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23.03.2001 - 

Gesteckte Profitziele werden weit verfehlt

Gewinnwarnung von CSC stellt Grundsatzfragen zum Outsourcing

MÜNCHEN (CW) - Computer Sciences Corp. (CSC), weltweit drittgrößter IT-Dienstleister, hat nach einer Gewinn- und Umsatzwarnung rund 40 Prozent ihrer Börsenkapitalisierung eingebüßt. Analysten sind nun skeptischer geworden, was die Zukunft des Outsourcing-Geschäfts angeht.

Im vierten Quartal rechnet CSC jetzt mit einem Nettoverlust und einem drastisch niedrigeren operativen Gewinn. Dieser soll statt der zuvor erwarteten 162 Millionen Dollar nur noch zwischen 60 und 63 Millionen Dollar betragen. Die Einnahmen sollen gegenüber dem Vorjahresquartal um elf bis 13 Prozent wachsen.

Um Kosten zu sparen, will CSC zwischen 700 und 900 Mitarbeiter oder rund ein Prozent seiner Belegschaft entlassen. Ob auch deutsche Arbeitsplätze bedroht sind, kann bei der in Kiedrich ansässigen Tochter CSC-Ploenzke noch niemand sagen. Für Abfindungen und Restrukturierung will das Unternehmen weltweit zwischen 100 und 150 Millionen Dollar aufwenden.

Nachdem CSC außerdem mitteilte, der operative Gewinn für das kommende Geschäftsjahr 2002 werde sich zwischen 2,50 und 2,60 Dollar je Aktie einpendeln und damit die durchschnittlichen Erwartungen der Finanzanalysten um mindestens einen halben Dollar verfehlen, reagierte die Börse äußerst heftig: Der Titel verlor binnen Stunden fast 40 Prozent an Wert und kostete das Unternehmen 3,6 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung. Auch andere Serviceanbieter wie EDS und IBM wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Klagen über hohen KostendruckCSC erklärte, eine schwächere Nachfrage nach Consulting-Diensten, geringere Softwareverkäufe und verzögerte Vertragsabschlüsse seien im vierten Quartal dafür verantwortlich, dass die Profitziele nicht erreicht würden. Außerdem habe sich im Outsourcing-Business, das rund 40 Prozent des Geschäfts ausmacht, der Kostendruck erhöht. Analysten hegen nun generell Zweifel, ob IT-Dienstleister aus ihren oft milliardenschweren Outsourcing-Verträgen mit Großunternehmen auch die erwarteten Gewinne ziehen können.

Das "Wall Street Journal" zitiert den Merrill-Lynch-Analysten Steven McClellan mit der Aussage, die Dimension des Gewinnrückgangs sei ein "Schocker". Die Nachfrage nach Beratungsleistungen sinke rasant und die Preise befänden sich im freien Fall. McClellan reduzierte die Empfehlungen für alle von ihm beobachteten IT-Servicekonzerne.

Die deutsche Tochter CSC-Ploenzke liegt nach Angaben von Firmensprecher Frank Schabel umsatzmäßig im Plan, könnte beim Gewinn aber "in den Sog des Gesamtkonzerns" geraten. Sehr gut laufe derzeit das Geschäft im Finanzdienstleistungssektor, wo das Unternehmen stark wachse. In den Bereichen Industrie und Handel verzeichne man jedoch Stagnation.