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24.07.1981 - 

Weltweit 1000. Vollie-Installation veranlaßt ADR zur Proklamation der Integrität seiner Produkte:

GfK versetzt ICCF in den Frührentnerstand

NÜRNBERG - Weil IBM nicht mehr garantieren mochte, daß das betagte Lizenzprogramm Source Program Maintenance Online (SPMO) II auch unter DOS/VSE Release 3 lauffähig bleiben würde, entschloß die Nürnberger Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) e. V. sich zum Umstieg. Von nun an arbeitet das GfK-Rechenzentrum mit dem Online-Programmiersystem "Vollie/Librarian", das von der Applied Data Research (ADR) GmbH, Düsseldorf, bei der GfK als dem weltweit tausendsten Vollie-Anwender Installiert würde.

Die Nürnberger, in deren Rechenzentrum eine 3031 mit zwei MB und eine 4341 mit vier MB miteinander gekoppelt unter DOS/VSE2/CICS laufen, hatten mit SPMO schon bei der jetzigen Systemkonfiguration mehr Schwierigkeiten gehabt, als ihnen lieb war. Sie wählten jedoch nicht IBMs Interactive Computing and Control Facility (ICCF) als Ausweg, sondern Vollie.

Online-Erfahrung

ICCF, die "Basis für das Interactive Productivity Facility (IPF)-Produkt, welches für die DOS/VSE System /E entwickelt würde" (IBM-Defintion), ist bei der GfK zwar wegen der relativ geringen Monatslizenz und - wie Ressortdirektor Gerd Kirschner sagt - "für alle Fälle" ebenfalls verfügbar, gearbeitet aber wird mit Vollie. Mit ausschlaggebend dafür, daß ICCF nur im Wartestand gehalten wird, ist nach Kirschners Angaben die Tatsache, daß Vollie im Gegensatz zu ICCF hervorragende Antwortzeiten sowie eine nur mäßige CPU-Belastung gewährleistet - und dies, obwohl bei der GfK rund 60 Bildschirmbenutzer Vollie einsetzen.

Als weitere Gründe zählt Kirschner auf

- die problemlose Installation von Vollie,

- die Möglichkeit des Schreibens von Prozeduren mit Hilfe von VOICE, was die Benutzung von Vollie zusätzlich erleichtere und sicherer mache,

- den direkten Zugriff auf Systembibliotheken (hier vor allem auf die Procedure Library),

- die erweiterten Zugriffsmöglichkeiten auf die Power-Dateien, insbesondere das Ausdrucken von Power-Listen auf CICS-Druckern und das Absetzen von Power-Befehlen vom Terminal aus. (Power ist das Spooling-System für DOS/VSE und verwaltet auf Platte die E/A-Warteschlangen der den einzelnen Partitions zugeordneten Kartenleser und -stanzer, Disketten, Bänder und Drucker.

Die GfK hat auf dem Gebiet der Online-Programmierung fundierte Erfahrungen sammeln können - immerhin seit 1978. "Die dabei erzielten Produktionsverbesserungen", berichtet Kirschner, "veranlaßten uns sehr bald, sukzessive alle zuvor in Form von Steuerkarten vorliegenden Dateien sowohl in der EDV-Arbeitsvorbereitung als auch in den Fachabteilungen auf Online-Eingabe und -Pflege umzustellen. Die interaktive Verwaltung dieser "Steuerkarten" und insbesondere die Möglichkeit des Job-Submitting direkt vom Bildschirm der Fachabteilung aus führte zu einer erheblichen Beschleunigung der Job-Abwicklung sowie zu Kosteneinsparungen im Bereich der Datenerfassung, der Arbeitsvorbereitung und im Operating."

Service-Bereich "Rechenzentrum"

Außer den beiden obengenannten Zentraleinheiten stehen im GfK-Rechenzentrum folgende Hardware-Devices:

Platten:

24 x 400MB-Online von CDC

6 x 200MB-Wechselplatten von CDC

Bänder:

6 x IBM 3420

Belegleser:

IBM 1288, Kaiser, Markierungsleser

Terminals:

30 SEL-Bildschirme lokal

68 IBM-Bildschirme lokal und remote 2 x IBM 3776 RJE-Stationen

4 x MDS 21/50

Zu den Terminals merkt Kirschner an, es habe sich eindeutig gezeigt, daß die IBM-Geräte im Vergleich zu den SEL-Geräten hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der Verfügbarkeit des technischen Kundendienstes besser abschneiden.

Die 55 EDV-Mitarbeiter bilden einen separaten Service-Bereich innerhalb der GfK und unterstützen die Kollegen in den verschiedenen Marktforschungsabteilungen des Hauses bei der Erstellung komplexer Analysen aus großen Datenmengen Dabei handelt es sich sowohl um individuelle Kundenaufträge wie auch um die GfK-Periodika. Die Dienstleistungen der Nürnberger erstrecken sich auf folgende Forschungs- und Untersuchungsgebiete: Handelsforschung, Marketingforschung, Regionalforschung, Pharmaforschung und Textilmarktforschung. Das 1934 gegründete Institut beschäftigt rund 560 festangestellte Mitarbeiter, kommt auf einen nicht konsolidierten Jahresumsatz von 50 Millionen Mark und agiert europaweit, teils über Beteiligungen, teils über Kooperationspartner.

Integriertes ADR-Informationssystem

Um symbolisch zu dokumentieren daß die Vollie-Installation in Nürnberg die weltweit eintausendste war überreichten Vertreter der ADR dem Hause GfK eine Erinnerungstafel und luden einen GfK-Mitarbeiter zur Teilnahme am ADR-User-Meeting im September in Florida ein. Über die Produkt- und Marketingpläne ADRs sagte Johannes Thurner, Geschäftsstellenleiter München und Vetriebsleiter Deutschland für Produkte des DOS-Bereichs:

"Außer der bereits angekündigten Multifunktionssprache "Ideal" wird ADR in absehbarer Zeit eine Programmierhilfe auf den Markt bringen, die den Software-Entwickler vom ständigen und zeitraubenden Um- und Neuschreiben von Flow-charts befreit. Im übrigen wird ADR unbedingt die Integration seiner Produkte im Auge behalten ."

Zur letzteren Thematik äußert sich auch Wolfgang Mudter, ADRs Datacom-Vertriebsleiter im Stuttgarter Büro: "ADR versteht Vollie und Librarian nicht als isolierte Werkzeuge in einer funktionsgeladenen Software-Umwelt, sondern als Komponenten eines bereits weitgehend integrierten Informationssystems." Nach Mudters Darstellung bedeutet Integration für ADR nicht eine technische Abhängigkeit, die die Entscheidungsspielräume des Anwenders bei der Auswahl von Systemkomponenten beschneidet.

Erläutert Mudter: Vollie und insbesondere Librarian kommunizieren mit "Datacom/DD" (Datadictionary), welches einerseits wiederum der Steuerungsmechanismus für die relationale Datacom-Datenbank sowie für die Datenbankverteilung "Datacom/D-Net" darstellt. Ebenso erhalten Query-Benutzer ("Datacom/DQ/DR") aus Datadictionary ihre logische Datensicht . Allen diesen Produkten steht gemeinsam - wahlfrei - die "Datacom/DC" -Basis mit ihren diversen Nebenfunktionen zur Verfügung.