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27.09.2002 - 

Pessimistischer Ausblick

Gewinnrückgang bei Oracle

MÜNCHEN (CW) - Mit einem vergleichsweise durchwachsenen Ergebnis schloss Oracle das erste Quartal ab. Die Bekanntgabe der Zahlen des Datenbank-Spezialisten war vergangene Woche mit Spannung erwartet worden - und obwohl das Unternehmen die Prognosen der Analysten erfüllte, reagierte die Börse aufgrund des pessimistischen Ausblicks nervös.

Oracles Chief Financial Officer (CFO) Jeff Henley sparte bei der Kommentierung der Quartalsbilanz nicht mit martialischen Worten. Derzeit erlebe man das "schlechteste Umfeld für die IT-Branche seit Mitte der 70er Jahre", betonte der Manager und fügte hinzu: "Es ist schwer zu sagen, wohin die Reise geht. Zwar gehen wir davon aus, dass das Schlimmste vo-rüber ist. Aber es ist trotzdem entmutigend, weil wir zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon eine stärkere Erholung erwartet hatten."

Von Erholung konnte bei den Zahlen für die Ende August abgeschlossene Berichtsperiode in der Tat keine Rede sein. Der Nettogewinn der Kalifornier ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 33 Prozent auf 342,7 Millionen Dollar oder sechs Cent je Aktie zurück. Darin enthalten ist allerdings eine Wertabschreibung in Höhe von 72,1 Millionen Dollar für die Beteiligung an Liberate Technologies. Die Analysten der Wallstreet hatten laut First Call Thomson einen Ertrag von sieben Cent erwartet - ein Ergebnis, was Oracle ohne Wertberichtigung auch ausweisen kann. Eine Punktlandung bezüglich der Prognosen gelang dem Datenbankriesen mit leichten Abstrichen auch beim Umsatz. Die Einnahmen gingen im Jahresvergleich um zehn Prozent von 2,27 auf 2,03 Milliarden Dollar zurück. Für Oracle bedeutet das nun schon den sechsten Quartalsrückgang in Folge.

Der Umsatz mit Neulizenzen, wichtiger Indikator für die Nachfrage im Softwaresektor, fiel dabei gegenüber dem ersten Quartal des Fiskaljahres 2001 um 23 Prozent auf 549 Millionen Dollar. Dafür stiegen die Einnahmen aus Software-Updates um acht Prozent auf 620 Millionen Dollar. Das Kerngeschäft mit Datenbanken ist jedoch weiter unter Druck; hier ging der Umsatz mit Neu- und Update-Lizenzen um neun Prozent auf 921,5 Millionen Dollar zurück. Den ERP-"Applications" ging es mit einem Minus von acht Prozent auf 246,6 Millionen Dollar nicht besser.

Dem anhaltenden Abschwung der Gesamtwirtschaft sowie der nach wie vor geringen Investitionsbereitschaft der Unternehmen begegnet Oracle wie viele Wettbewerber auch mit Maßnahmen zur Kostensenkung. Die gesamten operativen Ausgaben drückten die Kalifornier um fünf Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Die Ausgaben für Vertrieb und Marketing sanken dabei um zwölf, die für Services um sieben Prozent. Auch am Personal wird gespart: Im Laufe des abgeschlossenen Quartals wurden 600 Stellen abgebaut; während der aktuellen Dreimonatsperiode sollen nochmals 500 bis 600 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen.

Pessimistisch zeigte sich CFO Henley auch in puncto Umsatzerwartung für das zweite Quartal. Gegenüber den vergleichbaren Vorjahresperiode eingenommenen 2,38 Milliarden Dollar rechne man mit vier bis sieben Prozent weniger. Der Jahresumsatz könnte deshalb auf dem Niveau des Vorjahres von 9,67 Milliarden Dollar stagnieren, warnte Henley. Firmenchef Larry Ellison hält dem Vernehmen nach dennoch an der Prognose fest, das der Gewinn je Aktie im laufenden Geschäftsjahr über den 39 Cent des Vorjahres liegen werde.

Allgemein herrschte der Tenor vor, dass die jüngste Oracle-Bilanz ein weiterer Beleg dafür sei, dass die Krise auf dem Softwaremarkt anhält. Die US-Investmentbank Morgan Stanley vertagte den Aufschwung in einer aktuellen Analyse auf Mitte/Ende 2003. Der getrübte Ausblick auf den Jahresumsatz zog auch den Kurs der Oracle-Aktie in Mitleidenschaft, die nach Bekanntgabe der Quartalszahlen um mehr als neun Prozent nachgab. (gh/tc)