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14.01.1983

Gewerkschaft und Unternehmensberater auf Konfrontationskurs

Unternehmensberater geraten zunehmend in die Schußlinie der Gewerkschaften. Ihnen und vor allem auch den DV-Beratern wird vorgeworfen, Neueinstellungen zu blockieren und Arbeitsplätze zu vernichten. Dr. Ulrich Briefs vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut des DGB klagt: "Durch die Tätigkeit von DV-Beratern werden jährlich mindestens 10 000 bis 15 000 Arbeitsplätze in der Bundesrepublik Deutschland vernichtet." Energisch wehrt sich Unternehmensberater Udo-Achim Wrieske gegen diesen Angriff des Gewerkschafters. Ihn erinnern derartige Parolen an Appelle von Betriebskampftruppen der DDR. Der Hamburger weiter: "Eine solche oberflächliche Betrachtungsweise könnte sich ein Unternehmensberater nicht leisten."

Wilhelm Alms

Fachbereichsleiter Versicherungen, Mummert + Partner

Unternehmensberatung, Hamburg

In dem Maße wie in der Bundesrepublik Deutschland die Probleme im Zusammen hang mit zunehmendem Wettbewerbsdruck, nachlassender Konjunktur und strukturellen Veränderungen wachsen und Massenarbeitslosigkeit nach sich ziehen, geraten in der einschlägigen Diskussion auch die Unternehmensberatungen in die Schußlinie.

Diese Diskussion - nicht immer sachlich geführt - sieht den Berater als Konkurrenten bei der Vergabe potentieller Arbeitsplätze und darüber hinaus in seinem Arbeitsergebnis als weitreichenden Arbeitsplatzvernichter. Scheinbar gestützt wird diese Argumentation durch die im Verhältnis zur gesamten Volkswirtschaft deutlich überproportionale Entwicklung der Unternehmensberaterbranche insgesamt.

Es soll hier versucht werden, in einer kurzen zusammenfassenden und zwangsläufig vereinfachten Form diese Fragestellung aufzunehmen, gezielt bezogen auf Unternehmensberatungen, die in Arbeitsfeldern tätig sind, in denen der Einsatz neuer EDV-Technologien eine wichtige Rolle spielt.

Dabei sollten zwei Problemstellungen scharf voneinander getrennt werden:

1) Inwieweit tritt der Unternehmensberater in der Unternehmung als potentieller Konkurrent zu angestellten Mitarbeitern beziehungsweise möglichen Neueinstellungen auf und werden somit Arbeitsplätze substituiert?

2) Welche Rolle spielt dieser Unternehmensberater hinsichtlich der Arbeitsplatzstruktur der Unternehmung beziehungsweise Sicherung oder Abbau von Arbeitsplätzen als Folgewirkung seiner Tätigkeit?

Zu 1)

In der Personalplanung der Unternehmung, insbesondere auch im Bereich der Organisation und Datenverarbeitung, stellt der Berater keine langfristig dispositive Größe dar, das heißt normalerweise ist eine geplante Substituierbarkeit nicht gegeben.

Der Berater kommt aus Erwägungen heraus zum Einsatz, die in besonderen Anforderungen, wie Spezial-Know-how und somit Know-how-Transfer in die betroffene Unternehmung, in der neutralen Analyse sowie der kompetent beratenden Entscheidungshilfe liegen. Trotzdem wird die Unternehmung versuchen, allein aus kosten- und personalpolitischen Gründen dieses Anforderungsprofil durch Aktivitäten auf dem Arbeitsmarkt zu erfüllen. Dabei treten jedoch erhebliche Hemmnisse auf. Gerade in Phasen konjunktureller Schwäche sind qualifizierte Mitarbeiter selten geneigt, ihren Arbeitsplatz zu wechseln und somit ihre Erfahrung am Arbeitsmarkt anzubieten. Sie verharren vielmehr, wenn wechselwillig, in Warteposition. Dies trägt zu der heute komplizierten Situation bei, die dadurch gekennzeichnet ist, daß das Angebot an erfahrenen und mobilen Mitarbeitern gegen Null strebt, aber andererseits eine große Anzahl von theoretisch hochqualifizierten Nachwuchskräften in die Unternehmungen strebt. Hier entsteht der Konflikt. Der akute Bedarf an qualifizierten Problemlösern ist da, kann auf dem Arbeitsmarkt jedoch nicht ausreichend befriedigt werden, die Investitionen in langfristige Personalpolitik werden dagegen, motiviert durch konjunkturzyklisches Denken und wirtschaftliche Notwendigkeiten, gebremst. Somit ergibt sich zwangsläufig ein Stau bei Nachwuchskräften, die ihre Lernphase noch vor sich haben.

