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01.09.1995

Gewaltige Anforderungen an Multimedia-Experten Transpiration und Inspiration erleichtern den Weg nach oben

MUENCHEN (hk) - Interessante Berufsperspektiven, kreative und abwechslungsreiche Arbeiten sowie attraktive Gehaelter - 70 000 Mark und mehr pro Jahr fuer Hochschulabsolventen - prophezeit die Beratungsbranche den Multimedia-Experten. Voraussetzung ist allerdings, dass der allseits prophezeite Boom eintritt.

50000 neue Arbeitsplaetze bis zum Jahr 2000 sagen die Berater von Roland Berger dem Multimedia-Umfeld voraus. Diese Zahl, die im "Karrierefuehrer Multimedia + Telekommunikation" des Dietrich- Schirmer-Verlags, Koeln, genannt wird, unterscheidet sich deutlich von den optimistischen Aussagen anderer Experten, die immer nur von Millionen von Jobs in dieser Trendbranche sprechen.

Allerdings glauben die Berger-Consultants, und damit stimmen sie sicherlich im Tenor mit anderen Studien ueberein, dass in fuenf Jahren rund zwei Millionen Arbeitsplaetze mit diesem Thema in Beruehrung kommen werden - wobei es zum weitaus groessten Teil um existierende Jobs geht. Als die wichtigsten Vorreiterbranchen, in denen Multimedia zum Einsatz kommen wird, nennen die Muenchner Berater den Handel, die Touristik, die Pharmaindustrie, Banken und Versicherungen sowie die Medien.

Klar ist, das laesst sich aus vielen Beitraegen des Karrierefuehrers ersehen, dass die Anforderungen der Mitarbeiter steigen werden und dass das vielzitierte Motto vom lebenslangen Lernen erst recht ernst zu nehmen ist. Erich Behrendt, Inhaber und Leiter des Instituts fuer Medien und Kommunikation in Bochum, meint gar, dass sich die Beschaeftigten von der vielerorts noch existierenden Vorstellung der Trennung von Lernen und Arbeiten verabschieden muessten. Lernen werde zunehmend zu einem integralen Bestandteil des Arbeitens. Gebraucht wuerden "kreative und hochmotivierte Menschen mit hoher Energie und innerer Dynamik". Bertelsmann zum Beispiel, so konnte man den Stellenanzeigen des Medienkonzerns in verschiedenen Zeitungen entnehmen, sucht fuer seinen neuen Online- Dienst genau diesen neuen Typus von Mitarbeiter. Als wichtige Einstellkriterien fuer Multimedia-Mitarbeiter nennen die beiden Personal-Manager Mechthild Sauer und Gert Stuerzebecher unter anderem:

- Vertrautheit mit den juengsten Trends, das Gespuer dafuer und entsprechendes Wissen;

- ausgepraegte soziale Kompetenz;

- Risikobereitschaft, Flexibilitaet;

- Pragmatismus sowie

- unternehmerische Denkart.

Behrendt empfiehlt den kuenftigen Multimedia-Experten, sich bereits waehrend des Studiums mit anderen Fachgebieten vertraut zu machen. Im Rahmen komplexer Projekte, die sich nur im Team realisieren liessen, brauche man in erster Linie Fachleute, die bereit seien, "ueber den Tellerrand ihrer Fachdisziplin zu sehen".

Sollte es zu der prophezeiten Entwicklung kommen, geht die Kienbaum-Verguetungsberatung, Gummersbach, davon aus, dass auch die Gehaelter entsprechend steigen werden. Zur Zeit aber sei der Unterschied zwischen dem Multimedia-Sektor und anderen Bereichen kaum vorhanden, da sich ersterer als eigenstaendige Branche nicht etabliert habe.

In einer aktuellen Untersuchung hat das Gummersbacher Verguetungsunternehmen die gegenwaertigen Einstiegsgehaelter von Hochschulabsolventen ermittelt. Demnach koennen Informatiker mit Universitaetsabschluss mit dem hoechsten Salaer rechnen. 78500 Mark nehmen sie laut Kienbaum im ersten Jahr mit nach Hause. Der Wirtschaftsingenieur verdient 75500 Mark pro Jahr, waehrend Betriebswirt und Ingenieur auf 69000 Mark kommen.

Niedriger dagegen sind die Gehaelter bei Fachhochschulabgaengern. Bei Informatikern zum Beispiel macht der Unterschied genau 10000 Mark im Jahr aus, sie erhalten also 68500 Mark. Aehnlich sieht es bei anderen Studiengaengen aus: Wirtschaftsingenieur 64000 Mark, Ingenieur 59000 Mark, Betriebswirt 58000 Mark.