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11.09.1992

Geteiltes Land in der Mitte

Vom Mainframe- zum Mainstream-Computing, frotzeln Marktbeobachter angesichts der installierten Basis der AS/400. Auf der Mainstreet allerdings dürften sich die IBM-Midrange-User der /38-Nachfolge-Maschine nicht befinden, höchstens in einer sehr breiten Sackgasse, die sich selbst zum Marktplatz erklärt. Wer hier einkauft, verläßt sich immer noch auf den Big-Blue-Bonus in der Hoffnung, die Strategen der Offenheit kämen in der nächsten Legislaturperiode ja doch nicht an die Macht. Indes dürften die Dissidenten in den nicht ganz geschlossenen IBM-Reihen mit ihrem aggressiven Marketing für die RS/6000 den Vertrauens-Bonus allmählich zum -Malus uminterpretieren.

So gut steht die AS/400 nämlich in der Tat gar nicht da, auch wenn ihre Installationszahlen für ein Mehrheitsvotum sprechen, was über die Qualität dieser Entscheidung ja nichts aussagt. Ad-hoc-Zuverlässigkeit und Zukunftssicherheit sind im Falle der IBM-Midrange-Welt zwei paar Stiefel.

- Wer nicht an standortübergreifende Kommunikation denkt,

- wer keine Verbindung braucht zu Systemen, die eine andere Klasse von Prozessoren haben,

- wer mit Multivendor-Netzen nichts im Sinn hat und

- für wen die Portabilität von Anwendungen ohne Bedeutung ist, für den ist die AS/400 bis ins dritte Jahrtausend o.k. (siehe nebenstehenden Beitrag).

Die Vielzahl der Kommunikations-Tools sowohl bei der AS/400 als auch bei der RS/6000 sprechen eben gerade nicht dafür, daß im geteilten IBM-Midrange-Land Systeme anzutreffen sind, die besonders geglückt miteinander kommunizieren können (siehe Seite 47: "Das Midrange-System AS/400 kommuniziert über Gateways" und Seite 41: "RS/6000 erfüllt Bedingungen der TCP/IP- und der SNA-Welt").

Eine ganz empfindliche Stelle in der Argumentation pro AS/400 ist das Thema Datenbank. Wie schlüssig ist denn langfristig die Behauptung, daß zwei Komponenten, Betriebssystem und Datenbanksystem, einen Nachteil darstellen gegenüber einer integrierten Datenbank, wie sie die Datenbankmaschine AS/400 aufweist? "Modularität versus Integration", das Thema ist im IBM-Midrange-Land nicht ausdiskutiert (siehe Seite 35: "Die Mittlere Datentechnik aus Sicht eines AS/400-Softwareschmiedes "). bi

brik nach den ISO-9000-Vorgaben hergestellt. Das Assemblieren übernehmen den Angaben zufolge Integration-Centers auf den einzelnen Kontinenten. Von dort aus sollen die Produkte dann direkt zum Kunden gehen.

Die sechs PC-Modelle sind modular aufgebaut. Bis auf das Einstiegsmodell "DEC pc 33sx LP" (386SX, 33 Megahertz), das für knapp 900 Dollar auf den Markt kommt, läßt sich bei sämtlichen Geräten die CPU-Leistung aufrüsten. Laut Digital kann der 386er PC(386DX, 40 Megahertz) über eine Tochterplatine in jede der 486er Varianten verwandelt werden. Für die PCs mit 486-CPU (25-MHz-486SX-, 33-MHz-486DX-, 50-MHz-486DX-2-, 66-MHz-486DX-2-Chip) bietet sich neben der Möglichkeit, auf eine schnellere CPU zu wechseln, die Installation eines Overdrive-Prozessors an, für den ein Sockel vorgesehen ist. Wie aus den technischen Details hervorgeht, sind die aufrüstbaren Modelle speziell für Windows-Anwendungen konzipiert.

Während die EISA-Rechner in den USA in beschränktem Umfang bereits vermarktet werden-für das leistungsstärkste Modell ist der Preis auf etwa 2200 Dollar angesetzt -, gibt sich die deutsche DEC-Niederlassung noch bedeckt. Wann man die Rechner vorstellen werde, stehe noch nicht fest, so Pressesprecher Schnabel.

Erfahrungsgemäß liegt zwischen den US-Ankündigungen und den Präsentationen der deutschen Töchter jedoch nur eine kurze Zeitspanne - so kann man auch bei DEC davon ausgehen, daß die neuen LP-PCs in den nächsten Monaten auf dem deutschen Markt präsentiert werden.

Daß sich Digitals Engagement im PC-Markt tatsächlich in höheren Marktanteilen und damit in steigenden Umsatzzahlen ausdrücken wird, steht für Branchenkenner jedoch noch nicht unbedingt fest. Andrew Seybold, Marktforscher bei Dataquest, ist zwar zuversichtlich: "DEC geht mit einem aggressiven Preis auf den Markt. Ich denke, die Firma wird sich zu einem starken Player entwickeln." Doch Steve Widen, Analyst bei

der Workgroup Technologies Inc., teilt diese Euphorie nicht. Er äußert sich vorsichtiger: "Zuvor war DEC im PC-Markt nicht konkurrenzfähig. Außerdem fehlte die Bindung zu den PCs. Jetzt hat DEC aber zumindest eine Chance." Schwierig werde es für den Minimaker jedoch allemal werden, auch Anwender außerhalb der installierten DEC-Basis an Land zu ziehen, äußern Analysten gegenüber der "Computerworld".

Lebenszeichen der AS/400 bis ins Jahr 2000

Regelmäßig mit der Ankündigung neuer AS/400-Modelle muß sich IBM die Frage gefallen lassen, ob das System AS/400 eine überlebensfähige Architektur hat oder ob die Produktlinie in absehbarer Zeit auslaufen wird. Dazu sagte im Februar dieses Jahres, also bei der vorletzten Neuankündigung, Robert LaBant vom IBM Application Business Systems Center in Somers, New York; "Ich kann Ihnen mit vollem Vertrauen sagen, daß die AS/400 in absehbarer Zeit nicht sterben wird. Ich glaube, Wert und Qualität der AS/400-Umgebung werden deutlich, wenn man sich den Erfolg bei unseren Kunden ansieht."

Enthusiasten bescheinigen der AS/400-Architektur eine Überlebensfähigkeit bis ins Jahr 2000 und halten sie für den Nachfolger der 43xx-Systeme. Schon 1995 sollen bis zu 20 000 Anwender auf einer Maschine arbeiten können. Solche Statements kommen-wen würde das überraschen-in erster Linie von Herstellern, die Zusatzkomponenten für die 5250-Emulation herstellen. Sie haben ihre Zielvorstellungen exponentiell erweitert, doch gibt es in der technologischen Weiterentwicklung von Minicomputern auch andere aussichtsreiche Perspektiven.