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Verstärkte Mitgliederwerbung bei Big Blue:

Gewerkschaften hoffen auf Zulauf bei IBM

08.05.1987

NEW ORLEANS (ih) - Gewerkschaftlich organisierte IBM-Mitarbeiter aus neun Ländern trafen sich jetzt in New Orleans, um ein gemeinsames Konzept für verstärkte Mitgliederwerbung zu erstellen. Die Gewerkschafter hoffen aufgrund der "Umstrukturierungsmaßnahmen" von IBM, bei ihren Kollegen auf gößeres Interesse als bisher zu stoßen.

Die Gruppe, die sich "IBM-Workers Internationale Solidarity" nennt, trat nicht zum ersten Mal zusammen. Bereits 1984 in Tokio und 1986 in Athen hatten die Gewerkschaftsvertreter aus den USA, Japan, Italien, Frankreich, Niederlanden und Griechenland eine gemeinsame Strategie entwickelt, um neue Mitglieder zu gewinnen. Trotzdem sind auch heute von insgesamt 403 000 IBM-Angestellten weltweit lediglich drei Prozent gewerkschaftlich organisiert.

Die Gewerkschafter glauben jedoch, daß sie in nächster Zeit aufgrund der geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen bei ihren Kollegen auf offenere Ohren als bisher stoßen werden. Schließlich würde der IBM-Konzern, so ein Gewerkschaftsvertreter, in den USA rund 9000 Angestellte, die entweder in der Produktion oder in der Verwaltung tätig waren, ins Feld versetzen.

Sie sollen nun für den Job des Verkäufers geschult werden. Ferner ist geplant, mehr als 12 000 Beschäftigte noch in diesem Jahr vorzeitig in den Ruhestand zu schicken. Dieses Frühpensionierungs-Programm betrifft auch Mitarbeiter in den Niederlanden, Kanada, Frankreich und Großbritannien.

Dabei sind die organisierten Kollegen im großen und ganzen mit den Arbeitsbedingungen in ihrem Hause zufrieden. Sie fordern jedoch mehr Offenheit bei der Gehaltspolitik und den Stellenausschreibungen und prangern darüber hinaus die übertriebene Mehrarbeit in einigen Abteilungen des Unternehmens an.

Für die Gewerkschaftsvertreter ist eine hohe Mitgliederzahl um so wichtiger, als ihnen das Management der IBM nicht allzu wohlgesonnen scheint. So veröffentlichte die Gewerkschaftszeitung "metall" vor zwei Jahren einen Rundbrief der Geschäftsleitung des IBM-Konzerns an alle Verkaufsleiter in den amerikanischen Vertriebsniederlassungen. In dem Schreiben wurden die Manager aufgefordert, über sämtliche gewerkschaftliche Aktivitäten ihrer Mitarbeiter - auch bei Gerüchten - Bericht zu erstatten.

Daraufhin erklärte die IBM-Zentrale in Stuttgart, dieses Schreiben habe hierzulande keine Gültigkeit. IBM Deutschland erkenne seit langem die tarifpolitische und gesellschaftspolitische Rolle der Gewerkschaften an. Allein im Werk Sindelfingen seien 40 Prozent der Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert. An dieser Einstellung, so ein IBM-Pressesprecher, habe sich bis heute nichts geändert.