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14.04.2000 - 

Operatives Ergebnis des Web-Dienstleisters deutlich verbessert

GFT will über Akquisitionen wachsen

STUTTGART - Ein rasantes Wachstumstempo hat die GFT Technologies AG 1999 vorgelegt. Vor allem durch die Akquisition der Hamburger ACS Systemberatung GmbH nahm der Anbieter von Web-Komplettlösungen die 100-Millionen-Mark-Umsatzhürde.Von Beate Kneuse*

In neue Dimensionen ist die GFT im vergangenen Jahr vorgerückt. Im April 1999 gelang über eine Beteiligung an dem amerikanischen Internet-Start-up Plumb Design der Sprung in die USA. Im Oktober 1999 schließlich angelte sich der Web-Dienstleister aus St. Georgen die Mehrheit (74,9 Prozent) an dem 1980 gegründeten IT-Lösungshaus ACS Systemberatung GmbH, einem Spezialisten in Sachen Archivierungs- und Workflow-Lösungen sowie SAP-Consulting. Damit verstärkte man sich nicht nur in puncto Produkt- und ERP-Geschäft, vielmehr machten die Schwarzwälder auch beim Umsatz einen Riesensprung: Waren 1998 auf der Einnahmenseite noch 39,8 Millionen Mark verbucht worden, so katapultierte der ACS-Deal GFT 1999 auf 115,4 Millionen Mark. Auf der jüngsten Bilanzpressekonferenz hob Finanzchef Marcus Kerber aber auch das eigene organische Wachstum hervor. Ohne die ACS-Akquise, so Kerber, hätte die GFT-Gruppe immerhin selbst eine Umsatzsteigerung von 58 Prozent auf 62,8 Millionen Mark geschafft.

Den Löwenanteil, sprich: 92 Prozent, ihrer Geschäfte machen die Schwarzwälder mit Beratung und kundenspezifischer Softwareentwicklung, wozu die Web-basierten Lösungen 1999 rund 78,1 Millionen Mark und damit etwa 70 Prozent beisteuerten. In Sachen Industriestruktur tut sich bei GFT nach wie vor die Logistikbranche mit einem Anteil von 34,5 Prozent hervor.

Auslandsanteil soll auf 25 Prozent steigenIn diesem Bereich kommt der Internet-Schmiede die langjährige Partnerschaft mit der Deutschen Post AG zugute. Die Abhängigkeit vom Mitgesellschafter (im August 1999 stieg die Post AG mit 16 Prozent bei GFT ein) ist laut Kerber allerdings rückläufig. Bei nach wie vor steigenden Umsätzen (1999: 27,1 Millionen Mark) entfalle auf diesen Kunden heute nur noch ein Anteil von 24 Prozent - nach 48 Prozent im Vorjahr und gar 68 Prozent im Jahr 1996. Für das laufende Jahr solle er sich auf 15 bis 20 Prozent reduzieren. Zweitgrößte Kundengruppe, die GFT bedient, sind die Finanzdienstleister mit einem Umsatzanteil von mittlerweile 30 Prozent.

Deutlich verbessern konnte die seit Juni vergangenen Jahres am Neuen Markt notierte GFT ihr Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Es stieg von den 1,4 Millionen Mark des Vorjahres auf nunmehr 8,1 Millionen Mark. Nicht zuletzt aufgrund der IPO-Kosten, die sich auf rund 5,1 Millionen Mark beliefen, schrumpfte der Jahresüberschuss allerdings von 650000 auf 300000 Mark. Dennoch hob Unternehmensgründer und Vorstandschef Dietz hervor: "GFT ist weltweit einer der wenigen profitablen Web-Dienstleister." Gleichwohl gab er zu, dass vor allem bei der Neuerwerbung ACS in Sachen Profitabilität noch einiges zu tun sei. Bei einem Umsatz von 52,7 Millionen Mark erzielten die Hamburger beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nur 1,4 Millionen Mark.

Weiter arbeiten wollen die Schwarzwälder auch am Ausbau ihrer internationalen Präsenz. Der Web-Dienstleister will durch weitere Akquisitionen seinen Auslandsanteil rasch auf 25 Prozent steigern. 1999 steuerten die internationalen Geschäfte 12,6 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Trotzdem geben die GFT-Lenker für das laufende und kommende Jahr ausschließlich organische Wachstumsprognosen ab. Für 2000 plant Finanzchef Kerber einen Umsatzanstieg aus eigener Kraft auf 160 Millionen, für 2001 auf 230 Millionen Mark. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit soll im gleichen Zeitraum auf 15,5 beziehungsweise 30 Millionen Mark klettern.

* Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.