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27.07.1979 - 

CW-Umfrage zu IBMs DDP-Philosophie:

Geteilte Meinung über verteilte Intelligenz

MÜNCHEN - Als IBM in den Markt der Distributed Processing (DDP)-Systeme einstieg, begann die Verwirrung. Sichtbares Zeichen: Die VBs der beiden konkurrierenden IBM-Geschäftsbereiche "Datenverarbeitung" (DV) und "Basis-Datenverarbeitung" (BDV) gehen die sich überlappenden potentiellen Zielgruppen asynchron an. Im Marschgepäck der DV-Armada befinden sich das Informationssystem 8100 und die 4300er Serie, während BDV den Datenbankcomputer /38 sowie die Minicomputer der Serie /1 im Tornister trägt. Die COMPUTERWOCHE fand bei einer Umfrage bestätigt, daß nur wenige Anwender in der Lage sind, IBMs DDP-Philosophien zu verstehen und das optimale Produkt für den eigenen Bedarf herauszufinden.

So ganz klar sei ihm Sache mit der dezentralen Datenverarbeitung nicht, meint Albert Marsch, Leiter der Datenverarbeitung bei den Industriewerken Karlsruhe, "auch aufgrund dieser breiten IBM-Palette". Helmut Sauer, EDV-Sachbearbeiter bei der Boehringer Mannheim GmbH, drückt es so aus: "Eine klare Angelegenheit ist Distributed Processing für uns nicht; wir sind da noch im Zweifel. Die vielen Möglichkeiten mit der 8100 und den anderen Systemen haben uns da doch verwirrt " Und: "Uns suchen die VBs aus beiden IBM-Geschäftsbereichen auf, obwohl wir über kein Gerät aus der Basis-Datenverarbeitung verfügen."

Auch bei der Doornkaat AG, Norden, fuhr IBM zweigleisig. Berichtet Systemprogrammierer Ludwig Cassens: "Jeder IBM-VB hat bei uns sein System vorgestellt. Ich persönlich meine, daß das System /38 vom Datenbankkonzept her das zukunftweisende System ist - was man von der 4300 mit der vorhandenen DOS/ VS-Software nicht sagen kann."

Da die /38 für die "Landwein"-Fabrikanten vom Aufbau her aber zu klein ist, muß nun doch eine 4300 ran. Das 31er-Modell der E-Serie ist jedoch ebenfalls zu klein, und - so Cassens - "die 41er können wir von der Manpower her nicht auslasten. Da steckt im Moment bei uns der Konflikt".

Harald Wetzel, zuständig für die gesamte Datenverarbeitung bei der Troisdorfer Dynamit Nobel AG, hat keine Probleme: "Im Falle von Kleininstallationen in den Zweigwerken kommt IBM nicht in Frage. Im übrigen haben wir die 8100-Konzeption schon früher mit anderer Hardware realisiert."

Auf 25 000 bis 44 000 beziffert IDC die weltweit für die 8100 vorliegenden Aufträge. Die Ankündigung der 4300, so berichten die Marktforscher weiter, hat zu vielen Annullierungen bei den 8100-Aufträgen geführt - auch wegen der Aussicht auf kürzere Lieferzeiten bei der E-Serie.