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22.01.1993 - 

Tarifvertrag muss den heutigen Verhaeltnissen angepasst werden

Gewerkschaften sind noch nicht attraktiv genug fuer DV-Profis

Ganze 5184 Mark pro Monat verdient ein Programmierer im elften Berufsjahr, wenn es nach dem Tarifvertrag der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) geht. Der Tarif nimmt aber zahlreiche Berufe gar nicht zur Kenntnis. "Der DV-Dozent zum Beispiel existiert gar nicht in unserem Vertrag", meint der Bremer Gewerkschaftssekretaer.

Dass man mit dieser realitaetsfernen Politik auf wenig Verstaendnis bei den Datenverabeitern stoesst, ist fuer Rzeppa so klar wie das Amen in der Kirche. Deshalb plaediert der HBV-Funktionaer fuer eine flexiblere Gestaltung der Tarife, "ansonsten werden wir bald nur noch Pfoertner und Wachmannschaften vertreten".

Rzeppa setzt noch einen drauf: "Wir haben durch den Tarif die Berufe zementiert". Ausweichmoeglichkeiten seien gar nicht vorgesehen. "Wer einmal als Programmierer beginnt, wird hoechstens durch den Tod abberufen."

Das starke Mass an Fort- und Weiterbildung und die damit sich aendernden Qualifikationen vor allem der Compterfachleute finden keinen Niederschlag in dem zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ausgehandelten Regelwerk.

Rzeppa fordert, sich von den starren Berufsbezeichnungen und Gehaeltern im Tarif zu verabschieden, "da sie eh nicht die Wirklichkeit widerspiegeln". Statt dessen solle der Tarif nur das Eingangsgehalt festlegen, um den Beschaeftigten eine bestimmte Sicherheit zu garantieren. Auch hier muessten aber Einkommensbandbreiten angeboten werden.

Die Berechenbarkeit, die der Tarif heute noch suggeriere, treffe aufgrund der jetzigen wirtschaftlichen Situation gar nicht mehr zu: "Wir alle muessen umdenken und uns vom Gefuehl der Sicherheit loesen".

Rzeppa weiss, dass es auf der Grundlage des Tarifs nicht mehr weitergeht: "Individuelle Gehaelter sind doch schon laengst Realitaet". Gerade in der DV haenge das Salaer staerker von den aktuellen Kenntnissen als vom Lebensalter ab. Wenn der Tarifvertrag seine Berechtigung behalten wolle, muesse er noch mehr zu einer Leitlinie und Orientierungshilfe werden.

Hier sollten die Gewerkschaften Vorleistungen erbringen, indem sie einen modernen Tarifvertrag anboeten. Rzeppa ist zuversichtlich, dass sich die Computerfachleute in Zukunft staerker als bisher gewerkschaftlich engagieren werden. Der Verteilungsspielraum sei kleiner geworden, die Moeglichkeiten, den Arbeitgeber zu wechseln, geringer, und gezahlt werde auch nicht mehr jedes Gehalt.