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06.03.2007

Getrübter Blick in die Glaskugel

Prognosen über die Entwicklung der IT-Budgets bedeuten eine Gratwanderung zwischen höherer Statistik und Kaffeesatzleserei.

Regelmäßig holen die Analysten ihre Glaskugeln aus dem Schrank, blicken tief hinein und versuchen, die Entwicklung der IT-Budgets im laufenden Jahr vorherzusagen. So auch im Februar. Zahlreiche Marktforschungsunternehmen haben ihre Prognosen veröffentlicht - mit zum Teil recht unterschiedlichen Ergebnissen.

Was im Februar sonst noch geschah ...

Microsoft warnt vor überzogenen Erwartungen hinsichtlich des neuen Betriebssystems Vista. Hewlett-Packard, Cisco und Google setzen ihre Höhenflüge fort und melden neue Rekordergebnisse. Vodafone kauft sich für über 13 Milliarden Dollar in den indischen Mobilfunkmarkt ein. Die Deutsche Telekom streitet mit den Gewerkschaften um Gehälter und Arbeitszeit. BenQ Mobile wird abgewickelt.

Martin Bayer

Der ITK-Markt befindet sich in einem rasanten Wandel. CW-Redakteur Martin Bayer berichtet Monat für Monat im Branchenmonitor über die wichtigsten Ereignisse. Seine persönliche Marktsicht fasst er in der computerwoche für Sie zusammen. Noch näher am Puls des ITK-Marktes sind nur Sie, lieber Leser. Scheuen Sie sich nicht, uns über interessante Entwicklungen zu informieren und uns "die Meinung" zu sagen.

Kontakt: Martin Bayer, Tel. 089/360 86-697 oder mbayer@computerwoche.de.

Gartner meldet für das laufende Jahr weltweit einen Anstieg der IT-Budgets von rund drei Prozent im Vergleich zu 2006. Die deutschen IT-Leiter müssten die Gürtel jedoch etwas enger schnallen. Sie hätten im laufenden Jahr 1,1 Prozent weniger Geld in ihrem IT-Säckel.

Dagegen rechnet RM Consult für 2007 mit einem Anstieg der IT-Investitionen in Deutschland um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am Ende könnte das Plus sogar noch deutlich höher ausfallen. 2005 hatten die Marktforscher für das folgende Jahr eine stagnierende Entwicklung prognostiziert. Als die IT-Leiter ein Jahr später gefragt wurden, wie sich ihre Budgets 2006 im Vergleich zum Vorjahr entwickelt hätten, trat ein Plus von 4,2 Prozent zutage.

Analysten im Blindflug? Bestimmt nicht. Die hoch bezahlten Marktforscher werden sich kaum die Köpfe zerbrechen, Fragebögen entwerfen und auswerten, um am Ende eine wachsweiche Budgetpeilung hinauszuposaunen, deren Halbwertszeit kaum bis zur nächsten Pressemitteilung reicht.

Alles in allem scheint es jedoch nicht trivial, hinter die Kulissen der Budgetplanungen in den Anwenderunternehmen zu blicken. Offenbar wollen sich die Verantwortlichen in Sachen IT-Ausgaben eine gewisse Flexibilität bewahren. Selbst ein Rückgang muss nicht zwangsläufig negativ zu bewerten sein - auch wenn das die Hersteller gerne so sehen. Sie sind schnell bei der Hand, wenn es um neue Produkte, Konzepte und Architekturen geht und diese möglichst zügig und mit Gewinn an den Kunden gebracht werden sollen. Nur zu oft werden Luftschlösser aufgebaut. Hieb- und stichfeste Argumente, was denn nun ein neues Produkt oder der Umstieg auf eine neue Architektur bringt, hört man selten.

Prozesse - das Maß aller Dinge?

Stattdessen wird Druck erzeugt. Da werden Warnungen lanciert, die Anwender verschliefen wichtige Trends. Überhaupt sei es höchste Zeit für die IT-Abteilungen, sich neu aufzustellen. Laut Shai Agassi, seines Zeichens Chef der Product and Technology Group bei SAP, rollt auf IT-Büros bereits die dritte Welle des Enterprise Computing zu. Wer davon profitieren will, brauche Spezialisten für die Systeme der Zukunft. Der "Chief Process Innovation Officer" (CPIO) müsse sich ganz auf die Unternehmensprozesse konzentrieren und darüber sinnieren, in welchem Ausmaß die eigenen Abläufe für die Wettbewerbssituation relevant sind und an welcher Stelle Änderungen angebracht wären. Praktischerweise hat SAP genau die richtige Software dafür entwickelt, die das Wirken des CPIO legitimiert.

Auch wenn das eine oder andere Projekt in die Hose geht, sollte man vorsichtig damit sein, den IT-Abteilungen pauschal ein schlechtes Zeugnis auszustellen. Die aktuellsten Produkte einzusetzen oder auf neue Architekturen umzustellen macht nicht automatisch einen guten IT-Leiter, auch wenn die Hersteller das gerne so sähen. Die meisten IT-Verantwortlichen haben ihren Laden gut im Griff, auch ohne jedem Hype hinterherzuhecheln. Das merkt die computerwoche beispielsweise Jahr für Jahr an den Bewerbungen zum "Anwender des Jahres". (ba)