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15.05.1992 - 

Die Umsatzmilliarde ist geschafft, aber

Gewinnausbeute bereitete der deutschen Motorola Probleme

MÜNCHEN (bk) - Erstmals in ihrer Firmengeschichte ist der Wiesbadener Motorola GmbH im Geschäftsjahr 1991 der Sprung über die Umsatzmilliarde gelungen. Beim Gewinn gab es indes wenig Grund zur Freude: Nach dem Rekordergebnis von 1991 gingen die Erträge im Berichtsjahr drastisch zurück.

Einer günstigen Konjunktur vor allem bei Halbleitern und in der Mobilkommunikation, so Geschäftsführer Eike Bär, hatte es die deutsche Motorola-Tochter im Geschäftsjahr 1991 zu verdanken, daß die Gesamteinnahmen gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent auf rund 1,2, Milliarden Mark kletterten. Begünstigt worden sei das Ergebnis nicht zuletzt durch die starke Nachfrage nach Funktelefonen aus den neuen Bundesländern. Dieser Geschäftsbereich war laut Bär der umsatzstärkste im abgelaufenen Fiskaljahr. Konkrete Zahlen wollte der Mo-

torola-Geschäftsführer für keinen Bereich nennen.

Getrübt wurde die Freude über das gute Umsatzresultat durch die mehr als schwache Gewinnausbeute. Hatte sich Bär bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse 1990 angesichts der Verdreifachung des Gewinnes (von 12,1 auf 38,8 Millionen Mark) noch zufrieden die Hände reiben können, so war der Profit im Geschäftsjahr 1991 "der Knackpunkt": Nur noch 5,8 Millionen Mark verdienten die Wiesbadener - und mußten damit einen Rückgang von rund 85 Prozent hinnehmen. Die Umsatzrendite sank damit von knapp vier auf jetzt 0,5 Prozent.

Der Ertragseinbruch, so Bär, hatte viele Gründe. Zum einen sei der Dollarkurs gestiegen, so daß sich die Kosten des Einkaufs erhöht hätten. Zum anderen habe Motorola erhebliche Vor- Leistungen für den Aufbau des D1-Netzes erbringen müssen.

Hinzugekommen seien der anhaltende Preisdruck bei den Halbleitern sowie Umstrukturierungsmaßnahmen im Geschäftsbereich Computersysteme. "Außerdem", bemühte sich Bär das vorjährige gute Ertragsergebnis zu relativieren, "mußten wir 1990 keine Steuern bezahlen."

Die Neuorganisation der Sparte Computersysteme betraf die Finanzaabteilun, die historisch bedingt - zuletzt in München ansässig war und nun nach Hamburg übersiedelte, wo sich mittlerweile der Sitz der Hauptverwaltung der Cornputerdivision von Motorola befindet. Dies wiederum, so Geschäftsbereichsleiter Jürgen Greiner, machte nicht nur einen Umzug in neue Räumlichkeiten innerhalb der Hansestadt erforderlich, der zum 1. Februar 1992 stattfand und für den Rücklagen zu bilden waren. "Auch mußten wir die nötige Infrastruktur schaffen, da wir online mit Rechnern in den USA arbeiten, um tagesfertige Bilanzen erstellen zu können."