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15.10.1993

Gewerkschafter wollen um Erhalt der DV-Arbeitsplaetze kaempfen IG-Metall: Manager tragen an der Misere erhebliche Schuld

MANNHEIM(CW) - Maengel im Management und das Verschlafen von Produktentwicklungen sind nach Ansicht des IG-Metall-Vorsitzenden Klaus Zwickel wichtige Gruende fuer die Krise in der DV-Industrie. Vorrangige Aufgabe der Gewerkschaft muss daher nach Auffassung des IG-Metall-Vorstandsmitgliedes Joachim Toeppel die Sicherung der Arbeitsplaetze sein.Auf einer Veranstaltung von Gewerkschaftern und Betriebsraeten der DV-Industrie forderte IG-Metall-Chef Zwickel eine "kluge und langfristig angelegte Indu- striepolitik". Wichtig fuer diese Branche sei ihre Faehigkeit, Ergebnisse rasch in marktreife Produkte umzusetzen. Beide Redner gingen auch auf die starken Veraenderungen ein, die momentan die DV-Industrie kennzeichneten. Toeppel rechnet mit einem Verlust vom mindestens 15 000 Arbeitsplaetzen bis zum Ende dieses Jahres. Als Antwort auf die Probleme nannte Zwickel "intelligente politische Loesungen"; und Toeppel erwartet von der Bundesregierung, "endlich eine gezielte Industriepolitik" zu betreiben, denn ohne eine "politische Flankierung" koenne die Branche kaum ueberleben.Konkreter aeusserte sich der Tarifexperte und zweite IG-Metall-Vorsitzende Walter Riester. Er gab zu, dass die neuen Beschaeftigungsstrukturen und Sozialbeziehungen in den Tarifvertraegen noch keinen Niederschlag gefunden haetten. Er verwahrte sich aber gegen den Vorwurf, die Tarifvertraege seines Verbandes passten nicht zu den differenzierten Bedingungen der DV-Industrie. In allen Bezirken sei man gerade dabei, "neue zukunftsweisende Entgelttarifvertraege" zu entwickeln.Auf die Mitarbeiterqualifizierung muesse man ein besonderes Augenmerk richten, denn sie habe "einen existentiellen Stellenwert". Nur wer sich staendig weiterbilde, koenne in der DV-Branche ueberleben. Riester fordert deshalb tarifliche Regelungen fuer die Mitarbeiterschulung. Die Kurse sollen in der Arbeitszeit stattfinden und vom Arbeitgeber bezahlt werden.Beim Thema Arbeitszeit kann sich der Tarifexperte flexible Modelle vorstellen, die ueber das hinausgehen, was heute existiert. Mitarbeiter koennten etwa einen Vollzeit- in einen Teilzeitjob umwandeln, "schoepferische Pausen" oder ein "Sabbatical" einlegen. Als ein Negativbeispiel kritisiert Riester in diesem Zusammenhang die Verhandlungen der DAG mit der IBM, die sich nur "stupide und unflexibel auf das vermeintliche Allheilmittel einer Arbeitszeitverlaengerung konzentrieren - 40 Stunden bei Bezahlung von 36".