Aus diesem Zusammenhang eine echte Konkutrenzsituation zwischen Arbeitsmarktangebot und Unternehmensberater ableiten zu wollen, erscheint nicht nachvollziehbar.

Schließt man in diese Betrachtung auch Beratungsleistungen im weiteren Sinne, wie beispielsweise den Dienstleistungsbereich der Programmierung mit ein, ist ein Effekt für die Einzelunternehmung allerdings zu bejahen. Hier treten durchaus Situationen auf, wo externe Arbeitskräfte mit potentiellen Angestellten konkurrieren könnten. Diese Problematik ist allerdings nicht beratungsspezifisch und ohne weiteres vergleichbar mit anderen gängigen kommerziellen Anbietern von Dienstleistungen, wie zum Beispiel Datenerfassungsservice und ähnlichem .

Zu 2)

Weit schwieriger ist die Frage nach der Wirkung der Beteiligung von Unternehmensberatern an unternehmerischen Aufgaben in Verbindung mit Veränderungen der Organisation und der Einführung neuer EDV-Technologien mit Wirkung auf die Arbeitsplatzstruktur der Unternehmung. Hier ist nicht zu bestreiten, daß solche Tätigkeiten in ihrer Folgewirkung auch zur Vernichtung von Arbeitsplätzen führen können.

Dieser Zusammenhang ist jedoch fahrlässig vereinfacht wenn nicht Ursachenanalyse und langfristige Wirkung einbezogen werden. Die Situation der Bundesrepublik als hochentwickelte, rohstoffarme Industrienation ist gekennzeichnet einerseits durch zunehmenden nationalen und internationalen Wettbewerb, verbunden mit dem Zwang zu strukturellen Veränderungen und andererseits durch eine konjunkturelle Schwächephase sowohl auf dem Welt- als auch dem Binnenmarkt.

Dies führt bei vielen Unternehmungen zu einer Form von "Krisenmanagement", das nach nicht immer effizienter Ausnutzung des Instrumentariums zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit das Heil im Personalabbau sucht, häufig die letzte Möglichkeit der Existenzsicherung. Wird dieses Ziel, mitunter mittels Hilfestellung des Beraters, erreicht, sind immerhin die verbliebenen Arbeitsplätze gerettet, die vordergründige Argumentation des "Jobkilling" hingegen gestützt.

Die eigentliche Aufgabe des Beraters liegt jedoch in der strategischen Beratung, der integrierten, langfristigen Planung umfassender organisatorischer, technologischer Konzepte. Beispielhaft sei hier nur der Bereich der Versicherungen genannt, die mit der Suche nach neuen Vertriebswegen und -formen dem Wettbewerb begegnen wollen und über gezielte Ansprachen zusätzliche Zielgruppen zu treffen wünschen. Dies setzt geschlossene organisatorische Konzepte und die umfassende Nutzung moderner Technologien voraus, verbunden mit einer komplexen Anwendungserfahrung. Hier kann der Berater helfen, durch "qualifizierte Rationalisierung" die Unternehmen konkurrenzfähig zu halten und dem notwendigen Strukturwandel folgen zu können, der höher entwickelte Dienstleistungen und Produkte verlangt - effizient und qualitativ hochwertig erstellt. Das Ergebnis ist langfristig, unter Annahme sinnvoller wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen kein Abbau von Arbeitskräften, sondern vielmehr eine gewandelte Struktur derselben, hin zu veränderten Arbeitsbedingungen und anderen qualitativen Inhalten des Arbeitsplatzes.

