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15.12.2000 - 

Operativer Fehlbetrag zwischen 225 und 250 Millionen Dollar

Gewinnwarnung von Apple: Jobs räumt Fehler ein

MÜNCHEN (CW) - Mit einer Ergebniswarnung kündigte Apple Computer den Abschluss eines schwachen Quartals an: So rechnet das Unternehmen für die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahrs mit Einnahmen "weit unter den Prognosen" und erwartet zudem erstmals seit drei Jahren handfeste Verluste.

Aufgrund überraschend magerer Abverkäufe im Oktober und November rechnet der Macintosh-Hersteller für das laufende erste Quartal (Ende: 30. Dezember) mit Einnahmen von lediglich einer Milliarde Dollar. Zuvor war ein schon im Oktober deutlich nach unten korrigierter Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt worden. Anstelle des geplanten geringfügigen Gewinns erwartet das Unternehmen nun einen Nettoverlust zwischen 225 und 250 Millionen Dollar. Nun droht dem Unternehmen das erste Verlustquartal seit drei Jahren. Nachdem das Umsatzziel für 2001 schon im Oktober auf 7,5 bis acht Milliarden Dollar zurückgestutzt worden war, gibt sich Apple nun noch bescheidener: Sechs bis 6,5 Milliarden Dollar für das gesamte Fiskaljahr, lautet die zaghafte Prognose von Finanzchef Fred Anderson.

Eine Reihe von hausgemachten ProblemenMan sei nicht gerade stolz auf die Ergebniswarnung, kommentierte Apple-Chef Steve Jobs. Allerdings erlebe er das nicht zum ersten Mal. "Es nennt sich Zyklus", argumentierte Jobs defensiv. Verantwortlich für den akuten Einbruch seien neben der allgemein angespannten Börsensituation und dem derzeit weltweit zähen PC-Absatz eine Reihe hausgemachter Probleme. Dazu zählten ein zu hohes Lagerinventar - derzeit versucht Apple, den Bestand um knapp die Hälfte zu reduzieren, die unerwartet schwache Nachfrage nach dem überteuerten "G4 Cube" sowie nicht eingeplante Rabatte zum Abverkauf des modischen Würfel-Desktops. Zur zögerlichen Marktakzeptanz des jüngsten Apple-Produkts trug nach Ansicht von Marktexperten nicht zuletzt das Megahertz-Problem bei, denn Motorola, Exklusivlieferant der "Altivec"-G4-CPUs, hat die 500-Megahertz-Grenze noch immer nicht durchbrochen. Außerdem gibt Apple zu, gewisse Trends wie die Implementierung der CD-RW-Technik verschlafen zu haben.

Dennoch zeigt sich der Apple-Chef zuversichtlich. Mit einer "Arnold-Schwarzenegger-Bilanz", sprich: einer Liquidität von mehr als vier Milliarden Dollar, sei sein Unternehmen krisenfest. "Wir wollen unsere Bestände im Channel bis Ende des Quartals auf ein normales Niveau reduzieren und setzen auf die neuen Produkte, die wir im kommenden Jahr auf den Markt bringen", erklärt der Apple-Chef und verweist dabei insbesondere auf die nächste Generation "X" des Apple-Betriebssystems Mac-OS. Die Betatester unter den Mac-Jüngern, die sich derzeit mit dem Handling des neuen Betriebssystems und mit der grafisch komplett überarbeiteten Benutzeroberfläche "Aqua" vertraut machen müssen, scheinen Jobs'' Begeisterung jedoch noch nicht uneingeschränkt zu teilen: Wie der Nachrichtendienst "Wired" berichtet, findet die farbenfrohe Benutzerführung zwar durchaus Anklang, eingefleischte Mac-Anwender allerdings stehen mit Aqua noch auf Kriegsfuß und basteln daran, das vertraute Look and Feel wieder herzustellen.

An der Wallstreet scheint man eher skeptisch: So sackte das Apple-Papier, das im September noch für mehr als 60 Dollar gehandelt worden war, nach der Warnung von 17 auf unter 15 Dollar ab.