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26.03.2015 - 

Health-Apps

Gesundheitsexperten warnen vor Fehldiagnosen durch Medizin-Apps

Gesundheits- und Fitness-Apps können zu Fehldiagnosen verleiten. Davor warnt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf einem Symposium in Bonn anlässlich des wachsenden Trends zu Fitness- und Gesundheits-Apps.

Das Risiko einer Fehldiagnose bestehe insbesondere dort, "wo Apps zur Diagnostik und Therapieentscheidung genutzt werden, zum Beispiel zur Bilddarstellung in der ärztlichen Diagnostik, zur Bildinterpretation von Karzinomen oder auch zur Berechnung einer Medikamentendosis". Die Experten betonten, wie wichtig eine Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedinungen in diesem schnell wachsenden und sich schnell verändernden Markt sei. "Patienten und Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass Apps für medizinische Zwecke klar reguliert und verlässlich geprüft werden", sagte BfArM-Präsident Prof. Dr. Karl Broich.

Broich fordert außerdem von den Programmierern von medizinischen Apps ein Verantwortungsbewusstsein und gleichzeitig von Patienten und Verbrauchern einen kritischen Umgang mit diesen Apps. Die auf Smartphone oder Tablet installierten Zusatzanwendungen aus dem Gesundheitsbereich, deren Zahl in den vergangenen Jahren rasant angestiegen ist, vermessen Fitness-Daten, geben Gesundheitstipps und analysieren physiologische Daten. Dabei ist die Grenze zwischen Wellnessanwendung und Medizinprodukt nach Ansicht des BfArM nicht immer klar zu erkennen. Außerdem bestünden Datenschutzrisiken, wenn Patientendaten gesammelt, über Netze übertragen und zentral gespeichert werden.

Apple hat in der Betriebssystemversion iOS 8 mit Healthkit eine Sammelstelle für Fitness- und Gesundheitsdaten eingeführt, die von iPhone, iPad oder Drittanbieter Gadgets mit Daten gespeist wird und diese auswertet und grafisch aufbereitet. Mit hat Apple zudem vor kurzem eine Open-Source-Software-Umgebung für medizinische und gesundheitliche Forschung angekündigt, die im April in den USA an den Start gehen soll. Sie soll Ärzten und Wissenschaftlern dabei helfen, Daten regelmäßiger und zuverlässiger von Teilnehmern zu sammeln, die iPhone Apps nutzen. Wenn der Teilnehmer die Erlaubnis gibt, können die Apps auf Daten der Health App zugreifen. Das sind beispielsweise Gewicht, Blutdruck, Blutzuckerspiegel oder die Nutzung von Asthmasprays, die durch Geräte und Apps von Drittherstellern gemessen werden.

Auch Google und Microsoft haben bereits Plattform für Gesundheits- und Fitness-Daten gelauncht. Ärzte und Gesundheitsexperten warnen schon länger davor, dass die in solchen Apps angezeigten Fitness- und Gesundheitsdaten für sich allein nicht ausreichen, um zutreffende Diagnosen zu erstellen, und deshalb einen Arzt ersetzen. Dazu müsste beispielsweise auch die generelle Lebensweise des Patienten berücksichtigt werden. Außerdem seien die Messungen durch Apps meist zu ungenau. Health-Apps könnten aber - sowohl im positiven wie im negativen Sinne - Einflusss auf das Bewusstsein und das Verhalten von Menschen nehmen.

Auf der Tagung des BfArM diskutierten 200 Teilnehmer aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Verwaltung sowie Anwender, Ärzte, Juristen und Vertreter von Patientenorganisationen über die Chancen und Risiken von Medizin-Apps. (hal)

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