Die nötigen Rahmenbedingungen sicherzustellen und die phasenweise auftretenden Auswirkungen des Strukturwandels - verstärkt durch konjunturelle Schwächen - zu kanalisieren, sind allerdings sozial- und wirtschaftspolitische Herausforderungen allerersten Ranges.

Dr. Ulrich Briefs

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut des DGB, Düsseldorf

Die steile und perspektivlose Kurve des Wirtschaftssystems in der BRD ist begleitet von einem unaufhaltsamen Boom der Unternehmensberater.

Wachstumsraten von zehn bis 15 Prozent kennt man sonst nur noch in der DV-Branche. Ein immer größerer Teil der Honorarumsätze der Unternehmensberatungsfirmen

wird folgerichtig in der DV-und insbesondere Softwareberatung erzielt: 1979 wurde bereits jede vierte Beratermark im Zusammenhang mit DV-Projekten verdient. Die Tendenz ist weiter steigend.

Müssen daher die Vorbehalte, die aus gewerkschaftlicher Sicht gegenüber dem Unternehmensberater geäußert werden, auch auf die DV-Berater übertragen werden?

Im wesentlichen: ja.

Es gibt jedoch wichtige Unterschiede zwischen DV-Beratung und "normaler" Unternehmensberatung:

Die Notwendigkeit, technische Systeme zu meistern, zum Beispiel Programme zu entwikkeln und zum Laufen zu bringen, setzt die DV-Berater in stärkerem Maße unter Erfolgszwang. Und der Erfolg ist auch insgesamt besser kontrollierbar als der in der allgemeinen Unternehmensberatung.

Die Tätigkeit, das Wissen und das Können der DV-Berater sind transparenter. Ihre Produkte sind in den Kosten-und Nutzenaspekten besser ab- und einschätzbar. Das heißt allerdings nicht, daß die Projekte planmäßig abgewickelt werden.

Der Kunde kann, wenn er will, die DV-Berater insgesamt besser im Griff halten als die meisten Berater der allgemeinen Unternehmensberatung.

Was die sozialen Auswirkungen der DV-Beratung betrifft, sind im wesentlichen die gleichen Vorbehalte anzubringen wie bei den Unternehmensberatern allgemein. Da es sich bei der DV-Technologie um eine Rationalisierungstechnologie handelt, ist die Tätigkeit der DV-Berater zwangsläufig brisant. Arbeitsplätze werden auf breiter Front zerstört, und dieser Tatsache sind sich auch die DV-Berater bewußt.

Die wenigen wirklich neuen Geräte und Dienstleistungen, die mit der DV produziert werden, können diesen Abbau von Arbeitsplätzen nicht ausgleichen. Viele der mit Hilfe der DV-Beratung in den Betrieben geschaffenen neuen Informationen, insbesondere zum Beispiel die betriebswirtschaftlich unterstützten Rationalisierungsmaßnahmen, fordern in einem immer stärker von Stagnation und Krisenhaftigkeit geprägten Wirtschaftssystem den Abbau von weiteren Arbeitsplätzen.

Allein durch die Tätigkeit der Unternehmensberaterfirmen auf dem Gebiet der DV werden jährlich überschlägig mindestens 10 000 bis 15 000 Arbeitsplätze in der BRD vernichtet. Die Beraterleistungen der DV-Hersteller sind dabei nicht mit berücksichtigt. Viele der mit DV-Beratungsleistung geschaffenen Produkte sind geradezu parasitär. Durch das minitiöse Auswerten aller möglichen Daten nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten kann kein einziger neuer Gebrauchswert geschaffen werden.

