt auch der Werkzeugmacher oder -Buchhalter mit EDV-Ausbildung als Datenverarbeitungsspezialist. Heute sitzt der "Weizen" in festen Positionen, und die "Spreu" findet man überall - zum großen Teil auch unter unseren Bewerbungen.

Bisher haben wir unser EDV-Personal mehrfach aus eigenen Reihen rekrutiert, nur tritt irgendwann einmal eine Art "Sättigungsgrad" ein, denn oft sind der Wissensstand und das Leistungsvermögen der einzelnen an einer Grenze angelangt, da das Wissen oft autodidakt oder durch firmeninterne Schulung angeeignet wurde. Hier muß einmal "frisches Blut" hinein, mit neuen Ideen und externem Know-how.

Wir lösen unser Personalproblem zwischenzeitlich mit Programmiererkapazität von einem Teilzeitunternehmen, da eine Notsituation auf diese Weise relativ schnell zu überbrücken ist.

Sehr viele Alternativen bleiben uns nicht. Wir müssen also weiter inserieren und auf Erfolg hoffen. Auch wurde das Arbeitsamt eingeschaltet, nur erwarte ich aus dieser Richtung wenig Hilfe, denn wer heute arbeitslos ist, bringt sicher nicht die von uns geforderte Qualifikation mit.

Dieter Leicht,

Leiter Organisation und Programmierung, Lingner + Fischer GmbH, Bühl/Baden

Wir suchen einen engagierten Programmierer, der an unserer 370/138 eigenverantwortlich an der Lösung neuer und ständig wachsender Aufgaben arbeitet.

Neben einer qualifizierten Ausbildung sollte die Programmiersprache PL 1 perfekt beherrscht werden, ebenso wurden praktische Erfahrungen in Assembler verlangt.

Um diesen Mitarbeiter zu finden, mußten wir nur eine einzige Annonce schalten. Sechs der bei uns eingegangenen Bewerbungen kamen von erfahrenen Programmierern, also keinesfalls Kandidaten, die eine der EDV-Fachschulen absolviert hatten.

Es trifft sicher zu, daß für ein Unternehmen "in der Provinz" die Beschaffung von qualifiziertem Personal nicht immer leicht ist. Allerdings kommt uns hierbei unser reizvoller Firmensitz zwischen Baden-Baden und Straßburg sehr zugute, denn in einen Ort mit derart hohem Freizeitwert wechselt man gerne. Andererseits haben wir noch den Vorteil, über eine langjährige EDV-Stamm-Mannschaft zu verfügen, deren Fluktuation sehr gering ist. Darüber hinaus stehen wir in einem engen EDV-Erfahrungsaustausch mit unserer Muttergesellschaft in London. Eine Gefahr der "Provinzialisierung" ist bei uns nicht gegeben.