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05.07.1996 - 

IG Metall verlangt gesetzliche Regelungen für IT-Industrie

Gewerkschaft will tariffreien Raum nicht akzeptieren

Nicht die Arbeitskosten seien das Problem, sagte Töppel auf einem IT-Kongreß seiner Gewerkschaft in Düsseldorf, sondern "die einseitige Ausrichtung auf Gewinnmaximierung". Eine auf Sozial-, Personalabbau und Reallohnsenkung ausgerichtete Politik diene weder der Sicherung von Arbeitsplätzen noch der Zukunft des Standortes Deutschland.

Auf wenig Gegenliebe der Arbeitgeber dürfte Töppels Forderung stoßen, daß Aus- und Weiterbildung "verstärkt von den Unternehmen bezahlt werden und während der Arbeitszeit stattfinden soll". Die angebotenen Qualifikationsmaßnahmen für Beschäftigte sollten sich nicht nur auf aktuelle Anforderungen des Marktes beziehen, sondern auch umfassender die "Arbeitsgestaltungskompetenz" fördern. Ferner will Töppel die Grauzone der abhängigen Selbständigkeit oder Scheinselbständigkeit beseitigen.

Angesichts sich auflösender Branchenabgrenzungen und nationaler sowie länderübergreifender Verzahnung zwischen Industrien und zwischen Produktion und Dienstleistung müßten auch die Arbeitnehmervertreter zusammenarbeiten. Allerdings ist das nicht immer einfach, wie Tarifexperte Berthold Huber das am Beispiel der Sonntagsarbeit verdeutlichte. Als deutsche Gewerkschafter ihre spanischen und portugiesischen Kollegen darum baten, das Arbeitgeberverlangen nach Sonntagsarbeit nicht mehr zu akzeptieren, wollten diese davon nichts wissen.

Huber erläuterte aus Gewerkschaftssicht die Eckpunkte eines neuen Flächentarifvertrags. Diese seien eine Kombination aus Umschulung vom Stellenverlust bedrohter Arbeitnehmer, individueller Arbeitszeitverkürzung, dem Ausgleich von Mehrarbeit durch Freizeit und Altersteilzeitmodellen. Der Flächentarifvertrag gebe einen Rahmen vor, innerhalb dessen die Betriebsräte mit den Beschäftigten detaillierte Regelungen finden sollten.