Die DV-Beratung trägt dazu bei, die Reichen reicher, die Mächtigen mächtiger zu machen - auf Kosten der Massen der Beschäftigten. Übrigens: Die mit Hilfe der DV-Beratung gemachten zusätzlichen Profite werden immer weniger zur Schaffung von Arbeitsplätzen verwendet, schlagen sich dagegen immer stärker in vagabundierenden Kapitalien, zum Beispiel am sich weiterhin gewaltig aufblähenden Eurodollarmarkt, nieder. Dieses internationale Sammelbecken der vagabundierenden Kapitalien hat sich von 350 Milliarden Dollar Anfang der 70er Jahre auf heute mehr als 1500 Milliarden Dollar (brutto) aufgebläht.

Wie wenig expansiv die DV-Entwicklung insgesamt für die Beschäftigung in der BRD gewesen ist, zeigen die Beschäftigtenzahlen für die drei Branchen DV-Geräteproduktion, Büromaschinen- und Bauelementeproduktion: Hier sind in dem gewaltigen Boom von 1975 bis 1980 beziehungsweise 1981 gerade per Saldo 1000 (in Worten: eintausend) Arbeitsplätze geschaffen worden.

Die Bilanz ist also eindeutig, Insgesamt sind durch die DV Laufe des letzten Jahrzehnts sicherlich mehr als 500 000 Arbeitsplätze vernichtet worden. Weitaus mehr noch werden es in der Zukunft sein.

Aus gewerkschaftlicher Sicht muß daher der Tätigkeit der DV-Berater ebenso Widerstand entgegengebracht werden wie der der allgemeinen Unternehmensberater. Die Aufgabe, "den technischen Fortschritt somit beherrschbar zu machen", muß sich auf ihre Tätigkeiten erstrecken. Der beste Weg hierzu sind Aufklärung, Mobilisierung, Aktivierung der Beschäftigten in den Betrieben, ist das Verhindern und Behindern der immer wirksameren und eben deshalb höchst problematischen Rationalisierung mit der DV.

Die nicht unerheblichen Aufwendungen für DV-Berater sollten umgelenkt werden in vernünftig organisierte Aus-und Weiterbildungsaufgaben auf den Gebieten der neuen Technologie und insbesondere der DV für die Massen der betroffenen Beschäftigten in den Unternehmen: Für das Jahreshonorar eines DV-Beraters können sieben bis zehn Arbeiter oder Angestellte jeweils einen Monat in DV-Grundkenntnissen und in Kenntnissen, die für die alternative Systemgestaltung genutzt werden können, geschult werden.

Udo-Achim Wrieske

Inhaber und Geschäftsführer der Wrieske Gruppe BDU, Hamburg

Die deutsche Wirtschaft war immer durch eine hohe soziale und gesellschaftspolitische Verantwortung der Unternehmen getragen. Wer etwas anderes behauptet - nur weil es offenbar in die heutige Landschaft einiger Bewegungen paßt - zeigt, daß er nicht in der Lage ist volks- und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge mit sozialer Gerechtigkeit und gesellschaftspolitischem Fortschritt zu verbinden. Aber gerade das ist uns nach 1945 in hervorragender Weise gelungen; ein Ergebnis erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen Politikern, Unternehmern und Gewerkschaftlern .

Unsere gegenwärtige wirtschaftliche Situation hat drei wesentliche Gründe:

1. Wir befinden uns in einer weltweiten Rezession, die von einzelnen Kräften alleine nicht beseitigt werden kann.

2. Wir leiden darüber hinaus unter hausgemachten Problemen einer verfehlten Finanz-und Wirtschaftspolitik mit gravierenden Auswirkungen im sozialen und gesellschaftspolitischen Bereich.

3. Das Management der deutschen Wirtschaft zeigt zunehmend Schwächen in der Bewältigung von Krisensituationen.

In letzter Zeit ist der Staat immer häufiger zum "Reparaturbetrieb der Wirtschaft" geworden - und zwar insbesondere im Bereich der Großunternehmen. Die Bewältigung der Zukunftsprobleme wird weniger in der Großindustrie liegen, sondern sehr viel mehr mit ehrgeizigen, verantwortungsbewußten, fleißigen und rechnenden Unternehmern mit kleinen und mittelgroßen Firmen bewältigt werden können. Die mittelständische Wirtschaft wird - wenn das gegenwärtige Konjunkturtief überwunden ist - in den folgenden Jahren eine Blüte erleben; die soziale Marktwirtschaft wird sich - wenn auch unter anderen wirtschaftsstrukturellen Voraussetzungen - behaupten und erneut als richtig erweisen.

