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29.04.1988 - 

Integrationskonzepte sind bei den Besuchern kaum gefragt:

Getrübte ClM-Freude auf der Hannover-Messe

HANNOVER (bk) - Die unscharfe Abgrenzung zwischen CeBIT und Industrie-Messe bei den C-Techniken hatte erstmals Folgen: Die Halle 18 zeigte zur diesjährigen Industrie-Schau Ermüdungserscheinungen. Arg vermißt wurden von den Ausstellern vor allem die Entscheidungsträger. Gegenüber der CeBIT gerät die Industrie-Messe jetzt unter Druck.

Auch im dritten Jahr der Teilung ist es den Hannoveranern nicht gelungen, CeBIT und Industrie-Messe im Bereich der C-Techniken klar zu strukturieren. Im Gegenteil: Die Überschneidungen im Ausstellungsangebot der CAD/CAM-Anbieter in Halle 18 - IBM beispielsweise veränderte gegenüber der CeBIT die Exponate überhaupt nicht - wirkte sich jetzt auf das Publikumsinteresse aus. Bis zur Halbzeit waren die CIM-Stände eher dürftig besucht; viele CAD/CAM-Aussteller beklagten einen drastischen Besucherschwund.

Das Publikum scheint somit realisiert zu haben, daß ihnen die Halle 183 auf der Industrie-Messe in Sachen lntegration kaum anderes bietet als auf der CeBIT. Zur Computerschau im März lockte die Halle den DV-Interessierten bereits als Treffpunkt der C-Techniken (1987: CIM-CAD/CAM-Systeme), beim Industrie-Spektakel indes unter dem Kunstbegriff "Intermatic". Michael Krug, Pressesprecher von Hewlett-Packard: "CIM läßt sich nun einmal nicht nur für die Industrie-Messe reservieren." Das Publikum hat das begriffen.

Diskutiert wurde in Halle 18 jedoch weniger das mangelnde Publikumsinteresse, sondern vielmehr der signifikante Wandel der Besucherstruktur. Nahezu völlig aus blieben bei vielen Anbietern die noch zur letztjährigen "großen" Hannover-Messe zahlreich erschienenen Entscheidungsträger - zumindest in den ersten Tagen. Konstatiert Axel Schornstein, Marketingchef von Norsk Data: "1987 kamen zur CeBIT die Fachbereiche, zur Industrie-Messe die Leute aus den Vorstandsetagen. In diesem Jahr ist es genau umgekehrt." Eine Erklärung für diese Besucherverlagerung hat er nicht.. Auch IBM zeigte sich ratlos. Habe man zur CeBIT mehr Entscheider als erwartet begrüßen können, seien sie in den ersten Tagen der Industrie-Messe fast ausgeblieben. Formuliert HP-Standleiter Georg Gossmann erneut seine Forderung an die Hannoveraner Messemacher: "Die Messe AG muß das Profil der beiden Messen - CeBIT und Industrie - noch klarer ausarbeiten."

Dies ist für die CAD/CAM-Aussteller in Halle 18 "überlebenswichtig". Zur diesjährigen Industrie-Messe glich die "Intermatic"-Halle einem Gemischtwarenladen, ein durchgängiges Konzept war nicht zu erkennen. So versuchten sich vor allem kleinere Unternehmen mit Einzellösungen - hier ein CAD-System, dort eine PPS-Anwendung -, während die "Großen" anspruchsvolle Organisationsabläufe und Fertigungsprozesse demonstrierten. Digital Equipment wiederum richtete seine Präsentationen in diesem Jahr zielgruppenorientiert, sprich: nach Branchen aus. Darüber schwebte der Intermatic-Leitstand, auf dem die Verknüpfung einzelner Produkte unterschiedlicher Anbieter demonstriert wurde. Auch dieser Sonderstand fand beim Publikum kaum lnteresse.

Den Fachleuten aus Konstruktion und Fertigung, die in diesem Jahr schwerpunktmäßig die Halle 18 besuchten, bescheinigten die CAD/ CAM-Aussteller aber immerhin mehr Fachverstand und eine bessere Vorbereitung als in den Vorjahren. Gezielt informierten sich die Interessenten über spezielle Anwendunsbereiche von CIM-Bausteinen, diskutierten mit den Anbietern über Einstiegs- und Erweiterungsmöglichkeiten, vor allem aber über Einbindungsprobleme der vorhandenen Systeme in eine neue DV-Umgebung. "Die CIM-Botschaft ist angekommen", bemerkte denn auch Holger Becker, Standleiter von Digital Equipment. In der Tat: Die Fertigungs-Fachleute haben erkannt, daß ihnen bloßes Marketinggeschrei über "CIM-Konzepte" keine Integrationslösung beschert.