An der Gestaltung unternehmerischer Prozesse werden in zunehmendem Maße Unternehmensberater beteiligt; sie tragen nachweislich zur Lösung betriebswirtschaftlicher Probleme bei. In den letzten zehn Jahren haben sich zwei wesentliche Erkenntnisse ergeben:

1. Nicht nur die Beratung (im klassischen Sinne) allein, sondern die Mitwirkung bei der Realisierung unternehmerischer Entscheidungen ist in den Vordergrund getreten.

2. Die Beratung und Mitarbeit bei der Entwicklung technologischer Verfahren (insbesondere: Daten- und Textverarbeitung) hat gravierend zugenommen.

Die vorstehend genannten Problemlösungen erfordern Spezialkenntnisse und -erfahrungen, über die nur Fachkräfte verfügen können, die auf ihrem Gebiet in möglichst vielen Unternehmen gearbeitet haben. Angestellte können niemals über diesen Erfahrungsreichtum verfügen. Kluge Manager werden niemals - als Ersatz für eigene Angestellte - Unternehmensberater einsetzen; sie werden aber immer dort die zeitlich begrenzte Beschäftigung eines Unternehmensberaters in Erwägung ziehen, wo dieser über ein größeres "Know-how" verfügt. Insbesondere bei der Mitwirkung von Projektrealisierungen haben sich in den letzten Jahren zwangsläufig länger andauernde Beratereinsätze (oft über mehrere Jahre hinweg) ergeben. Gerade durch die Beratungsbranche wurde zum Beispiel die Einführung der Informationstechnologie in den Unternehmen wesentlich vorangetrieben, was auf andere Weise nicht in dem Ausmaß möglich gewesen wäre. Bei Projekten, die in Zusammenarbeit mit "Externer Manpower" realisiert wurden, konnten die Entwicklungskosten - im Vergleich zu Projekten, die ausschließlich durch Angestellte des Unternehmens bearbeitet wurden - durch wesentlich kürzere Projektentwicklungszeiten erheblich gesenkt werden. Viele Projekte, die in den

Unternehmen ausschließlich mit eigenen Angestellten in Angriff genommen wurden, blieben oft in den Kinderschuhen stecken! Fehlinvestition nennt man so etwas.

Der durch die "elektronische Revolution" in den Unternehmen entstandene hohe Aus-und Fortbildungsbedarf wird zum großen Teil durch Unternehmensberater gedeckt. In vielen Fällen ist keiner der angestellten Mitarbeiter des Unternehmens in der Lage, diese Aufgaben fachlich, didaktisch und organisatorisch zu übernehmen.

Viele - durch Unternehmensberater entstandene - betriebswirtschaftliche und absatzpolitische Sanierungsmaßnahmen haben unzählige Arbeitsplätze gerettet.

Dr. Ulrich Briefs vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut des DGB bestreitet in seinem Artikel "Unternehmensberater - Helfer in der Not oder Rationalisierungseinpeitscher?" (Heft 11/82, Die Mitbestimmung) die Existenzberechtigung der Unternehmensberater mit Hinweis darauf, daß - seiner Meinung nach - die Unternehmensberater jährlich 50 000 Beschäftigten die Arbeit wegnehmen. Er spricht von der "Notwendigkeit einer betrieblichen Mobilmachung gegen Unternehmensberater" und empfiehlt das "ständige Streuen von Sand in die Maschinerie von Management und Unternehmensberatern". Mit derartigen Parolen, die an Appelle von Betriebskampfgruppen der DDR erinnern, disqualifiziert er sich selbst. Offensichtlich ist es ihm zu anstrengend die Probleme der Unternehmen detaillierter zu untersuchen. Ein Unternehmensberater könnte sich eine derartige oberflächliche Betrachtungsweise nicht leisten.